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Sigi Zimmerschied

„Multiple Lois – Einwürfe eines Parasiten“

ARGE kabarett
Sigi Zimmerschied am 26.09.2014 um 20:00 Uhr

Sigi Zimmerschied prägt seit drei Jahrzehnten das Kabarett in Bayern. Er zeichnet sich durch einen ätzenden – nach Meinung seiner KritikerInnen, derben – und parteiübergreifenden Witz, eine bemerkenswerte Mimik, ein rares stimmenimitatorisches Talent sowie enorme Sprachkraft und Wortgewalt aus. Mit seinem „multiplen Herrn Lois“ ist Zimmerschied auf erschütternd geniale Weise die moderne, niederbayerische Variante von Qualtingers legendärem „Herrn Karl“ gelungen.

Lois wird in Bälde sechzig.
Er ist stolz auf sich.
Er hat nie etwas geleistet und immer gut gelebt.
Er hat sich eben die Geschenke gesucht, die das Leben vor ihm versteckt hat.

Aber warum steht er jetzt ratlos und ängstlich in einem leeren Raum
und stammelt um sein Leben?
Warum rechtfertigt er sich?

Alle machen es doch so.
Alle saugen am Wirt.
Homo homini ixodes.
Jeder ist jedermanns Zeck.
Allen voran der Staat.
Die Oberzecke.
Wie Onkel Norbert immer sagte:
„Es gibt in Deutschland acht Millionen Zierfischerl und zwei Millionen Beamte.
Das sind zehn Millionen hilflose Geschöpfe, die gefüttert werden müssen.“

Nein, er hat sich nichts vorzuwerfen.
Auf einen Zierfisch mehr oder weniger kommt es doch nicht an.
Lois wird in Bälde sechzig.
Oder doch nicht mehr?

www.sigi-zimmerschied.de

Ein furioses Sittengemälde, bei dem man nicht annähernd die Fülle der schmerzhaft klugen, bösen Sätze und der dramaturgischen Einfälle andeuten kann, über die man aus Notwehr lachen muss. Diesmal hat er sich in jeder Hinsicht selbst übertroffen.
Oliver Hochkeppel, Süddeutsche Zeitung
Ein hervorragender, provozierender, und auch ein bitterböser Abgesang auf Opportunismus, Mitläufertum und von Sozialneid zerfressene Selbstgerechtigkeit.
Maria Ortner, Traunsteiner Tagblatt
Selten kam ein Satiriker Helmut Qualtingers Figur des Herrn Karl näher. Außerdem: So politisch wie Sigi Zimmerschieds Sittenporträts sind kaum welche seiner, nach aktuellen Skandalschlagzeilen schielenden, Kollegen.
Gerhard Dorfi, Der Standard

Sigi Zimmerschied

Sigi Zimmerschied studierte Religionspädagogik im Fernstudium, 1975 gründete er zusammen mit Bruno Jonas die Passauer Kabarettgruppe „Die Verhohnepeopler“. Deren erstes Stück „Himmelskonferenz“, in welchem ein resignierter Gottvater vom Himmelsfunktionär Erzengel Michael entmachtet wird, sorgte für einen Skandal, vom Vorwurf der Gotteslästerung wurde Zimmerschied aber letztlich freigesprochen.

Zimmerschieds erstes Soloprogramm „Zwischenmenschen“ entstand 1976. 1980 erhielt er den Deutschen Kleinkunstpreis. Weitere Soloprogramme und Auszeichnungen, u. a. 1988 der Österreichische Kleinkunstpreis und 2011 der Österreichische Kabarettpreis, folgten.
Zimmerschied wirkte auch als Schauspieler in den Filmen mit: „Peppermint Frieden“ (1982) von Marianne Rosenbaum, in dem Peter Fonda die Hauptrolle spielte, „Grenzenlos“ und „Der wilde Clown“ von Josef Rödl (1983 und 1986) sowie „Himmelsheim“ von Manfred Stelzer (1989). 1994 beendete er das Projekt „Schartl“, einen frei finanzierten Spielfilm, als Autor, Komponist, Darsteller, Regisseur und Produzent.

Sigi Zimmerschied prägt seit drei Jahrzehnten das Kabarett in Bayern und war Gast beim allerersten MotzArt Kabarett Festival 1983.

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