
Tiefgarage Nonntal: Alle wollen sie, keiner zahlt
Sportzentrum Mitte, Arge, Uni-Park: Im Nonntal droht die Parkplatz-Krise. Alle hofften auf eine große Tiefgarage unter der Uni - doch das Projekt ist tot.
"Es ist fünf vor zwölf." Dieses geflügelte Wort war in den vergangenen Tagen immer wieder von Politikern und Anrainern zu hören, wenn es um die Pläne für das Salzburger Nonntal ging. Das Problem: Südlich des Zentrums entsteht hier ein neuer Stadtteil mit neun Hektar Fläche und 70 Millionen Euro Baukosten, mit Universität und großen Sportanlagen - jedoch praktisch ohne Parkplätze, wie Kritiker sagen.
Gerade jenes Projekt, von dem sich alle Beteiligten die Lösung ihrer Probleme erhofft hatten, gilt nun als so gut wie begraben: Die erweiterte Tiefgarage unter dem Uni-Park wird es wohl nicht geben. Der Grund sind die hohen Errichtungskosten von 27.000 Euro pro Parkplatz.
Wie berichtet, sollen die Parkplätze in der Akademiestraße, beim Petersbrunnhof und auf dem jetzigen SAK-Gelände bald verschwinden. Dafür hatte die Universität zunächst zugesagt, 120 zusätzliche Stellplätze für den allgemeinen Gebrauch zu bauen - noch immer viel zu wenig, wie SAK und Union sowie Arge Kultur kritisierten. Ende Juni schockierte Rektor Heinrich Schmidinger die Politiker dann mit dem Rückzug aus dem Projekt. Die 120 Tiefgaragenplätze würden nicht gebaut - außer freilich, jemand anders zahle.
Nur zwei Wochen Zeit für Großprojekt Nun läuft Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) die Zeit davon: In zwei Wochen muss die Bundesimmobiliengesellschaft das Bauprojekt Uni-Park offiziell ausschreiben - mit oder ohne vergrößerte Parkgarage. Padutsch: "Für uns wäre logisch, dass die Parkgaragengesellschaft von Stadt und Land den Bau übernimmt. Ein Geldgeber müsste aber ins Boot."
Parkgaragen-Chef Alfred Denk winkt jedoch ab: "Wir hatten viel zu wenig Zeit, um das durchzuplanen. Und auf den ersten Blick würde ich sagen: Das ist unfinanzierbar. Die Sehenswürdigkeiten der Altstadt liegen zu weit weg, die Auslastung wäre gering. Das hohe Grundwasser im Nonntal treibt zudem die Baukosten in die Höhe." Denk rechnet mit einem jährlichen Defizit von 150.000 Euro.
Damit sei die Tiefgarage praktisch unrealisierbar geworden, meint Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. Dass nun "objektiv" ein großes Parkplatz-Problem entstanden sei, räumen auch Padutsch und Denk unisono ein. Bei Sportvereinen sowie Vertretern der Arge Kultur herrscht ohnehin längst Frust wegen fehlenden Parkraums.
Schadens Lösungsvorschlag: Man könne den Parkplatz Akademiestraße teilweise beibehalten - auf Kosten der geplanten Grünflächen. Auch werde der Parkplatz Petersbrunnhof wohl nicht aufgelassen werden können.
© Christian Resch, Salzburger Nachrichten
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