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Foto (c) Bernhard Müller
ARGE tanz – Koproduktion von Verein kunstHupfer/ei (A), Cie. Du Gaz (CH), ARGEkultur & Centre de culture ABC / La Chaux-de-Fonds.

Iris Heitzinger (A) & Françoise Boillat (CH) „wallflowering“

Eine performative Suche nach der weiblichen Identität. Uraufführung.

ARTIST TALK

Im Anschluss an die Premiere am 8. März findet ein Artist Talk statt.

Moderation: Julia Ostwald, MA, Projektmitarbeiterin Tanzwissenschaft / DSP-Kolleg geschlecht_transkulturell, Universität Salzburg

Die österreichisch-schweizerische Koproduktion „wallflowering“ ist das erste gemeinsame Stück von Iris Heitzinger und Françoise Boillat, die seit 2010 bereits in diversen Projekten kollaborierten.

„wallflowering“ ist eine Erforschung der Selbstwahrnehmung im Alltäglichen, der Verwirklichung des eigenen Frauseins und der Schwierigkeit, der gesellschaftlichen Normen und den daraus resultierenden Ansprüchen entweder zu entsprechen oder zu entkommen. In einer Gesellschaft in der Äußerlichkeiten, Image, Auftreten und Wirkung auf das Umfeld eine unverhältnismäßig große Bedeutung zugeschrieben wird, sind wir immer wieder gezwungen, uns zu präsentieren, uns selbst darzustellen. Der Begriff „wallflower“, wie auch die deutsche Übersetzung „Mauerblümchen“, bezieht sich fast ausschließlich auf eine Frau (nur selten auf einen Mann), die ihre sexuellen oder anderweitig positiven Vorzüge nicht richtig zum Ausdruck bringt, beziehungsweise diese vermeintlich gar nicht besitzt und deswegen auf das andere Geschlecht eher unauffällig wirkt. In „wallflowering“ spielen die beiden Darstellerinnen Iris Heitzinger und Françoise Boillat zwischen den Extremen des nicht wahrgenommenen Mauerblümchens und der alle Aufmerksamkeit auf sich ziehenden Diva. Sie untersuchen auf spielerische Weise die manchmal lustvoll-glanzvolle und manchmal fast lächerliche Maskerade, die das Frausein vermeintlich mit sich bringt. Dabei verwandeln sie sich von einem Stereotyp in den nächsten, wollen dadurch Schicht für Schicht das Frausein an sich entkleiden und deren symbolische Darstellungen hinterfragen. Am Ende stellt sich die Frage, ob nicht das Mauerblümchensein eine gewisse Freiheit in sich birgt und den Darstellerinnen einen Raum öffnet, in dem sie einfach sein können.

  • Wallflowering
  • Wallflowering
  • Wallflowering
  • Wallflowering
  • Wallflowering
  • Wallflowering
  • Wallflowering

Fotos (c) Bernhard Müller

It is no longer the myth which needs to be unmasked (...), it is the sign itself that must be shaken; the problem is not to reveal the (latent) meaning of an utterance, of a trait, of a narrative, but to fissure the very representation of meaning, is not to change or purify the symbols, but to challenge the symbolic itself.
Roland Barthes, „Change the Object Itself“
  • Konzept, Künstlerische Leitung und Performance Iris Heitzinger und Françoise Boillat
  • Dramaturgie Guillaume Béguin
  • Choreografische Assistenz Dante Murillo
  • Künstlerische Beratung Guillaume Béguin, Dante Murillo
  • Musik André Décosterd
  • Lichtdesign Peter Thalhamer
  • Kostüm und Make-up Christine Hinterkörner
  • Assistenz Aurore Faivre
  • Produktion Verein kunstHupfer/ei (AT) und Cie. Du Gaz (CH)
  • Koproduktion ARGEkultur, Centre de culture ABC / La Chaux-de-Fonds

Folgevorstellungen, nach der Uraufführung in Salzburg:
Théâtre ABC, La Chaux-de-Fonds: 17. bis 19. März 2017

Iris Heitzinger

geboren 1980 in Linz (AT); Performerin, freischaffende Choreografin und Dozentin. Mitglied bei tanz_house (Plattform Salzburger ChoreografInnen) und ARE (artists in residence at La Caldera Barcelona).
Absolvierte ihr Studium B.A. - Zeitgenössischer Bühnentanz an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und setzte ihre Ausbildung in England, Holland, Belgien und Finnland fort. Seitdem arbeitete sie u. a. mit KünstlerInnen wie Guillermo Weickert (ES), Vincent Dance Theatre (UK), Cia. Lanónima Imperial (ES), cieLaroque (AT) oder editta braun company (AT). Sie unterrichtet zeitgenössischen Tanz, Improvisation und Komposition in verschiedenen Institutionen und Festivals in Europa, Kanada und Japan.
Seit 2007 kreiert sie eigene Arbeiten sowohl im Alleingang – „Lo que Es“ (2008), „Kurze Abhandlung über das Nichts“ (2012), „Wunschkind“ (2013), etc. – als auch im Kollektiv, mit besonderem Interesse an interdisziplinären und interkulturellen Kollaborationen, welche die Möglichkeiten des Körpers aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersuchen, wie u. a. in „Blackbox“ (2010) mit dem guinea pig collective , „L_ENTES“ (2012) mit der Choreografin Natalia Jiménez oder „The measure of disorder“ (2015) mit Group LaBolsa und Thomas Hauert.
www.irisheitzinger.com

Françoise Boillat

geboren 1974 in La Chaux-de-Fonds (CH), absolvierte ihr Schauspielstudium am Konservatorium Lausanne, in der Berufsklasse SPAD. Seitdem hat sie mit verschiedenen namhaften RegisseurInnen gearbeitet, unter anderen mit Antoine Jaccoud, Robert Sandoz, Marielle Pinsard, Guillaume Béguin, Oscar Gomez Mata, der Musikgruppe Velma, Andrea Novicov, Nathalie Sandoz, Stefan H. Kraft, …
2004 gründet sie die Compagnie du Gaz, mit der ersten Produktion „Dysfonctions et Maltraitances“ unter der Regie von Robert Sandoz, geschrieben von Antoine Jaccoud mit dem eine lange Phase der Zusammenarbeit folgt. 2010 kreiert Françoise „Trois Sœurs moins le quart“, ein Stück basierend auf dem Werk Tschechows und italienischen Liebesliedern. Im Jahr 2014 produziert die Kompanie zwei Stücke: „Les Biches“, ein dokumentarisches Theaterstück über Serienmörder und „Certaines n’avaient jamais vu la mer“, eine Adaptation für die Bühne des Romans „Buddha in the attic“ von Julie Otsuka. Seit 2011 koordiniert und lehrt Françoise Boillat die Ausbildung am TPR - Théâtre Populaire Romand, La Chaux-de-Fonds.

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