
Tu' nur das, was du nicht lassen kannst ...
Gunkl gastierte am Samstag (13.10.) mit seinem Programm "Wir schwierig?" in der ARGEkultur und forderte zu philosophischen Höchstleistungen heraus.
Wann spricht man eigentlich von "wir"? "Ich" und "du" lässt sich leicht definieren. Aber "wir" bedeutet "ich" und "du" gemeinsam, wenn das Hirn es so denken will. Und "das Hirn will denken", obwohl der Mensch in seiner Schlauheit ja beschränkt ist.
Der Mensch ist faul, aber begabt oder auch umgekehrt. So hat er sich als fähiges Wesen die Logik erfunden, damit er den operativen "Abers" dieser Welt mit gegebenen Ist-Zuständen entgegentreten kann.
Doch, wenn da nicht diese "Was-warum-wie-Geschichten" wären, die wir uns konstruieren, um die Tragik des Lebens schön zu finden: die Verschiebung der Möglichkeiten bis hin zur Vollkommenheit, die so mancher Mensch erreicht. Wir liegen dann vor ihm und seiner Kunst ehrfurchtsvoll danieder. Denn unsere Existenz ist noch nicht Sinn genug, wir müssen dem Mensch-Sein Sinn geben und bleiben "ich", "du" und tot.
Alles klar?
Gunkls geistige Eskapaden wiedergegeben in sprachakrobatischen Tiraden entbehren jeder angemessenen Beschreibung. Man muss sie selbst nicht hören, sondern erfühlen und erdenken - verarbeiten und filtern in ihren ganzen Intensität und Gewaltigkeit. Gunkl ist nicht nur ein Sprachartist, er ist ein Sprachästhet mit starken Inhalten, virtuos verworren, scheinbar unendliche Kreise werfend und doch in sich schlüssig.
Nicht erst wenn unerfüllte Bubenträume zu philosophischen Grenzwerken führen, Schemel die Welt retten, politische Opfer freiwillig fremd konstruiert werden und Peer Gynt sich schon immer selbst genügt hat, sollte man Gunkl sehen, hören und staunen.
Gunkl ist ein Muss für alle denkenden Menschen und solche die es werden wollen.
© Yvonne Opferkuch, DrehPunktKultur
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