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Hannes Ringlstetter

AUFGRUND VON GRÜNDEN - Österreichpremiere

MotzART Festival Kabarett
Hannes Ringlstetter am 08.02.2019 um 20:00 Uhr
Foto ©Susanne Schleyer_autorenarchiv.de
Freitag
Saal
bestuhlt (freie Platzwahl)

Der bayerische Kabarettist, Schauspieler und Musiker Hannes Ringlstetter bringt 2019 ein neues Soloprogramm auf die Bühne. Und noch vor seiner Deutschland-Premiere gibt er an drei Abenden in Salzburg, Linz und Wien seinem österreichischen Publikum bereits die Ehre – Österreichpremiere von AUFGRUND VON GRÜNDEN in der ARGEkultur!

Alles hat einen Grund. Heißt’s. Ursache und Wirkung - man kennt das. Aber Achtung: natürlich bleibt alles Interpretationssache. Und da wird’s lustig, denn Problem: Mensch! Und da setzt das neue Ringlstetter-Solo an: Warum ist man, wie man ist? Liegt alles an der Kindheit? Herkunft? Erziehung? Bildung?

Hat Erwachsen werden mit diesen fragwürdigen Voraussetzungen überhaupt einen biografischen Sinn? Wieso dreht weiterhin die Welt komplett am Rad und was ist mit den Leuten los, die auch noch behaupten, sie kapieren noch irgendwas? Wo sind eigentlich unsere vielzitierten „Werte“ hingekommen. Der Ringlstetter geht der Sache stets humorig auf den Grund. Garantiert ohne gescheite Antworten. Nur mit etlichen anderen Fragen, zum Beispiel: ist ein Besuch der Erdinger Therme die wahre Apokalypse? Gibt’s auf der „einsamen Insel“ einen Parkplatz und gefälligst eine Steckdose fürs E-Bike? Gendern in der Familie? Wie geht’s richtig? Fragen, Behauptungen, Tipps zum täglichen Gebrauch also - und natürlich Lieder. Warum es nämlich gut ist, wenn mal „a Ruah!“ ist, oder „Think global - drink regional“ - DIE Globalisierungs Hymne für jedermann - Selbstfindung inklusive.

Ansonsten viel Ying und Yang und hin und her und auffe und obe und hinte und viere und dann is doch alles wie’s ist. Aufgrund von Gründen. Eben.

Hannes Ringlstetter

Würde Hannes Ringlstetter das, was er tut, in den USA und nicht in Deutschland oder in Österreich tun, würde man ihn vermutlich als klassischen Entertainer bezeichnen. Weil es ja auch viel leichter ist, einen wie ihn in eine Schublade zu stecken, um ihm einen Namen, wenigstens eine Bezeichnung zu verpassen. Aber wie man ihn auch dreht und knautscht und faltet: das klappt nicht mit einem Hannes Ringlstetter, der so sperrig, so wunderbar unverbogen und unverbiegbar ist, sehr zur Freude seines stetig wachsenden Publikums.

Geboren 1970 in München, wächst er inmitten des Dorflebens von Straubing in Niederbayern auf, unter den strengen Fittichen der katholischen Kirche. Früh ist klar, der schaut nicht nur anders aus. Da wächst einer zum Querdenker heran, einer, der mehr als einmal hinschaut, einer, der streng ist, mit sich und der Welt um ihn herum. Und einer, der es in Straubing vermutlich recht schwer haben würde. Nach dem Abitur und dem Zivildienst macht er in Regensburg seinen Magister in Germanistik und Geschichte, gründet die Band „Schinderhannes“, tourt mit Goisern und Ambros. 2005 geht Hannes Ringlstetter zum ersten Mal allein auf die Bühne, am Anfang zaghaft, als Liedermacher mit leisen Tönen, dann wird er lauter, mutiger.

Sein Weg führt ihn nach München, wo der Kleinkunstdrahtzieher Till Hoffmann Ringlstetters Talent sofort erkennt. Die beiden entwickeln den „Blickpunkt Spot“ im Bayrischen Rundfunk, der nicht nur in der Szene schnell zum Synonym für eine einzigartige Talentschmiede wird. Parallel arbeitet Hannes hart. Er denkt und schreibt, er dreht und singt, er beobachtet und verarbeitet. Das zahlt sich aus: In nur vier Jahren geht er mit drei Soloprogrammen auf Tour und entwickelt sich in rasender Geschwindigkeit zu einem, der heute aus der Deutschen Kabarettszene nicht mehr wegzudenken ist. Etablierte Häuser wie die Münchner Lach- und Schießgesellschaft oder der Linzer Posthof sind bereits Wochen vorher ausverkauft, wenn Ringlstetter in die Stadt kommt. Ottfried Fischer outet sich als Fan, Günter Grünwald will ihn in seiner Sendung, das legendäre Schmidt-Theater in Hamburg erobert er im wahrsten Sinne des Wortes im Sturm, so dass er nicht nur ein regelmäßiger Gast in der Mitternachtsshow wird, sondern sogar als Conférencier des Klassikers gebucht wird, was für einen Niederbayern fast an eine Sensation grenzt.

Seit 2009 ist er in diversen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen, u. a. an der Seite von Christian Tramitz, Matthias Schweighöfer, Gisela Schneeberger, Sonja Kirchberger oder auch Fritz Wepper. In Österreich kennt ihn das TV-Publikum als Yazid aus der Krimiserie „Hubert & Staller“ auf ATV.

Seine mitunter skurrilen Erlebnisse aus 25 Jahren Rock ‘n‘ Roll hat er 2015 in seinem ersten Buch „Paris. New York. Alteiselfing. Auf Ochsentour durch die Provinz“ (dtv) festgehalten.

Hannes Ringlstetter ist kein Shootingstar, der sich von der Welle seines Erfolgs euphorisch und gelassen mitreißen lässt. Dafür ist er zu sperrig geblieben, er ist streng mit sich, immer noch. Er zweifelt und er prüft sich täglich neu. Er ist bescheiden, kein Zyniker und er ist einer, der Bestand hat. So bleibt mit Recht zu hoffen, dass Hannes Ringlstetter niemals müde wird, sein Querdenken und seine – nebenbei extrem sympathische – Andersartigkeit auch in den nächsten Jahren aus dem stillen Kämmerlein auf die Bühnen in Deutschland und Österreich zu tragen. Die Kiste Rotwein gibt's dann Backstage.