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Foto © Jenny Schaefer
ARGE roter salon

Schnipo Schranke | Eloui – Roter Salon No.101

Bestechend gewitzter Indie-Pop und andere Obszönitäten-Chansons des gefeierten Duos aus Hamburg.

Schnipo Schranke

Übertrieben lieben, blind sein vor Liebe, viel zu ehrlich sein, viel zu direkt sein, viel zu viel sein, viel zu viel wollen, Geschlechtsteile beim Namen nennen, Kette rauchen, in Zwölftonmusik geschult sein, Melodien für Millionen schreiben, auf das Popstarwerden warten, im Sitzen die Karriere starten, Lethargie haben, Fehler machen, anhimmeln, sich klein machen, sich groß machen, Halt brauchen, vor nichts Halt machen, Lover in der Hölle sehen, zarte Harmonien mit
Fäkalsprache paaren, hauptberuflich toben wollen, Schmerzen haben:

Schnipo Schranke sind Friederike Ernst und Daniela Reis, Jahrgang 1989 und 1988. Zwei Frauen, die sich an der Musikhochschule in Frankfurt über den Weg gelaufen sind. Zwei Außenseiterinnen an Flöte und Cello, für die das Studium der klassischen Musik sich schnell als seltsames Missverständnis entpuppt. Denen das Leben zu schade ist, um es mönchischer Hochleistungsfanatik zu opfern. Die bald merken, dass sie füreinander geschaffen sind. Die sich einigeln, um etwas Neues, Anderes zu schaffen. Musik, die sie berühmt machen soll.

Und jetzt das erste Album. „Satt“ heißt es. Schluss mit dem Youtube-Spaßband-Dasein, her mit den dunklen Gefühlen, her mit der Übersteuerung, her mit den krautigen Störgeräuschen, den glitzernden Synthie-Kaskaden, die die einfachen und doch so cleveren Piano-Akkordfolgen zart umspielen. Von Ted Gaier in den Katakomben des Art Blakey Studio sanft in Richtung Psychedelik und Erhabenheit geschubst, haben Fritzi Ernst und Daniela Reis ihren Sound zwischen 80er-Elektronik und 70er-Orgeln gefunden. Eine Rockband aus Klavier, Schlagzeug
und zwei Stimmen. „Ne Kurze und ne Kranke, zwei Peanuts, ein Gedanke“, singen Schnipo Schranke im Album-Opener. Doch das stimmt nicht. Diese beiden Frauen sind keine Peanuts. Sie sind ganz große Nüsse.
(Text: Christoph Twickel)

Das Pop-Duo trifft mit seiner Feier des Peinlichen einen Nerv: Niemand kriegt ähnlich gute Rumpelfüßler-Songs über Herzschmerz und Beischlaf hin.
taz.de
Auf welch einzigartige Weise Schnipo Schranke Wortwitz, Ehrlichkeit und Eingängigkeit verbinden, zeigt sich in ‚Schrank‘ zur Perfektion.
laut.de
Der Unterhaltungswert der Songs schaukelt wirklich wunderbar unentschieden zwischen ‚Feuchtgebiete‘, Krawall-Schlager, Mädchenkram und HipHop-Protzerei.
musikexpress.de

www.facebook.com/SchnipoSchranke www.buback.de/konzerte/schnipo-schranke.php

Eloui
Foto (c) Andreas Jakwerth

Support: Eloui

Eloui ist eine Sängerin, Bassistin und Ukulele-Spielerin mit Schweizer Wurzeln, die nach ihrer Ausbildung an der Kunstakademie Wien und zu vielen einsamen Stunden im Atelier ihre Pinsel gegen Instrumente eingetauscht hat und sich seither der Musik widmet. 2011 erschien ihr erstes Soloalbum „Chasing Atoms“, das von FM4 für den Amadeus Award nominiert wurde. Nun folgt Elouis zweites Album „Tangles And Loose Ends“: Wieder klimpern und klappern allerlei experimentelle Töne und Geräusche durch die Songs, wieder rauscht und saust es in Elouis Liedergarten. Die elouitypischen elektronischen Sounds und Beats werden auf dem neuen Album umgarnt und bereichert von opulenten Streicher- und Bläserarrangements. Eloui singt von ungeschriebenen Büchern, von leeren Leinwänden und kleinen Schatzkisten und widmet ihr Album allem Gewirr und seinen losen Enden.

Ein Lied für alles Verworrene singt Eloui am Ende ihres neuen Albums. Ein Lied für alles, was unaufgelöst liegen geblieben ist. Die als Franziska Abgottspon geborene Musikerin ist in der lebhaften Wiener Szene eine unausweichliche Präsenz, ob sie nun den Bass schultert, eine Ukulele unterm Arm hat oder im Vorder- oder Hintergrund singt, von ihrer Arbeit mit den Post-Rockern Thalija über ihre gelegentlichen Ausflüge als Gastsängerin beim Techno Punk-Act Gudrun von Laxenburg bis zu ihrer Involvierung in die Singer-Songwriter-Rock-Band Ernesty International.
Man kann sich gut vorstellen, wie sie solche Zeilen schnell niederschreibt, während sie vielbeschäftigt zwischen Proben, Gigs und ihrem Alltagsjob hin- und herflitzt.
Robert Rotifer

www.eloui.net

Zu liebevoll arrangierter Plicker-Plucker-Elektronik, die um stimmungsvolle Samples und allerlei analoges Instrumentarium erweitert wird, singt Eloui sanft, zurückhaltend und doch prägnant melancholische Lieder voll Intimität und Wärme
Falter
Fear and do it anyway ist der Leitsatz ihres künstlerischen Schaffens, dem sie leidenschaftlich folgt. So schafft sie es tatsächlich, Neues zu schaffen und sich nicht auf gut abgehangene Referenzsounds zu verlassen. Und das ist in der Nostalgiehölle der gegenwärtigen Musikproduktion ein Verdienst, der nur einem ausgesuchten, immer kleiner werdenden Künstlerkreis gelingt.
FAQ
Sphärische Pop-Songs, in deren Zurückhaltung die eigentliche Kraft liegt. Einer der Höhepunkte ist ‚Pilot and Crew‘, das in seiner Klarheit und seinem Tempo fast ein wenig an die große Kollegin Gustav erinnert.
Haubentaucher