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John Dawa Solo | Paul Plut & Band

Konzert Roter Salon No. 114
John Dawa Solo | Paul Plut & Band am 27.04.2018 um 21:00 Uhr
Foto (c) Wolfgang Lienbacher

Düsterer Dialekt-Gospel, der durch Reduktion und Intimität besticht trifft auf die großartige Songwriterkunst im Sologewand des DAWA-Frontman.

Paul Plut

Mit seiner Deutschpop-Band Viech und der Bluesrock-Formation Marta hat sich Plut in der österreichischen und süddeutschen Musiklandschaft schon über mehrere Jahre verdient gemacht. Im Alleingang zelebriert er Reduktion und überrascht mit großer Intimität. Der ersten Single-Auskopplung „Lärche“ im November 2016 folgten mehr als 25, großteils ausverkaufte Konzerte. Nun legt Plut nach: Insgesamt zehn „Lieder vom Tanzen und Sterben“ bilden den finsteren Reigen, der stetig in den Abgrund führt.

Auf dem Debüt bearbeitet Plut erstmals seine beiden Suizidversuche vor dem Gebirgsmassiv seiner Heimat Ramsau am Dachstein. Onkel und Großvater verunglückten in den Bergen. Da lag es nur nahe, dass Plut für dieses Projekt künstlerische Abschottung suchte: Erst setzte sich Plut den Hut des Musikers und Texters auf, später den des Aufnahmeleiters und Technikers. „Meine Großmutter hat eine dieser Faschingskisten. Die besteht hauptsächlich aus alten Sachen vom Großvater: Kraxn, Janker, Bixn, so Zeug. Als Bub hab ich mich dann immer als alter Mann verkleidet. Heute braucht‘s Überwindung, in diese alte Erinnerungskiste zu klettern. Hat ein paar finstere Ecken. Und wenn du dich zu weit reinlehnst, dann klappt womöglich der Deckel hinter dir zu.”


Neben Gitarre und Stompbox schichtet Plut in seinen Liedern eine Vielzahl an Feldaufnahmen. Fündig wurde er dafür in den Kirchen und Kellern seiner Heimat: Ein ächzender Beichtstuhl oder ein tropfender Heizkessel etwa. Dem Trost der kollektiven Erfahrung wirken immer wieder Kompositionen entgegen, die lyrisch und musikalisch mit beiden Händen fest am Wahnsinn kratzen. Plut gelingt ein wuchtiges Debüt vom großen Ende: „Wir wean so laut Klatschen, dass koana heat, wennt Wöt mit an Tuscha untageht.“

www.paulplut.com

Ein Meisterwerk für alle Ewigkeit.
Dominik Oswald, The Gap
Ein Diamant – hart, aber schön.
Reiner Reitsamer, Musikexpress
Dialekttexte aus den tiefsten Teilen seiner Seele?. Dass dich gleich einmal der Blues holt, und dann der Teufel.
Fritz Ostermayer, FM4
Album des Jahres.
Andreas Rauschal, Wiener Zeitung
Eine schroff-alpine Version des afro-amerikanischen Gospels, klassische Erlösungsmusik für sündige Almbewohner, die im Flachland sicher ebenso reüssieren wird wie oben auf dem Berg.
Karl Fluch, Der Standard

John Dawa (Solo)

John Dawa ist Frontman von … richtig: Dawa. Spätestens seit dem Erscheinen ihres ersten Albums „This Should Work“ sind die Wiener nicht mehr nur ein Geheimtipp unter FreundInnen handgemachter und ehrlicher Singer/Songwriter-Musik, sondern galt als einer der großen Neuentdeckungen der letzten Jahre. Johns großartige Songwriterkunst im Sologewand zu erleben gehörte bisher noch in die Schublade „Rarities for friends“. Für den Roten Salon erweitert er den Freundeskreis: John kommt ganz allein und das wird ganz intim, ganz persönlich und gleichzeitig herzzereißend mächtig.