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Vierkanttretlager "Die Natur greift an"

Festival-Premierenparty mit der Wachablöse des deutschen Indierock. Support: Kollektiv Tanzbar, DJ-Set. Kombiticket mit "Karte und Gebiet" erhältlich.

ARGE open mind festival "überLeben"

Noch nicht mal zwanzig und schon fast altersweise – Vierkanttretlager hoffen und verzweifeln auf ihrem Debütalbum „Die Natur greift an“. Irgendwo zwischen Element of Crime und Turbostaat trifft reifes Textwerk auf nordisch-ungestüme Gitarren, der abgeklärte Greis auf den jungen Wilden.

Die Naturgewalt, die Vierkanttretlager so eindringlich beschreiben, ist die Zeit. „Die Natur greift an“ beschreibt in all seinem Pathos am Ende nur die schlichte Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit. Eine Erkenntnis, die typischerweise mit dem Abschluss eines Lebensabschnitts einhergeht. Bei Vierkanttretlager war das so. Mit nicht mal zwanzig Jahren haben sie in ihrer Heimatstadt Husum all ihre Pflichten erfüllt.

Das Festival wird auch heuer wieder vom Open Mind Magazin (PDF) begleitet, das nicht nur die Programmpunkte ausführlich vorstellt, sondern weiterführende Aspekte durch die Beiträge von GastautorInnen wie Klaus Nüchtern oder Reinhard Haller thematisiert. Zudem wird ein Festivalblog dem Publikum die Möglichkeit bieten, Inhalte zu vertiefen, zu kommentieren und zu diskutieren.

Sie sind also frei, alles zu tun, und doch befangen von ihrem Umfeld. Zu hadern gibt es viel, Vierkanttretlager fangen bei sich selbst an. Sie zücken keinen Zeigefinger, der nicht auch auf sie selbst zeigt, und sind damit Kläger und Angeklagte zugleich. Kernstück dieses Wechselspiels aus Entwicklung und Stagnation, der Menschwerdung und der angedeuteten Flucht ist die namensgebende „Die Natur greift an“-Trilogie am Ende des Albums. Sie beginnen mit winzigen Befreiungsschlägen, auf die immer größere folgen, „Um Schönheit zu sehen“. In „Keine Menschen mehr“ erkennt der plötzlich so freie und scheinbar selbstbestimmte Mensch neben der Unüberwindbarkeit seiner Dogmen und dem damit verbundenen Schmerz auch eine große Notwendigkeit. Um welchen Preis gilt es also frei zu sein? Aus der Gewalt dieses inneren Kampfes wird man nun in die anfängliche Stille eines Sprechstücks entlassen. Eindringlich erzählt die personifizierte Menschheit, ein unüberschaubares Wir, von der Entstehung neuen Lebens. Den neuen Menschen in den Armen wiegend birgt „Gib deinem Leben keinen Sinn“ den Leitfaden durch die für ihn noch unerschlossene Welt und gibt diesem traurigen Satz einen doch hoffnungsvollen Kontext. Nur ohne Zwang lockt der Gewinn.

Deutlich ist eines: Es soll nichts verändert werden, und das kann es auch gar nicht. Vierkanttretlager möchten die Stimme keiner Bewegung sein, Vierkanttretlager sind die Stimme des Stillstands, und der ist grausam und heilsam zugleich.

Pressestimmen

„… die vier smarten Post-Abitur-Boys gestalten aus ihrem eigenwilligen Indierock unverschämte umarmende Hits.“
Intro

„Auf das Debüt-Album von Vierkanttretlager warten wir schon seit Monaten. Wir sind uns ganz sicher: Die werden mal so groß wie Tocotronic.“
U-Mag

Kollektiv Tanzbar

Support: Kollektiv Tanzbar

Der Name des Kollektivs ist freudige Verpflichtung: quer durch alle Musikstile werden einander die Bälle zugespielt – Hauptsache tanzbar jenseits aller Genres! Unerschrocken schlagen Madame Mü, Lady „sachlich richtig“, La Luna und Zastrow einen Bogen durch die letzten Jahrzehnte der Musikgeschichte bis zu aktuellen Hits: von Indie-Pop zu Balkan Crossover, von Funk zu Elektropop. Ein würdiges DJ-Kleeblatt zur Eröffnung des Open Mind Festivals 2012.

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