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Presse | Horst Reischenböck, DrehPunktKultur, 11.2.2007

Ende gut, alles mehr als gut

Jochen Malmsheimer triumphierte am Samstag (9. 2.) in der ARGEkultur zum Ausklang des 26. MotzArt Kabarett Festivals mit seinem Programm: "Ich bin kein Tag für eine Nacht".

Die Bandbreite an Kabarettisten im benachbarten Deutschland dünkt unerschöpflich. Es gibt immer noch Entdeckungen, die bislang an uns vorübergingen. Georg Schramm und Werner Koczwara haben ihn Christian Wallner ans Herz gelegt ? nun also war es soweit: Der seit 1992 auf Kabarettbühnen präsente Jochen Malmsheimer demonstrierte endlich auch in Salzburg, was er an geschliffenem Wortwitz und Pointen mit sich im Gepäck führt. Sein Tonfall war, ob der starken lokalen (Dortmunder) Färbung, zunächst ein wenig eingewöhnungsbedürftig. Etwa wenn er die "intellektuelle Idiotie" der auf nahezu allen Fernsehkanälen präsenten Talk- bzw. Kochshows zerlegt: "Haben Sie schon jemals ein Gericht aus dem Lautsprecher gerochen?" Man brauchte auch gar nicht an die angebrochene Fastenzeit zu denken, um sich entsprechend zu amüsieren: "Askese - ich habe mich schon immer gefragt, was eine Spielkarte mit einem Milchprodukt zu tun hat!" Er jedenfalls kreiere jetzt für das Radio die Sendung "Kochen mit Jochen". Lektion eins: die zum Umwerfen komische Erläuterung "Wie koche ich eine - wohlgemerkt eine - Kartoffel. Dann das mehr als halbstündige "Sezieren" körperlicher Funktionen an Hand eines - offenbar schon reichlich mit "Obergärigem" (sprich: Kölsch) abgefüllten - Jünglings in einer Disco. Gut, marginale Erinnerungen an Otto, Deutschlands "Blödler vom Dienst", wurden wach. Er hat einst Ähnliches, allerdings weit simpler formuliert. Bei Malmsheimer, mittels dreier Mikrofone und perfekt abgestimmter Lichtregie, ging?s um die Konfrontation mit einem Mädchen: Die Gedanken schon reichlich benebelt. Das Gehirn bemüht um Denkfähigkeit und die kaum noch funktionierende Koordination von Auge, Gaumen (samt pelzig geschwollener Zunge) und "rektaler Ausgelassenheit ..." Eingedenk Mutters Warnung, sich nicht gleich zu einem One-Night-Stand verführen zu lassen, kulminierten die Ereignisse in er grandiosen Sprechblase: "Ich bin kein Tag für eine Nacht." Das war tatsächlich so, wie?s in der Vorankündigung hieß: zum Tränenlachen. "Furor humoristicus" mit virtuos differenzierter Sprachgewalt über die Rampe gebracht. Nicht nur für den Rezensenten der absolute und krönende Abschluss der Motzartwoche.

© Horst Reischenböck, DrehPunktKultur

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