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Foto (c) Lukas Beck
ARGE konzert

Ernst Molden | Willi Resetarits | Walther Soyka | Hannes Wirth

Mit ihrer brandneuen Platte „yeah“

„Yeah“ ist ein guter Titel für dieses Album. Er schlägt weite Bögen. „Yeah“, da wissen die Cowboys in Nashville, was es geschlagen hat, und immerhin haben sie ja das eine oder andere zu diesen zwölf Songs beigesteuert: ein Schluchzen der Gitarre hier, ein Juchzen der Quetschen da, ein cowboymäßiges Vibrieren der Stimmen, wenn es notwendig ist.
„Yeah“, das verstehen aber auch die Herrschaften aus New Orleans, denen manch ein Zydeco-Einfall oder eine Cajun-Figur bekannt vorkommen mag. Natürlich kein Zufall, sondern sorgfältige Pflege musikalischen Erbguts.

Das Quartett Molden Resetarits Soyka Wirth hat ja schon so etwas wie eine Geschichte, und diese Geschichte hängt u. a. damit zusammen, wie an den Verkehrsknotenpunkten der musikalischen Welt musiziert wird. In Nashville zum Beispiel, in New Orleans. Und natürlich in Wien Mitte (und an der Oberen Alten Donau).

Nach „ohne di“ (2009) und „ho rugg“ (2014) veröffentlichen Ernst Molden, Willi Resetarits, Walther Soyka und Hannes Wirth „yeah“.
Vor fünf Jahren schrieb das Profil über die erste Zusammenarbeit von Molden und Resetarits: ohne di ist nicht altmodisch und nicht modern. Es lehnt sich weder an die klassischen Sounds alter Blues- oder Soulgrößen an, kokettiert höchstens mit dem Wienerlied, traut sich Eigenständigkeit und Originalität zu. Prognose: ‚ohne di‘ hat kein zu erwartendes Ablaufdatum. Es tritt als Klassiker in seine Zeit. (Christian Seiler)
Hunderte Konzerte danach, tausende lachende und weinende Augen sowie etliche neue Lieder später stellt sich heraus: Stimmt. Auf „ohne di“ folgte „ho rugg“: „Entspannte Abgeklärtheit, vulgärer Witz und dunkle Poesie“, schrieb Philip Dulle im Profil.

Im April 2017 erscheint nun das neue Album „yeah“, aufgenommen „direct to tape“ in Triest von Thomas Pronai, produziert von Kalle Laar. Psychedelisch irrlichternd, süffig und schwer, selbst in den ruhigsten Momenten aufwühlend. Tom Waits, Robert Wyatt, Pink Floyd und The Beatles hätten ihre Freude dran.