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Neuschnee | Resisters – Roter Salon No.104

Alternativer Wiener Kammerrock trifft auf retro-futuristischen Elektropop.

ARGE roter salon No.104
Neuschnee | Resisters – Roter Salon No.104 am 16.12.2016 um 21:00 Uhr
Foto (c) Jan Frankl

Neuschnee

Das dritte Album der Wiener Band Neuschnee ist ein Popmärchen. „Schneckenkönig“ beschreibt die Reise eines rastlosen Regenten durch sein aus dem Gleichgewicht geratenes Reich. Es ist die metaphorische Aufarbeitung eines schwierigen Abschnitts in der Biographie von Komponist und Sänger Hans Wagner. Das Hotel zum Paradies in „Schneckenkönig (Prolog)“ ist eigentlich das Hotel Eden in Grado, in dem sich Wagner nach einem Beinahe-Zusammenbruch wiederfand und von wo aus er einen Neustart wagte. Der König begibt sich schließlich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage, ob nicht Sinn sondern Bewegung über allem thront, und trifft unterwegs auf andere rastlose Gestalten, deren Geschichten ihm neue Hoffnung geben.

Obwohl sich dieses Narrativ mit der Musik zu einer Art Rockoper verwebt, funktioniert jeder Song auch ganz für sich alleine. Rock, Pop und klassisches Streichquartett werden wild gemischt als hätten sie immer schon und organisch zusammengehört. Deswegen ist dieser Sound auch nicht schwer oder schwermütig, nicht verkopft oder überarrangiert. Mühelos treffen eine Vielzahl an Stilen aufeinander: Elektro, Rock, Ballade, Klassik. Zusammengehalten und bestimmt wird die Musik dabei durch den Gesang, die Geschichte und den charakteristischen Klang der Streicher.

Auf seinem Weg erkennt der König schon bald, dass Glück kein äußeres Ziel, sondern ein innerer Zustand ist. Wenn er also am Ende seiner langen Reise im Weltall ankommt und das letzte Stück des Albums mit Chor, Bläsern und orchestralen Streichern episch ausklingt, wird klar: Schmerz und Freude sind auf einer tieferen Ebene miteinander verbunden. Und das tröstet ungemein.

Über Neuschnee und den „Schneckenkönig“:
Als der passionierte Allroundmusiker Hans Wagner beschloss sein altes Leben in Berlin hinter sich zu lassen, standen zwei Städte seiner damaligen Idole für ein neues Leben zur Auswahl: entweder Seattle, der letzte Wohnort Kurt Cobains, oder Wien, der Geburtsort von Franz Schubert. Er entschied sich für Wien und schnupperte die Luft klassischer Musiktradition. Dort gründete er die Band Neuschnee mit der Vision einer eigenen Tonsprache zwischen Pop, Rock und Klassik. 2008 erschien das Debüt „Wegweiser“, überwiegend in der klassischen Streichquartett-Besetzung ohne Schlagzeug. 2011 fand Neuschnee auf „Bipolar“ zu seiner ureigenen Sprache – musikalisch wie textlich. Fünf Jahre hat es gedauert bis zum Nachfolger „Schneckenkönig“.

neuschneemusik.org

Die zwischen kammermusikalischen Streicherpopklängen und Elektro-Funk angesiedelten, vertrackten und eigenbrötlerischen Stücke (…) überzeugen mit einem in Österreich lange nicht gehörten Alleinstellungsmerkmal: Diese Leute sind wahnsinnig.
Der Standard
Perfektion tut weh, denn sie ist oft trocken. Nicht so bei Neuschnee, die mit ihrem unverwechselbaren Stil den Crossover-Pop neu erfinden.
Wiener
Der Mix aus Streichern, Rock, Punk und Elektronik ergibt ungewöhnliche, spannende und wuchtige Hörerlebnisse.
the gap

RESISTERS

Die drei Schwestern Sonia, Monica und Susana greifen als RESISTERS auf ihrem neuen Longplayer in die Vollen und servieren eine aufregend mysteriöse Mischung aus Downtempo-Grandezza und tanzbaren Tracks. Lana Del Rey und Peter Fox, Portishead und Ellie Goulding – diese scheinbaren Gegensätze vereinen die RESISTERS mit einer Leichtigkeit, die einen in Staunen versetzt. Die Schwestern legen mit ihren Solokarrieren schon einiges vor, ob als Schauspielerin im „Tatort" (Monica Reyes), als Jazz-Diva im Trio (Susana Sawoff) oder als angesagte Pop-Musikerin (Sonia Sawoff).

In dieser verwandtschaftlichen Verdichtung, die bis vor kurzem unter dem Namen ‚Sawoff Shotgun‘ firmierte, multiplizieren sich die einzelnen Teile aber zu einem genialen Ganzen, zu einer leichtfüßigen Selbstverständlichkeit, wenngleich auch die Texte durchwegs gesellschaftskritische Ebenen haben. Mit Philipp Pluhar an den Drums und produziert von Prince Frequency (Tom Jones, Helgi Jonsson, etc.) überzeugt das Album auch im Sound, der die Songs der drei spanisch-australischen RESISTERS auf das richtige Level katapultiert.

www.resisters.net