
Rock n'Roll mit Charme und Hut
Zwei finnische Brüder und ihr Sandkastenfreund - die Formation "22-Pistepirkko" - spielten sich am Freitag (4.4.) im "Roten Salon" der ARGEkultur durch ihre bewegte Bandgeschichte.
Eine Gitarre, ein Keyboard und etwas Gesang. So unspektakulär eröffneten die Finnen "22-Pistepirkko" (22 Marienkäfer zu Deutsch) ihr über zwei Stunden dauerndes Konzert in der ARGEkultur. Songs haben sie ja genug geschrieben, seit sie 1984 ihre erste Langspielplatte "Piano, Rumpa ja Kukka" veröffentlicht haben. Begann der Abend noch etwas verhalten, kündigte der verzerrte Gitarrensound von Gitarrist und Sänger P-K Keränen schon mit dem zweiten Song an: Es könnte bald lauter werden.
So laut, wie es wohl in den Anfangstagen im Proberaum in Utajärvi - einem kleinen Dorf in Finnland - war, wo die Drei begonnen haben, Musik zu machen. Schon bald nach der Gründung vermischten sie ihren, vom Punk beeinflussten Sound, mit Surfmusik, Country und Blues. Diese Mischung haben "22-Pistepirkko" bis heute beibehalten.
Und es wurde lauter. In der "Standard Rock-Trio Besetzung" (Gitarre/Gesang, Bass, Drums) rockten sich die Finnen durch die Nacht. Prägnante Gitarrenriffs vermischten sie mit psychodelisch anmutenden 70-er Jahre Sounds. Darüber die sonore Stimme von P-K Keränen. Wie ein Fels in der Brandung gab er, mit Hut und Gitarre, den coolen Frontmann.
Bei mittlerweile 13 veröffentlichten Platten fällt die Songauswahl vielleicht nicht leicht. Also warum nicht das Publikum fragen, was es hören will? Erfreulich, wenn dieses die Songs der Band auch kennt. Das Spiel "You ask, we play" konnte beginnen. Ein Zuschauer hat sich sofort "This time" gewünscht. 2001 schaffte es die Single bis auf Platz 6 der finnischen Charts. In den 90-er Jahren integrierten "22-Pistepirkko" elektronische Musik in ihren Stilmix.
Diese Einflüsse waren auch in der ARGE hören, wenn der Bassist zum Keyboard wechselte. Trotz moderner Technik ging es dann zurück in die Vergangenheit der 70-er Jahre-Hammond Orgel: In eine Zeit, aus der auch eine der drei Zugaben stammte: "Love hurts", von den schottischen Rockbarden "Nazareth", entfaltete gegen ein Uhr früh seinen eigenen Charme im Roten Salon.
Nach einer weiteren Zugabe redeten die drei Musiker - wie immer wieder im Verlaufe des Konzertes - kurz miteinander. Dann meinte der Bassist. "Ich glaube, dass war ein guter Song zum Aufhören." Sprach's und entschwand mit seinen Kollegen ins zufriedene Publikum.
© Johannes Thanhofer, DrehPunktKultur
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