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Foto (c) Graner
Gastveranstaltung – Sommerszene

Pere Faura

„No Dance, No Paradise“.

Gene Kelly, Anne Teresa De Keersmaeker, Anna Pavlova und John Travolta, reinkarniert im Körper eines einzigen Tänzers, der ihre legendären Soli – „Singing in the Rain“, „Fase“, „Schwanensee“ und „Saturday Night Fever“ – interpretiert. Als Teil seiner eigenen Biografie kontextualisiert Pere Faura die vier ikonischen Werke zum einen als historische und symbolische Geste der Anerkennung und Bewunderung. Zum anderen setzt er sich selbstkritisch und humorvoll mit der Welt des Tanzes und ihrer Referenzen auseinander. In seinem Solo hinterfragt der Katalane die Leichtigkeit und Fröhlichkeit musikalischer Komödien, die Dramaturgie der sich wiederholenden abstrakten Bewegung, die maximale Stilisierung in der Darstellung des Todes und die Unmöglichkeit, die Freiheit der Disco zu choreographieren. Mutig und verführerisch kommt er daher: im schwarzen Anzug, im Kleid, in einem weißen Tutu oder in Shorts. Mit dem Titel „No Dance, No Paradise“ verweist Pere Faura augenzwinkernd darauf, dass er selbst durch seine witzige Performance einen Platz im Paradies verdient hat.

Nach der Ausbildung an der School for New Dance Development in Amsterdam 2006 startete Pere Faura seine künstlerische Karriere zunächst in den Niederlanden, wo er fester Choreograf am Frascati Theater wurde. 2011 kehrte er nach Barcelona zurück. Dort setzte er seine Arbeit an Projekten fort, für die er Elemente der Pop-Kultur wie Striptease, Disco, Musicals oder Porno aufgreift. Aus dem Remix der Genres entsteht Pere Fauras frische, multidisziplinäre Choreografie.