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cieLaroque/helene weinzierl: "num_bers – a trilogy"

Zwei Solos und ein Duo mit den PerformerInnen Deborah Hazler, Matan Levkowich, Viviana Escalé und Juan Dante Murillo Bobadilla. Premiere.

ARGE tanz Koveranstaltung mit Verein tanz_house
cieLaroque/helene weinzierl: "num_bers – a trilogy" am 17.10.2013 um 20:30 Uhr
Collage (c) Peter Huber

30 1 30 1 IS IT ME

Wir sehen eine Künstlerin und gleichzeitig ihre Kunstfigur. Wir unterscheiden zwischen beiden Facetten kaum. Aber wie steht die Künstlerin zu der von ihr erschaffenen Kreatur, wie ambivalent stellt sich für beide das Verhältnis dar? Wenn sie sich liebt oder hasst, wen hasst oder liebt sie? Welche Anteile sind dann noch real und wie oft stellt sie sich die Frage: Wer bin ich? Bin das ich?
Wir alle werden ständig kategorisiert, mit Codes, Mitgliedschaftsnummern und Zahlenkombinationen beziffert. Ein Strichcode allein, sagt er genug über uns Menschen aus? Setzen wir uns nicht alle wie ein Buch aus einer Vielzahl an Kapiteln, Seiten, Zahlen und Buchstaben zusammen?

  • Performerin Deborah Hazler
  • Choreografie Helene Weinzierl & Yuri Korec
  • Eine Koproduktion mit dem Festspielhaus St. Pölten

Z E R O

Null und eins sind heute die unumstrittenen Herrscherinnen im Zahlenreich. Welch ein Aufstieg, was für eine Performance, bedenkt man, dass die Null gerade einmal vor gut 400 Jahren ihre ersten Schritte tat. Und was ist eine Billion? Es ist en vogue, mit großen Zahlen um sich zu werfen. Zahlen haben die Führung übernommen, dafür ist der Sinn für Dimensionen, Verhältnismäßigkeiten verloren gegangen, die fortschreitende Unterwerfung, wenn nicht Versklavung vor der Zahlenflut und die damit einhergehende Verdinglichung und Entfremdung. Oder haben Zahlen eine Seele?

  • Choreografie Yuri Korec & Helene Weinzierl
  • In Kooperation mit dem Performer Matan Levkowich

Mr Some Body

PIN, TAN, IBAN, Geburtstag, Sozialversicherungsnummer, Kreditkartennummer, Telefon- und Passnummer, dreistelliger Sicherheitscode, Flugbuchungsnummer, Late-Night-Check-in-Code, Passwort, Sicherheitsfrage, Sichern, Absichern, Versichern, alles im Griff haben. Wo aber ist der Wert all dieser bedeutungsvollen Codes, Sicherungssysteme und Zahlenhaufen, wenn das Fundament weggebrochen ist, wenn das Erinnern fehlt, wenn all die Kombinationen verloren gegangen sind, die dahinter verborgenen Informationen nicht mehr abrufbar sind, wenn nicht nur unser Körper dem Verfall ausgesetzt ist, sondern die Anhänge verloren gegangen sind, weil uns der Schlüssel fehlt, sie zu öffnen. Für die an Demenz erkrankten sind Zahlen im besten Fall ebenso schöne Figuren wie Mickey Mouse oder Tick, Trick und Track.

  • Choreografie/PerformerInnen Viviana Escalé, Juan Dante Murillo Bobadilla
  • Coaching Helene Weinzierl

Biografien

Helene Weinzierl

Tanzausbildung u. a. in Paris, München und Wien. Nach mehr als 10jähriger Tätigkeit als Tänzerin gründete sie 1995 die Kompanie cieLaroque, mit der sie weltweit ihre Stücke zeigt und zahlreiche internationale Preise erhielt.
2010 wurde sie mit dem Förderpreis für Kunst und Kultur der Stadt Salzburg ausgezeichnet, 2013 die Produktion "democrazy" vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst prämiert. In den letzten Jahren prägten spartenübergreifende Stücke und der Einsatz von Video ihre Arbeit.
www.cielaroque.at

Yuri Korec

schloss 2002 die Academy of Music and Dance an The Comenius University in Bratislava (Slovakia) mit dem Master Degree ab. Er arbeitete bei vielen Ensembles u. a. Ventura Dance Company, Retina Dance Company, Jean Abreu Company and Stephanie Thiersch/Mouvoir. Seit 1999 erarbeitet er auch eigene Produktionen, die herausragendsten sind dabei ph-neutral mit T. Halaby, A. Petrovic und new bit-new beat, bit it etc. Die Tanzfilme The Day mit A. Petrovic, J. Vlk, DARKROOM und voiceS mit P. Bebjak waren bei zahlreichen internationalen Festivals zu sehen. Seit 2012 ist er auch als qualifizierter Rolfer tätig.
www.yurikorec.eu

Viviana Escalé

stammt aus Barcelona, wurde in Buenos Aires geboren und studierte Tanz am Institut del Teatre de Barcelona. Darauf folgten zahlreiche Engagements vorwiegend bei deutschen Stadttheatern aber auch bei freien Ensembles wie etwa Mouvoir/Stephanie Thiersch oder Edditta Braun: Seit 2008 ist sie GYROKINESIS®-Trainerin. Zur Zeit studiert sie auch noch in Heidelberg Tanztherapie am SRH Heidelberg.

Juan Dante Murillo Bobadilla

geboren in Kolumbien, erwarb schon früh Kenntnisse in Musik, Schauspiel und Volkstanz ehe er das zeitgenössische Tanztraining an der Academy Danza Comun Bogota/Colombia aufnahm. Darauf folgte das Studium der Medienkommunikation an der Javeriana University ebenfalls in Bogotá. 2006 kam er nach Österreich und graduierte in der Folge 2006 an der Anton Bruckner University (Master in Contemporary Dance and Pedagogy), wo er derzeit auch unterrichtet. Engagements: Off Verticality (Linz), editta braun company, D.ID (Burgenland) und Wee (Oslo).

Matan Levkowich

Tänzer, Choreograf und grafischer Designer, wurde in Israel geboren und begann seine physische Ausbildung an der Rene Cassin Highschool für Sport. Als Tänzer arbeitete er mit Marco Torrice (IT), Martin Nachbar (GR), Tony Vezich (AU) und anderen. Seit Kurzem lebt Matan in Wien und arbeitet dort an seinen eigenen Produktionen.
www.matanlevkowich.com

Deborah Hazler

erhielt 2008 ihren MFA Dance von Hollins University in Virginia, USA, nachdem sie 2006 mit einem BA in Dance Theatre das Laban Dance Centre in London abschloss. Seit ihrer Rückkehr nach Wien hat sie ihre eigenen Stücke u. a. im brut bei Imagetanz (Anthropology of Man/2013, offnature /2012) und im Tanzquartier im Rahmen von Stückwerk (Deborah Does Male/2010) gezeigt. Als Performerin arbeitete sie mit Bert Gstettner und Oleg Soulimenko. Zur Zeit ist sie als Tänzerin für Anne Jurens Stück Happy End engagiert. Sie ist Mitbegründerin der Plattform Raw Matters – Ein ungeschliffener Tanz- und Performance Abend in Wien, die seit 2010 besteht.
www.deborahhazler.org

Editorial & Programmübersicht tanz_house herbst 2013

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