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Presse • 05.05.2009 • Clemens Panagl, Salzburger Nachrichten

Aus für Salzburger Jazzwoche

Die Schüler kamen aus aller Welt. Die Lehrer waren Stars mit klingenden Namen in der internationalen Jazz-Szene: Mark Feldman, Jim Black, Wolfgang Muthspiel und Peter Herbert zählten zum Lehrerkollegium der Salzburger Workshop- und Festivalwoche JIMS.

Auf der Internetseite www.jims.at ist der Juli-Termin für die diesjährige, 13. Ausgabe in der ARGEkultur noch angegeben. Stattfinden werden heuer aber weder Workshop noch das Festival mit Konzerten von Dozenten und Gästen. Für die Planung fehlte Veranstalter Sven Wolf (Verein Jazzbase) ein Drittel des 60.000 Euro umfassenden Budgets.

Zum Teil sei das Budgetloch auf die Folgen der Wirtschaftskrise zurückzuführen, sagt der Organisator im SN-Gespräch: Ein Großteil der Sponsorengelder sei heuer ausgeblieben. Bis zum Stichtag 31. März 2009 habe es heuer zudem zu wenige Anmeldungen gegeben. "Interessenten verhalten sich derzeit sehr abwartend."

Zugleich seien die Subventionen (Stadt Salzburg: 5000 Euro, Land: 4500) so niedrig, dass "es keine Chance gibt, das Projekt auch in Jahren zu veranstalten, in denen keine volle Auslastung garantiert ist".

Die ARGEkultur als JIMS-Zentrale und der Jazzit:Musik:Club als Konzertort leisten zwar ebenfalls Beiträge zum Budget - für Verluste haften jedoch seit einer organisatorischen Umstellung Veranstalter Wolf und der Verein Jazzbase. "Das Risiko, sich privat zu verschulden, ist nicht mehr tragbar", sagt Wolf zur Entscheidung, JIMS abzusagen. Die Dozenten, die teils aus den USA kommen, hätten mit Verständnis auf die Absage reagiert: "Sie sehen ja gerade in Amerika derzeit, wie viele Festivals, Tourneen und Workshops unter dem Eindruck der Krise ausfallen."

Wolf, der die Organisation des JIMS vor drei Jahren von Gründer Robert Kainar übernommen hat, legt seine Aufgabe ganz zurück. Derzeit gebe es aber Gespräche, ob die Jazzwoche 2010 mit einem neuen Trägerverein stattfinden könne. Gespräche mit Stadt und Land über eine Erhöhung der Förderungen hätten indes noch nichts ergeben. "Es ist bedauerlich, dass das JIMS nach mehr als zehn Jahren noch immer keine gebührende öffentliche Anerkennung erfahren hat", sagt Markus Grüner, Leiter der ARGEkultur. "Mittelfristige Förderzusagen wären ein wichtiges Thema."