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Massengrab – 26.9.-1.10.2006 – Ausstellung ganztags geöffnet.

Ein Projekt von Tom Lavin und Günter Schwaiger über die "Verschwundenen" des Francismus.

ARGE theater Spanien 1936 - Europas Zukunft

Juli 1936. Die faschistischen Kräfte Spaniens, geleitet von General Francisco Franco, putschen gegen die demokratische Regierung der Spanischen Republik. Der Staatsstreich findet jedoch den unerwartet verbitterten Widerstand des Volkes und artet in einen langen und grausamen Bürgerkrieg aus.
Eine lange vorher geplante Vernichtungskampagne gegen die demokratischen Vertreter der Republik begleitet den militärischen Aufstand, an dem auch desertierende Sicherheitskräfte (speziell die Guardia Civil), die faschistische Partei der Falange und den Putsch unterstützende Zivilisten beteiligt sind.

Das System, das in den ländlichen Gebieten zur Ausrottung der linken Opposition angewandt wird, funktioniert folgendermaßen:
In jedem Dorf fertigen die Unterstützer des Putsches eine Liste mit Verdächtigen und Oppositionellen an. Diese Liste wird dann den Faschisten des Nachbardorfes ausgehändigt, die dann ihrerseits die denunzierten Personen festnehmen, um sie später in der Nähe des jeweiligen Dorfes zu ermorden und in Massengräbern zu verscharren.
Bis heute sind die Massengräber des Francismus ein Tabu geblieben, über das sich auch noch jetzt nur wenige zu reden trauen.
2006 jährt sich nun zum 70. Mal der Jahrestag des faschistischen Putsches und somit des Beginns des Spanischen Bürgerkrieges.

Nach dem Ende der Diktatur hat keine spanische Regierung die Existenz dieser außergerichtlichen Exekutionen anerkannt und trotz der Evidenz von hunderten, über das ganze Land verstreuten Massengräbern gibt es noch immer keine offizielle Zählung der „Verschwundenen“ (zynischer Euphemismus des Francismus für die Ermordeten).

Im Jahr 2000 wurde die ARMH (Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica) gegründet, mit dem Ziel die größtmögliche Anzahl von Massengräbern zu lokalisieren, die Körper zu exhumieren und sie in Friedhöfen zu begraben. Dadurch will man sie dem Vergessen entreissen und ihr würdiges Andenken der spanischen Gesellschaft zurückerstatten.

Bis jetzt wurden über 70 Massengräber geöffnet und 571 Körper exhumiert. Den Schätzungen nach wird mit einer Zahl zwischen 30 – 50 Tausend „Verschwundenen“ gerechnet.
Vor zwei Jahren wurde ein Massengrab mit sechs Körpern in dem kleinen Dorf Santa Cruz de la Salceda, in der Provinz Burgos, geöffnet. Die Exhumierung wurde von Günter Schwaiger und Hermann Peseckas in dem Film „Der Mord von Santa Cruz“ dokumentiert. Der Film spiegelt, ausgehend von der Exhumierung, den Unterdrückungsmechanismus des faschistischen Terrors im Mikrokosmos eines kleinen Dorfes wider. demokratische Regierung der Spanischen Republik. Der Staatsstreich findet jedoch den unerwartet verbitterten Widerstand des Volkes und artet in einen langen und grausamen Bürgerkrieg aus.
Eine lange vorher geplante Vernichtungskampagne gegen die demokratischen Vertreter der Republik begleitet den militärischen Aufstand, an dem auch desertierende Sicherheitskräfte (speziell die Guardia Civil), die faschistische Partei der Falange und den Putsch unterstützende Zivilisten beteiligt sind.

Das System, das in den ländlichen Gebieten zur Ausrottung der linken Opposition angewandt wird, funktioniert folgendermaßen:
In jedem Dorf fertigen die Unterstützer des Putsches eine Liste mit Verdächtigen und Oppositionellen an. Diese Liste wird dann den Faschisten des Nachbardorfes ausgehändigt, die dann ihrerseits die denunzierten Personen festnehmen, um sie später in der Nähe des jeweiligen Dorfes zu ermorden und in Massengräbern zu verscharren.
Bis heute sind die Massengräber des Francismus ein Tabu geblieben, über das sich auch noch jetzt nur wenige zu reden trauen.
2006 jährt sich nun zum 70. Mal der Jahrestag des faschistischen Putsches und somit des Beginns des Spanischen Bürgerkrieges.

Nach dem Ende der Diktatur hat keine spanische Regierung die Existenz dieser außergerichtlichen Exekutionen anerkannt und trotz der Evidenz von hunderten, über das ganze Land verstreuten Massengräbern gibt es noch immer keine offizielle Zählung der „Verschwundenen“ (zynischer Euphemismus des Francismus für die Ermordeten).

Im Jahr 2000 wurde die ARMH (Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica) gegründet, mit dem Ziel die größtmögliche Anzahl von Massengräbern zu lokalisieren, die Körper zu exhumieren und sie in Friedhöfen zu begraben. Dadurch will man sie dem Vergessen entreissen und ihr würdiges Andenken der spanischen Gesellschaft zurückerstatten.

Bis jetzt wurden über 70 Massengräber geöffnet und 571 Körper exhumiert. Den Schätzungen nach wird mit einer Zahl zwischen 30 – 50 Tausend „Verschwundenen“ gerechnet.
Vor zwei Jahren wurde ein Massengrab mit sechs Körpern in dem kleinen Dorf Santa Cruz de la Salceda, in der Provinz Burgos, geöffnet. Die Exhumierung wurde von Günter Schwaiger und Hermann Peseckas in dem Film „Der Mord von Santa Cruz“ dokumentiert. Der Film spiegelt, ausgehend von der Exhumierung, den Unterdrückungsmechanismus des faschistischen Terrors im Mikrokosmos eines kleinen Dorfes wider.

Die Ausstellung
Die Videoinstallation MASSENGRAB zeichnet die Silhouette Spaniens, aufgefüllt mit Erde, die aus einem spanischen Massengrab geborgen wurde. Um zu den einzelnen Elementen der Ausstellung zu gelangen ist es unumgänglich diesen spanischen Boden zu betreten.
Flankiert wird die Ausstellung vom Film „DER MORD VON SANTA CRUZ“, eine Dokumentation von Günter Schwaiger und Hermann Peseckas über die Exhumierung im kleinen Dorf Santa Cruz de la Salceda. Der Film spiegelt, ausgehend von der Exhumierung, den Unterdrückungsmechanismus des faschistischen Terrors im Mikrokosmos eines kleinen Dorfes wider.
Texte informieren über historische Zusammenhänge, eine Liste dokumentiert die bisher exhumierten Massengräber. Einspielungen des Bergens der Erde aus dem Massengrab von Santa Cruz, Fotos von über 400 Verschwundenen vermengen sich mit der Live-Aufnahme des Publikums, das die Landkarte Spaniens mit seinen Schritten verwischt. Durch das Überqueren der Landkarte und das Verwischen der Spuren durch die Schritte der BesucherInnen wird auf metaphorische Weise das Verschwinden des Geschichtsbewusstseins wiederholt.
Die Ausstellung MASSENGRAB wird nun nach einer Zwischenstation in Mexico einmalig in Österreich zu sehen sein.

Tom Lavin
Tomás Ruiz-Rivas (Madrid, 1962). Direktor und Gründer des OJO ATÓMICO. Unabhängiger Kurator. Er hat sich in seiner Arbeit in Spanien und México auf alternative Modelle der Verbreitung der Zeitgenössischen Kunst spezialisiert. Koordinador der PANADERÍA in México D.F. 1998.
Das Heteronym Tom Lavin entstand bei der Wiedereröffnung des Ojo Atómico 2003 mit dem Ziel eine multidisziplinäre Arbeit durch verschiedene Persönlichkeiten zu entwickeln. Das Werk Tom Lavins beschäftigt sich mit zwei Themen, die mit denen des Antimuseums konvergieren:
Die Spanische Identität und die die informelle oder nicht geregelten Systeme der Organisation (Straßenhandel, selfconstruction etc.)

Günter Schwaiger
Neumarkt-Salzburg, 1965; lebt und arbeitet in Madrid.
Regisseur einer Anzahl von international premierten Kurz und Dokumentarfilmen. Beschäftigt sich auch mit Oper und Theater.
Er zentriert seine Arbeit auf das Thema der Inkommunikation und Einsamkeit in einer erkalteten Gesellschaft.