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ARGE theater – Eine Koproduktion mit dem Theater bodi end sole

„ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft“

Ein Stück über Flucht und Vertreibung von Vladimir Vertlib. Regie: Christa Hassfurther. Uraufführung.

David überlebte als Jugendlicher die Shoah, während seine gesamte Familie von den Nazis ermordet wurde. Nach der Befreiung musste er als so genannte „Displaced Person“ (DP) auf dem Weg nach Palästina mehrere Monate in einem DP-Lager (an einem nicht näher genannten Ort in Deutschland oder in Österreich) zubringen. 1946 gelang ihm die illegale Einreise nach Palästina.
Genau 70 Jahre später kehrt er zurück, um vor seinem Tod noch einmal jenen Ort aufzusuchen, an welchem er die Zeit unmittelbar nach dem Krieg verbringen musste. Doch wo früher das DP-Lager war, sind heute wieder Flüchtlinge untergebracht. Wie einst für David ist die Unterkunft auch für sie ein Ort des Übergangs, ein Neubeginn nach Krieg, Trauma und Verlust, eine Stätte der Hoffnung, aber auch des Schmerzes und der Desillusionierung.
Die vermeintliche Sicherheit ist stets bedroht. Es gibt Brandanschläge durch Rechtsradikale, Demonstrationen gegen Flüchtlinge, Terrorverdacht, und die Bürgermeisterin der Stadt verfolgt eigene, opportunistische Ziele. David kommt mit den Flüchtlingen ins Gespräch, freundet sich mit dem aus Syrien stammenden Universitätsprofessor Ibrahim an und hat einen Wunsch, welchen ihm die Flüchtlinge schließlich erfüllen, denn mit diesem Lager verbindet David eine ganz besondere, persönliche Geschichte…

  • Überall nirgends lauert die Zukunft
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  • Überall nirgends lauert die Zukunft

Fotos (c) Mike Größinger

„Überall nirgends lauert die Zukunft“ ist eine Metapher über Verfolgung und Flucht, über Angst, Vorurteile, Islamophobie und Antisemitismus und die Chancen der Begegnung. Vergangenheit und Gegenwart dienen einander als Gleichnis und als Zerrspiegel. Es ist aber auch ein politisches Stück, welches – oftmals mit bitterem Humor – den Aberwitz der Flüchtlingskrise aufzeigt und in einen historischen Kontext stellt.

  • Mit Dorit Ehlers, Anna Russegger, Salim Chreiki, Jurij Diez, Michel Widmer und einem Chor von Schutzbedürftigen und weiteren DarstellerInnen
  • Regie Christa Hassfurther
  • Bühne Alois Ellmauer
  • Produktionsleitung Andrea Folie
  • Kostüme Pablo Alarcon
  • Lichttechnik Gunther Seiser
  • Tontechnik Helfried Hassfurther

Vladimir Vertlib

Vladimir Vertlib, geboren am 2. Juli 1966 in Leningrad (heute St. Petersburg). 1971 Emigration mit seinen Eltern, Zwischenstationen in Israel, Österreich, Italien, den Niederlanden und den USA. Seit 1981 in Österreich.
Vertlib studierte Volkswirtschaftslehre in Wien, seit 1993 ist er freiberuflicher Schriftsteller. Er lebt in Salzburg und Wien. Vertlib schreibt Romane, Essays und Artikel für Zeitungen und Zeitschriften. Er verfasste außerdem das Libretto zum Oratorium „Und alle Toten starben friedlich“, welches 2007 in der Gedenkstätte Mauthausen uraufgeführt wurde. Er ist Mitherausgeber der in Wien erscheinenden Zeitschrift „Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands“.
Für sein Werk erhielt Vertlib unter anderem den Adelbert von Chamisso-Förderpreis sowie den Anton Wildgans Preis. Zu seinen Büchern gehören die Romane „Zwischenstationen“, „Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur“, „Letzter Wunsch“, „Am Morgen des zwölften Tages“ und „Schimons Schweigen“. Sein Roman „Lucia Binar und die russische Seele“ war auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2015.
Bis Mitte Jänner 2016 verfasste Vertlib eine Rohfassung des Stücks „ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft“. In Zusammenarbeit mit den mitwirkenden KünstlerInnen wurde der Text noch weiter entwickelt. Vladimir Vertlib wird den Probenprozess bis zur Premiere begleiten.

Regisseurin Christa Hassfurther

Geboren 1945. Studium der Germanistik und Geschichte, sowie Gasthörerin an der Theaterwissenschaft der Univ. Wien. 1974/75 Teilnahme an Kursen des „Dramatischen Zentrums“ in Wien. Weiterbildung in diversen Methoden und Bereichen der Darstellenden Kunst. Ab 1979 Lehrtätigkeit an einer Salzburger AHS, später auch Lehrbeauftragte für Mediendidaktik an der Univ. Salzburg. Ausbildung zur Theaterpädagogin. 1980 bis 1989 freie Mitarbeiterin am TOI-Haus Salzburg. 1993 Gründung des Theaters bodi end sole in Hallein.
Seither vorwiegend Regiearbeiten von Eigenproduktionen und Werken zeitgenössischer AutorInnen.

ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft
Christa Hassfurther und Vladimir Vertlib

DarstellerInnen

Dorit Ehlers

Geboren 1971 in Hamburg, Ausbildung an der Scuola Teatro Dimitri (CH). Seit 2000 in Salzburg, erste eigene Theaterkreationen (Solostücke und Regie) am Toihaus Theater. 2007 Gründung von „ohnetitel. netzwerk für theater&kunstprojekte.“ und seitdem als Schauspielerin, Projektleiterin und vieles mehr mitverantwortlich für zahlreiche Produktionen in unterschiedlichsten Formaten, vom Salon bis zum Stadtteilprojekt, für Publikum und mit Beteiligten aller Altersstufen. Engagements u. a. bei den Wiener Festwochen, Salzburger Festspielen, Ruhr2010, Santiago a Mil/Chile.

Anna Russegger

erhielt in der Schulzeit Ausbildung in klassischem Ballett. Nach dem Abitur folgte eine Ausbildung zur Clownschauspielerin in Mainz an der „Schule für Clowns“ und eine Ausbildung im ZAK Köln zur Circustrainerin. Seitdem ist sie freiberufliche Clownin, gibt Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und arbeitet in verschiedenen Circusprojekten mit.

Jurij Diez

ist als sogenannter Russlandsdeutscher 1981 in Kasachstan geboren. Er erhielt seine Schauspielausbildung in Kamyshin, belegte Kurse in Moskau, Dresden und Hermannstadt. Seit 2008 ist er Ensemblemitglied des Theater ecce in Salzburg, wo er eine Reihe von Rollen übernahm. Zahlreiche Auftritte in München, St. Petersburg, Sibiu.

Michel Widmer

1955 geboren, freier Theatermacher und Clown, Lehrbeauftragter am Orff-Institut/Mozarteum Salzburg. 1984 Gründung des Musiktheaterduos „Haste Töne“ in Mainz/Deutschland, 1988 bis '95 Schauspieler im Kinder- und Jugendtheater TOIHAUS in Salzburg. 1995 Gründung des „Theater aus dem Koffer“, 1998 Gründung der Theaterschachtel, Kinder- und Familientheaterreihe Hallein.

Salim Chreiki

Schauspieler und Autor, stammt aus Syrien und kam vor etwas mehr als zwei Jahren als Flüchtling nach Österreich. In Damaskus ein angesehener und gefeierter Schauspieler, ist er seit 2014 Ensemblemitglied beim Theater ecce, wo er zuletzt im „Zerbrochenen Krug“ und in „der Scheekönigin“ zu sehen war.

Der Chor

bestehend aus Asylsuchenden und weiteren DarstellerInnen, übernimmt der Chor verschiedene Rollen. Er tritt u. a. als Flüchtlinge, als demonstrierende Rechtsradikale, als Angehörige der Zivilgesellschaft und als Musikgruppe auf.

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