
Marathon im Miniformat
Ein Abend, sieben Stücke: Das Kurztheaterfestival "MP30" in der ARGEkultur demonstrierte zum dritten Mal, wie viel Kunst pro Stunde man schaffen kann.
Salzburg (SN-pac). Gegen die Unsitte des Regenerations-Schläfchens während langer Theaterabende hat Marcus Hank schon vor drei Jahren ein probates Mittel erfunden. "MP30" hat der künstlerische Leiter der Salzburger ARGEkultur damals sein neues Theaterformat getauft. In Analogie zu der schlanken Musik-Speicherformel MP3 bedeutet das: viel Inhalt mit möglichst wenig Platzverbrauch.
Am Freitagabend fand Hanks Kurztheaterfestival "MP30" zum dritten Mal statt. Auch diesmal gab es nur nur eine Vorschrift: Kein Stück darf länger dauern als 30 Minuten. Sieben Produktionen mussten in insgesamt fünf Stunden Spielzeit passen. Die Idee eines Power-Nappings verhinderte da schon der Abwechslungsreichtum - und das Gebot, alle 30 Minuten zwischen Saal und Keller-Salon zu pendeln.
Experimentelle Etüden mit Skateboard-Kamera und Film-Software (Visual Art Proyektil), rustikales Puppentheater (Karin Schäfer), ironische Selbstversuche der "Rabtaldirndln", Machtkampf-Analysen des Theaters Bodi end Sole oder eine Außenseiter-Parabel des Theaters Transit: In je 30 Minuten fand auch heuer erstaunlich viel Platz. Dass bei so viel Komprimierung die Qualitäten unterschiedlich ausfallen, weiß jeder, der einen MP3-Player besitzt. Im Ganzen aber ist das Experiment gelungen. Dafür sorgte die Festival-Idee auch im dritten Jahr.
© Clemens Panagl, Salzburger Nachrichten
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