ARGEkultur Logo
ARGEkultur Logo

Wolf Haas: JUNGER MANN

Der Dreizehnjährige, der auf die Waage stieg und sich um den Verstand verliebte. Der neue Roman von Wolf Haas.

Lesung ARGEkultur zu Gast
Wolf Haas: JUNGER MANN am 20.11.2018 um 20:00 Uhr
Foto (c) Lukas Beck.jpg
Dienstag
SZENE
bestuhlt

„Rückwärts durch die Beine betrachtet ist die Welt immer am interessantesten.“ Dieses Lebensmotto beschert einem jungen Mann von Kindesbeinen an viele Probleme. Probleme in Form von Unfällen. Das Gute an Unfällen: Trostschokolade. Das Schlechte an zu viel Schokolade: Übergewicht. Mit 13 beschließt er, den Blick doch noch nach vorne zu richten und macht eine interessante Entdeckung. Diese Blickrichtung bringt noch mehr Probleme. Probleme in Form von Sich-um-den-Verstand-verlieben, wenn einen unvorbereitet ein zauberhaftes Lächeln trifft.

Das Gute am Verlieben: Die Elsa. Das Problem am Verlieben: Ihr Ehemann. Der Lastwagenfahrer Tscho.

Der junge Mann beschließt, alle Probleme auf einmal zu lösen. Er startet eine radikale Abmagerungskur und eine Besuchsoffensive bei der zehn Jahre älteren Elsa. Mit jedem Kilo, das er abnimmt, sieht er seine Chancen bei ihr steigen. Als sie mit ihm auch noch eine Spazierfahrt in ihrem neuen Renault 5 unternimmt, heizt das seinen Kalorienverbrauch weiter an. Und der Ferienjob auf der Tankstelle hat den großen Vorteil, dass er immer genau weiß, wann Elsas Mann gerade nach Griechenland oder in ein noch ferneres Land aufgebrochen ist.

Eines Tages taucht der gefürchtete Lastwagenfahrer aber doch überraschend zwischen Diesel-Zapfsäule und Tankstellenshop auf und macht dem jungen Mann ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren. Seine Krimis mit Privatdetektiv Brenner wurden mehrfach ausgezeichnet und erfolgreich fürs Kino verfilmt. 2006 erschien sein Roman „Das Wetter vor 15 Jahren“, der mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2009 kam der Bestsellererfolg „Der Brenner und der liebe Gott“ heraus. 2013 erhielt er den Bremer Literaturpreis für „Verteidigung der Missionarsstellung“.
Wolf Haas lebt in Wien.