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ARGEkultur • 08.09.2017 • Cornelia Anhaus, ARGEkultur

OPEN CALL digital spring festival 2018

Transhumanism - updates are available

12.-18. März 2018 • digitalspring.at

Digital Spring ist ein biennales Medienkunstfestival, das von ARGEkultur, subnet, Salzburger Kunstverein, Center for Human-Computer Interaction (HCI) der Universität Salzburg und weiteren PartnerInnen in Salzburg im März 2018 veranstaltet wird. Inhaltlich wird sich die nächste Festival-Ausgabe mit dem Thema „Transhumanismus“ auseinandersetzen.

Logo Digital Spring

Bis zum Jahr 2045 soll der Mensch seine biologischen Grenzen überwunden haben – das prophezeit der Futurologe und Google-Chefentwickler Ray Kurzweil, ein Vordenker der sogenannten Transhumanismus-Bewegung. Der Transhumanismus untersucht die Möglichkeiten, biologische Grenzen durch Technologie zu überwinden durch die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Maschine. In einer posthumanen Zukunft soll der heutige Mensch, mit all seinen biologischen Gebrechen und Fehleranfälligkeiten, überwunden werden. Höchstes Ziel ist es, die Einheit von Körper und Geist ganz aufzulösen. (Radikale) TranshumanistInnen hoffen, dass es uns künftig gelingt, unser Wissen, unsere Fähigkeiten und unsere Persönlichkeit zu digitalisieren. Dieses digitale Ich könnten wir dann in beliebige virtuelle Körper und virtuelle Welten hochladen und könnten somit, nicht mehr auf unsere sterbliche Hülle angewiesen, ewig leben.

Das Potenzial zur Befreiung von gegenwärtigen Beschränkungen der Menschen sehen TranshumanistInnen in der Verbindung verschiedener Forschungsfelder - Medizin, Genetik, Biochemie, Nanotechnologie und Informatik, die es uns ermöglichen sollen, den Menschen oder einzelne seiner Teile künstlich nachzubilden. Das EU-finanzierte Human Brain Project will beispielsweise einzelne Abschnitte von menschlichen Gehirnen gegen künstliche Gehirnteile, gegen Computerchips, austauschen und damit Krankheiten wie Parkinson besiegen. Viele TranshumanistInnen wollen noch früher ansetzen und Krankheiten erst gar nicht entstehen lassen, in dem sie den Genpool der künftigen Kinder modifizieren. Die SingularistInnen wiederum setzen auf künstliche Intelligenz und den ihrer Meinung nach nicht so fernen Day of Singularity, den Moment, an dem Maschinen intelligenter sind als Menschen.

Schöne neue digitale Welt?

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven und wer hat Zugang zu diesen Technologien? Werden wir Cyborgs in einer postmodernen, postpatriarchalen, postkapitalistischen und postgender Gesellschaft leben, wie sie Donna Haraway in ihrem Cyborg Manifesto in Aussicht stellt? Kann es damit tatsächlich zu egalitärer Verteilung von Bildung und der Minderung von physischem wie psychischem Leid kommen?

Oder werden wir dadurch anfällig für Cyber- und Virenattacken, die nicht nur unsere persönlichen Daten sondern sogar unsere Gedanken abgreifen können oder unsere Körper hacken, um z. B. unsere Herzschrittmacher außer Kraft zu setzen?

Welche Auswirkungen sind auf gesellschaftliche Organisationsformen denkbar? Besteht die Gefahr neue kapitalistische Klassensysteme zu schaffen und die Gesellschaft zu teilen in jene, die sich die Updates leisten können und die anderen, die das nicht können? Werden rassistische und sexistische Gegenwartstendenzen und der Eugenik-Wahnsinn der Vergangenheit direkt in die Zukunft transformiert in die „Schöne neue Welt“ der TranshumanistInnen, in der es nur mehr weiße, gesunde, attraktive und intelligente Heteros gibt? Welche Folgen hat die Technisierung des Menschen für die Industrie, aber auch das Militär und die Kriegsführung von morgen?

Und ist die Entwicklung von vollständig künstlicher Intelligenz tatsächlich das Ende der menschlichen Spezies, wie Stephen Hawking, Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk oder Apple-Mitgründer Steve Wozniak warnend mahnen?

WE WANT YOU!

Gesucht werden nicht-kommerzielle Medienkunst-Projekte, die sich inhaltlich mit den Chancen wie Risiken, die der Transhumanismus für die Gesellschaft birgt, beschäftigen und diese künstlerisch innovativ ausloten.

Die eingereichten Arbeiten können sowohl für die teilnehmenden (Kultur-)Institutionen (ein oder mehrere Orte) als auch den öffentlichen oder/und virtuellen Raum konzipiert sein, sollen jedoch nicht schon woanders präsentiert worden sein. Je nach Umfang und Art des Projekts werden Förderungen zwischen mindestens 300 bis maximal 3.000 Euro gewährt sowie Räumlichkeiten, (technische) Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen dieser Ausschreibung können auch Bewerbungen für ein Arbeitsstipendium des Landes Salzburg für Medienkunst in Höhe von 5.000 Euro eingereicht werden. Dieses wird erstmals vom Land Salzburg im Rahmen des kommenden digital spring festivals vergeben; Voraussetzung: einreichen können KünstlerInnen, die einen biographischen Bezug zu Salzburg haben (Geburtsort, Hauptwohnsitz, laufende künstlerische Tätigkeit, Arbeitsschwerpunkt im Land Salzburg). Dieser ist explizit darzulegen (Nachweis).

Einreichfrist

01.11.2017

An

Cornelia Anhaus (Festivalleitung), office@digitalspring.at

Unterlagen

Synopsis (max. 500 Wörter), detaillierte Projektbeschreibung inkl. Technical Rider, Budgetplan, CV der beteiligten KünstlerInnen.

Zusätzlich erforderliche Unterlagen für das Arbeitsstipendium des Landes: Nachweis über den Salzburg-Bezug.

Die gesamte Einreichung sollte die Maximalgröße von 10MB nicht überschreiten!

Produktionszeit

Dezember 2017 - März 2018

Festival/Präsentation

12.-18.03.2018

Rückfragen

Cornelia Anhaus (Festivalleitung), office@digitalspring.at

Transhumanism - updates are available

12.-18. March 2018 • digitalspring.at

Digital Spring is a biennial media art festival, which is organized by ARGEkultur, subnet, Salzburger Kunstverein, Center for Human-Computer Interaction (HCI) at the University of Salzburg and other partners. The next festival will be held in March 2018 in Salzburg and deals with Transhumanism.

Logo Digital Spring

By 2045, humans will have transcended their biological limitations, predicts futurist and chief developer at Google Ray Kurzweil, a visionary of the so-called transhumanist movement. Transhumanism examines the possibilities of transcending biological limits with the help of technology by increasingly merging humans with machines. In a posthuman future, today's humans with all their biological weaknesses and susceptibility to error ought to be transcended. The ultimate goal is to separate the unity between body and soul completely. (Radical) transhumanists hope to one day be able to digitalize our knowledge, our abilities and our personality. This digital Me could be uploaded into any virtual body and virtual worlds. By doing so, we would no longer be dependent on our mortal shells and thus could live forever.

Transhumanists see the potential for the liberation from current human limitations in connection to a variety of research fields – medicine, genetics, biochemistry, nanotechnology and information technology, which should allow us to artificially recreate a human or some of his parts. For instance, the Human Brain Project funded by the EU wants to replace individual parts of the human brain with artificial brain parts – computer chips – in order to defeat diseases such as Parkinson's. Many transhumanists want to start even earlier: by modifying the genetic pool of future children, they want to prevent diseases from breaking out in the first place. The singularists, however, are counting on artificial intelligence and the, in their opinion not so distant, Day of Singularity, the moment in which machines have become more intelligent than humans.

Brave new digital world?

What are the consequences of these developments and prospects and who has access to these technologies? Will we become cyborgs in a postmodern, post patriarchal, post capitalist and post gender society, such as the one Donna Haraway portrays in Cyborg Manifesto? Could this possibly achieve the egalitarian distribution of education and the mitigation of physical as well as psychological suffering? Or will we only become vulnerable to cyber-attacks and viruses, which can steal not only our personal data but also our thoughts, or hack our bodies, for instance to disable our pacemakers?

What ramifications could ensue for forms of social organization? Is there a risk of creating new capitalist class systems, which separate society by those who can afford to upload and those who cannot? Will this transport current racist and sexist tendencies and the eugenics horrors of the past directly into the future, into the “brave new world” of transhumanists, one in which there only exist white, healthy, attractive and intelligent heterosexuals? What consequences does the technological modification of the human body have for the industry, the military and future methods of warfare? And is the development of complete artificial intelligence really the end of the human species, like Stephen Hawking, head of Tesla and SpaceX Elon Musk or Apple co-founder Steve Wozniak warn us?

WE WANT YOU!

We are looking for non-commercial, artistically innovative media art projects, which deal with the chances as well as risks of transhumanism for society.

The submitted work can be designed for the participating (cultural) institutions (one or multiple places) as well as for the public or/and virtual space; however, they must not have been presented somewhere else previously.

Depending on the scope and nature of the project, funding ranging from a minimum of 300 to a maximum of 3,000 Euros as well as work space, (technological) infrastructure and PR will be provided.

As part of this call, applications for an art scholarship for media art, which is awarded by the province of Salzburg in the amount of 5,000 Euros, can be handed in. This grant will be awarded for the first time by the province of Salzburg as part of the upcoming digital spring festival; preconditions: projects can be submitted by artists who have a biographical connection to Salzburg (place of birth, main place of residence, ongoing artistic activity, work focus in the province of Salzburg). This has to be explicitly disclosed (proof).

Submission deadline

November 1st, 2017

Send to

Cornelia Anhaus (festival director), office@digitalspring.at

Supporting documents

Synopsis (max. 500 words), detailed description of the project including the technical rider, budget plan, CV of the contributing artists.

Additional necessary documents for the art scholarship by the province of Salzburg: proof of the connection to Salzburg.

The entire application must not be bigger than 10MB!

Time of production

December 2017 – March 2018

Festival/Presentation

12 - 18 March, 2018

Inquiries

Cornelia Anhaus (festival director), office@digitalspring.at

© Cornelia Anhaus, ARGEkultur