
Salzburg im Herbst
Die ARGEkultur feiert den zweiten "Hausgeburtstag" und blickt voraus
Kurz vor dem zweiten "Hausgeburtstag", der am 5. Oktober in der ARGEkultur Salzburg gefeiert wird, informierten Geschäftsführerin Daniela Gmachl und die beiden Programmverantwortlichen, Markus Grüner und Markus Hank, am Donnerstag über Erfolge und Probleme.
Die Erfolge lassen sich bemessen: durch die Statistik (500 Veranstaltungen mit 67.000 Besuchern in zwei Jahren; Gesamtnutzung durch alle im Haus untergebrachten Vereine: 120.000 Personen) und durch eine dreimonatige Publikumsbefragung Ende 2006. Demnach hat die ARGE ein junges Publikum; der Altersdurchschnitt beträgt 27 Jahre. Mehr als die Hälfte der Besucherinnen und Besucher ist unter 30, mehr als drei Viertel unter 40. Der Anteil an Frauen und Männern ist ausgeglichen. Es kommen vorwiegend Menschen aus der Stadt Salzburg und den umliegenden Gemeinden und diese haben ein überdurchschnittlich hohes Bildungsniveau. Die Hälfte aller Gäste sind Stammkunden. Interessant ist auch noch, dass nicht mehr der Gegensatz von Hoch- und Alternativkultur zählt, sondern das Interesse an spezifischen Sparten (Tanz, Theater, Musik, Performance, Kabarett).
Ausgerichtet auf klare Programmkonzepte In diesen Schienen arbeitet denn auch das "öffentlichkeitswirksame" Programm in stringenten Inhalten, Entwicklungen und Kulturentdeckungen (Stichwort: Medienkunst). Zum Geburtstag am 5. Oktober wird man deshalb Neville Tranters neue Produktion des Stuffed Puppet Theatre ("Vampyr") sehen können und im Anschluss im erfolgreichen "Roten Salon" die New Yorker Band Aluminium Babe mit schwedischer Sängerin und finnischer Vorgruppe. Am 10. Oktober präsentieren Stereo Total ihr neues Album. Ferner werden im Oktober "Herbststürme" entfacht in Erinnerung an die russische Revolution 1917 und den deutschen Herbst 1977 (u. a. mit Kurt Palm und einer Performance "Panzerkreuzer Potemkin meets RAF").
Sechs Kabarettabende - darunter "Adam Schaf hat Angst" von Georg Kreisler -, eine Musiktheaterproduktion, die "Vaginamonologe" als Theaterstück, die Preisträgerpräsentation des Wettbewerbs "Elektronikland" und das "basics Festival" zum Kernthema "Guerilla" sind weitere Schwerpunkte.
Das alles funktioniert bei stabiler, aber angesichts der gewachsenen Größe von Haus und Infrastruktur schwacher finanzieller Dotierung (800.000 Euro von Stadt, Land und Bund) und trotz weiterem Einnahmenentfall von jährlich bis zu 25.000 Euro. Grund: die nach wie vor nicht behobenen Bau-, vor allem Akustikmängel, die gleichzeitig Aufführungen und Proben nicht erlauben. An der Behebung des Schadens wird weiter gearbeitet.
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