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Nico Semsrott

„Freude ist nur ein Mangel an Information“ – Senkrechtstarter-Preis des Bayerischen Kabarettpreises 2014 – Salzburgpremiere

ARGE kabarett 32. MotzArt Kabarett Festival
Nico Semsrott am 07.02.2014 um 20:00 Uhr
Foto (c) Fabian Stürtz

Nico Semsrott ist einer der erfolgreichsten Slam-Poeten und Kabarett-Neueinsteiger der vergangenen Jahre. In seinem ersten Soloprogramm macht er das, was er am Besten kann: Als bitterböse Gesellschaftskritik getarnte Leistungsverweigerung. Dafür wird er mit Preisen überhäuft: dem NDR Comedy Contest, dem Karl-Marx-Poesie-Preis, dem Stuttgarter Besen (Publikumspreis), dem Senkrechtstarter-Preis des Bayerischen Kabarettpreises 2014 und mehr als 100 Poetry Slam-Siegen.

Warum er immer über Depressionen redet? Weil man sich an dem Thema so gut aufhängen kann. Woher er kommt? Aus Versehen. Wie man ihn findet? Wenn man bei Youtube „scheitern“ eingibt, ist er der erste Treffer.

In seinem ersten Soloprogramm „Freude ist nur ein Mangel an Information“ stellt sich Nico Semsrott gleich der wichtigsten Frage überhaupt: Was ist Freude? Was ist das Leben? Worum geht es im Leben? Ist das Leben nur ein Investitionszeitraum? Ein Bad im Quallenschwarm? Eine nicht enden wollende Castingshow? Oder ist das Leben doch nur eine Krankheit, die per Sex übertragen wird und in jedem Fall tödlich endet?

Und: Gibt es überhaupt noch Gründe sich zu freuen?
Auf jeden Fall ist das Dasein schlimm. Sehr schlimm.

Kleinkunstpreisverdächtig
Hamburger Abendblatt

Depression ist die Zukunft. Nico Semsrott ist somit ein Trendsetter, denn er ist sehr schlecht drauf. Warum, das weiß er selbst nicht so genau. Sonst wäre er ja nicht depressiv. Auf jeden Fall ist die Welt schuld. Das schlechte Bildungssystem. Der Druck. Der Wettbewerb. Angst. Entfremdung. Religion. Angela Merkel. Und er selbst.
Kein Wunder, dass er sich da verzettelt. Und zwar sprichwörtlich. Seine traurigen Kurzreferate liest er von Zetteln ab. Fürs Auswendiglernen fehlt ihm einfach die Motivation. Dafür ist das Programm voller Überraschungen. Und manchmal wundert man sich, wie viele konstruktive Ideen auch ein Ohnmächtiger noch haben kann. Kritisch, absurd, und – zum Heulen komisch (Umag).

Der Senkrechtstarter-Preis des Bayerischen Kabarettpreises 2014 geht an Nico Semsrott

Mit gesenktem Blick, die schwarze Kapuze tief ins Gesicht gezogen, seziert der gebürtige Hamburger in seinem ersten Solo-Programm eine verlorene, hoffnungslose Welt, die er komplett in Frage stellt – während das Publikum vor Lachen tobt. Doch merke: Freude ist nur ein Mangel an Information. (…) Seine scheinbar emotionslosen Analysen und Wortspiele sind prägnant und bitterböse. (…) Pessimismus als Weg zum Erfolg? Ein klares Ja!
Aus der Begründung der Jury
Sprachlich brilliant.
Neue Zürcher Zeitung
Semsrott played in a league of his own.
Vienna Review
Unglaublich schlecht drauf. Und dabei unglaublich witzig.
Tagesanzeiger
Sein Auftritt ist mutig, weil das Thema Depression im Kabarett eigentlich keinen Platz hat. Was Nico Semsrott hier betreibt, ist Satire. Er verstört lieber, statt belanglose Witze zu erzählen. Seine traurigen 'Improvisationen' liest er trocken von Zetteln ab. In einer Powerpoint-Präsentation ordnet er den Inhalt seines Programms graphisch in die Kategorien lustig, traurig oder rein informativ. Das ist revolutionär. So unterschiedlich kann Humor sein.
Lippische Landeszeitung

Nico Semsrott

Mensch, Journalist, Poetry Slammer, Kabarettist, Schriftsteller und Referent. Er schmückt sich aber auch mit allen anderen Berufsbezeichnungen, die nicht geschützt sind.
Mit über 100 Poetry-Slam-Siegen auf Bühnen in Deutschland, der Schweiz, Österreich sowie Liechtenstein und zahlreichen TV-Auftritten ist Nico Semsrott einer der erfolgreichsten deutschen Poetry Slammer der vergangenen Jahre und bringt mit seiner einzigartigen Performance ganze Säle zum Toben. Im Jahr 2009 konnte er den ersten NDR Comedy Contest für sich entscheiden, 2010 den Karl-Marx-Poesie-Preis, 2011 gewann er den Stuttgarter Besen, das Kleine Scharfrichterbeil und den NDR Comedy Contest Jahressieg. 2012 folgte dann die Freiburger Leiter.
Neben seinen Poetry-Slam-Auftritten hat er sich im NDR-Fernsehen bei extra3 sowie der Intensivstation einen Namen gemacht.
Die von ihm entwickelte, moderne Kabarettform der „Standup Tragedy" ist in der deutschsprachigen Kleinkunstwelt einzigartig: Um beim Publikum Begeisterungsstürme auszulösen, braucht Nico Semsrott nicht mehr als einen Zettel, einen schwarzen Kapuzenpullover – und viel schlechte Laune.
Sein abendfüllendes Soloprogramm „Freude ist nur ein Mangel an Information" hatte am 14. Juni 2012 im Hamburger Polittbüro Premiere.

Ein Olympiastadion wird Nico Semsrott niemals füllen – dafür ist er zu gut.
Prinz Hamburg

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