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Robert Rotifer | Sibylle Kefer

Doppelkonzert mit dem Gentleman des Pop mit britischem Stil und der famosen Newcomerin.

Konzert
Robert Rotifer | Sibylle Kefer am 18.05.2018 um 20:30 Uhr
Robert Rotifer (c) bader molden recordings • Sibylle Kefer (c) Magdalena Blasczuk

„Dass die Popmusik wenig gesellschaftliche Relevanz hat, ist ein anderes Problem. Aber das ist keine Ausrede, keine guten Songs mehr zu schreiben.“ – Der Wahlbrite und Musikexperte (FM4, Der Falter) zeigt auf dem neuen, seinem ersten deutschsprachigen, Album „Über uns“, mit grandiosem poetischen Witz, dass die Popmusik auch im 21. Jahrhundert noch etwas zu sagen hat. Die Sängerin, Liederschreiberin und Multiinstrumentalistin Sibylle Kefer hat den Dialekt und das Lebensgefühl des Salzkammerguts eingefangen. Zauberhaft, klug und anmutig.

Poetische Wucht und hellsichtige Traurigkeit. Dies und noch viel mehr können wir auf ‚Über uns‘ hören. Ein wunderschönes Deutsch, gesungen in einer Brüchigkeit, die ihre Gründe hat. Begleitet von feinem, oft fast schwebenden Fingerpicking auf einer meisterhaft beherrschten Gitarre. Ein Album, das Orte der Totenstille hat und doch so viel erzählt. Ein ruhiger Ort inmitten des Weltzyklons.
Ernst Molden

In die letzten 13 Jahre hat Robert Rotifer in seiner britischen Exilheimat einen nicht unbeträchtlichen Katalog von sieben Alben angehäuft, mit „Über uns“ legt er sein erstes deutschsprachiges Album vor. „Reduziert auf Stimme und akustische Gitarre reflektiert Rotifer in eher chanson- als popsongartigen Stücken den Brexit-Blues und andere Wirren unserer Zeit.“, fasste es der Falter zusammen. „Rotifers Songs sind gespickt mit scharfzüngigen, gewitzten Texten“, schrieb das britische Monatsmagazin Uncut über die Musik, mit der er in der Pop-Hauptstadt längst mehr als ein Geheimtipp ist. Und kein geringerer als Robert Wyatt meinte: „Es zahlt sich aus, genau zuzuhören. Da ist eine seltene Intelligenz, die ungewöhnliche Blickwinkel wählt.“

Robert Rotifer, Jahrgang 1969, wuchs in Wien auf, verbrachte dort die mittleren Achtziger bis Neunziger in diversen Bands und Plattenläden, wurde zwischendurch Musikjournalist und Radiomensch, zog 1997 nach London und machte dort genauso weiter. Seit 2004 wohnt er in Canterbury und pendelt bei Bedarf in die Pop-Hauptstadt. In seinem Büro/Studio/Sauhaufen entstehen Artikel, Sendungen, Radiobeiträge, aber auch jede Menge Songs. Nebst seinen Kollaborationen mit anderen Künstlern (John Howard & The Night Mail, Papernut Cambridge, Darren Hayman etc.), hat Rotifer seit 2001 acht Alben veröffentlicht. 2017 erscheint „Über uns” bei Bader Molden Recordings.

www.medienmanufaktur.com/rotifer

Sibylle Kefer

Sibylle Kefer steht seit jeher mit einem Bein im Folk, mit dem anderen im Jazz. Die Sängerin, Liederschreiberin, Multiinstrumentalistin und Seele jeder Band, in der sie jemals mitgewirkt hat, hat für ihr erstes Album „Hob i di“ zwölf Lieder geschrieben, erstmals in ihrer ureigenen Sprache. Das ist der Dialekt von Bad Goisern, oberösterreichisches Salzkammergut, alpine Schönheit und düstere Bürde gleichermaßen.

Bad Goisern ist Herkunftsort so unterschiedlicher Figuren wie Hubert von Goisern, Jörg Haider und Wilfried, letzterer übrigens der Onkel der hier so wunderbar singenden Dame. Das Salzkammergut ist innerstes Österreich, gleichzeitig dringend gebrauchte Identität und schamlosest mißbrauchte Idylle. Das wußte man alles, dass aber die Sprache dieser Gegend, ihr Sound, so zauberhaft, klug und anmutig sein kann, wissen wir erst jetzt, dank Sibylle Kefer.

Die zwölf Songs sind gestochen scharfe und zugleich tiefberührte und tiefberührende Miniaturen aus dem Leben einer 40-jährigen Künstlerin, Liebenden, Mutter. Songs, die das Innerste ausleuchten, sich für dessen Darstellung dann aber die ganze Welt zum Platz nehmen. Da geht es um scheinbar Schlichtes, das am Ende überlebensgroß wird. Ein schwermütiger Herbsttag, eine kleine Verletzung, die nicht und nicht zu bluten aufhört, das existenzielle Strampeln nach künstlerischer Bewegungsfreiheit, derweil man drei Kinder zu Erwachsenen machen soll. Dazu die kahlen Bäume eines gebirgigen, innerösterreichischen Herbstes, die Traun bei Hochwasser, der ewige Wind. Und Sibylle Kefer, die uns alles sagt, wie es ist, und trotzdem klingt als würde sie Zaubersprüche sagen. Da fühlt sich die, oje, Heimat einmal groß an. Frei.

Wenn diese Platte etwas von der Größe und überraschenden Kraft einer Joni Mitchell hat, mag das daran liegen. Mit Sicherheit liegt es an den glänzenden Liedern.

www.sibyllekefer.at