
Flotte Pointe, großes Geschäft
Das Trio "MotzArt" eröffnete mit neuem Programm die "MotzArt"-Woche.
So schnell gehen Christian Wallner die Anlässe zum Feiern nicht aus. Im Vorjahr feierte der Erfinder und Leiter der Salzburger "MotzArt"-Woche den 25. Geburtstag seines Kabarettfestivals. Zur Eröffnung der diesjährigen "MotzArt"-Ausgabe stellte sich der Kabarettist mit seiner gleichnamigen Truppe am Donnerstagabend selbst auf die Bühne. Der feierliche Anlass: Das 20. "MotzArt"-Kabarettprogramm. Und 2010 steht rechnerisch schon das nächste Fest an: Dann wird das "MotzArt"-Ensemble 30.
Im Foyer der ARGE gibt heuer erstmals eine Ausstellung zum "Kabarett in der Donaumonarchie" dem Festival einen Rahmen. Mit antiquiertem Humor ist das Jubiläumsprogramm "Quer Geist" aber nicht zu verwechseln. Klimawandel, Finanz-Heuschrecken, Opernball und andere aktuelle Anlässe nahmen sich Christian Wallner, Gerald Fratt (Klavier) und Gerhard Laber (Percussion) vor.
Einseitig geht es in Wallners pointierten Monologen dabei ebenso wenig zu. "Prolos" ("Seit der Kapitalismus das Proletariat abgeschafft hat, gibt es ja offenbar nur mehr Proleten") und Promis, Politiker und Politik-Verweigerer, Mülltrenner und Klimasünder ("Was haben denn die kommenden Generationen für mich getan?"), Sozialkritik und Kritik an der Kritik - in den Ausführungen des "MotzArt"-Chefs kommt alles dran. Wallners Wortwitz und die hohe Dichte an Doppelbödigkeiten erfordert genaues Zuhören. Zum Höhepunkt des Abends erklärte Christian Wallner anschaulich die verwickelten Prozesse bei der globalisierten Geldvermehrung, indem er ein gelbes Wollknäuel quer durchs Publikum spannte und den Zuschauern Rollen zuwies ("Hätten Sie Lust, die Karibik zu spielen?"). Die Moral der Geschichte: "Dass Globalisierung Sch ...ße ist, sagt man nicht", sagte Wallner. Die weiterführende Erklärung klang einleuchtend: "Deshalb sagt man den Kindern ja immer: Das heißt "großes Geschäft".
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