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W&K-FORUM: KLASSENTAUSCH. KUNST UND FORSCHUNG IN SCHULE UND ALLTAG

Diskussion mit Elise von Bernstorff, Esther Pilkington und Tatia Skhirtladze. Moderiert von Sonja Prlić (gold extra, Mozarteum Salzburg)

Diskussion Koveranstaltung mit Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst, Universität Salzburg / Universität Mozarteum
W&K-FORUM: KLASSENTAUSCH. KUNST UND FORSCHUNG IN SCHULE UND ALLTAG am 17.01.2019 um 19:00 Uhr
Foto © © Forschungsprojekt Schnittstellen | Iwan Pasuchin

Anhand verschiedener Praxisbeispiele und innovativer Kunstprojekte werden Fragen zur künstlerischen Forschung mit Jugendlichen diskutiert. Wie sind diese Forschungsprojekte zu gestalten? Welche Rollen spielen Kunst, Forschung, Pädagogik und soziale Fragen – und wo und wie kommen dabei die Jugendlichen selbst zu Wort?

Die Organisator*innen der Veranstaltung Sonja Prlic, Karl Zechenter
(gold extra) und Iwan Pasuchin (Mozarteum, MediaLab) arbeiten derzeit in Salzburg an dem Forschungsprojekt SCHNITT # STELLEN, das sich den Synergien von Medienkunst und den medienkulturellen Alltagserfahrungen von Schüler*innen einer städtischen Neuen Mittelschule widmet. Die ARGEkultur ist Partnerin des Projekts.

Wie leben Kinder in anderen Stadtteilen?
Bin ich arm oder reich?
Was passiert in einem Gericht und wie kann man mit Handys Kunstwerke erschaffen?

Diese und andere Fragen stellen sich Kinder und Jugendliche, wenn Künstler*innen mit ihnen gemeinsam Forschungsprojekte in Schulen und sozialen Zentren initiieren. Sie thematisieren auf unterschiedliche Weise Aspekte von gesellschaftlichen Ungleichheiten. Künstlerische Forschung mit Jugendlichen ist ein relativ junges Feld, das jedoch auf der langen Tradition von partizipativer und sozial engagierter Kunst aufbaut. Oft sind Hoffnungen daran geknüpft, dass Kunst soziale Schranken überwinden könne.

In der Veranstaltung stellen drei Künstlerinnen innovative Projekte vor, in denen sie mit Kindern und Jugendlichen künstlerisch forschen. Esther Pilkington präsentiert das mit dem Hamburger Stadtteilkulturpreis ausgezeichnete Forschungstheater KLASSENTAUSCH, bei dem Schüler*innen zweier Klassen in unterschiedlichen Stadtteilen einen Tag lang die Plätze tauschen und ihre Erfahrungen im Rahmen einer gemeinsamen Performance teilen. Elise von Bernstorff stellt eine Projektreihe vor, in der sie mit Jugendlichen die Abläufe in einem Gericht erforscht und Tatia Skhirtladze berichtet über das Projekt HANDY PICTURES, bei dem Jugendliche in Armenien, Aserbaidschan und Georgien Kunst mit Mobiltelefonen machen.

Moderation: Sonja Prlic

Elise v. Bernstorff

Elise v. Bernstorff studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und war Stipendiatin des künstlerisch-wissenschaftlichen Graduiertenkollegs ‚Versammlung & Teilhabe: urbane Öffentlichkeiten und performative Künste‘ (HCU Hamburg, theatre of research / FUNDUS Theater, K3 Tanzplan Hamburg). Dort entwickelte sie im Rahmen ihrer Promotion ‚Die Performance des Gerichts‘ in Zusammenarbeit mit Kindern zwei künstlerische Forschungsprojekte. Seit 2010 arbeitet v. Bernstorff als Dramaturgin, Performancekünstlerin und wissenschaftliche Autorin, seit 2016 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des BMBF-finanzierten Forschungsprojektes ‚Transkulturelle Praktiken im postmigrantischen Theater und in der Schule‘ an der Universität Lüneburg / Kunstakademie Düsseldorf.

Esther Pilkington

Esther Pilkington (Hamburg) ist Performancemacherin und -forscherin. Sie realisierte zahlreiche Performanceprojekte, sowohl solo als auch mit den Kollektiven ‚random people‘, geheimagentur und irreality.tv. Ihre gemeinsam mit Sibylle Peters am Forschungstheater im Fundus Theater entwickelte Arbeit ‚Klassentausch‘ wurde 2015 mit dem Hamburger Stadtteilkulturpreis ausgezeichnet.

Esther Pilkington studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Anglistik in Frankfurt/Main und Practising Performance in Aberystwyth (Wales), wo sie 2011 ihre Promotion über das Element der Reise in zeitgenössischer Performancepraxis abschloss. Danach arbeitete sie als Post Doc im künstlerisch-wissenschaftlichen Graduiertenkolleg ‚Versammlung und Teilhabe: Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste‘ (HafenCity-Universität Hamburg, K3 – Zentrum für Choreographie, FUNDUS Theater), und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt ‚Mobile Welten: Zur Migration der Dinge in transkulturellen Gesellschaften‘ (MKG Hamburg, Europa-Universität Viadrina / Frankfurt (Oder) Goethe-Universität / Frankfurt a.M., Erich Kästner-Schule / Hamburg-Farmsen).

Tatia Skhirtladze

Geboren in Georgien, lebt und arbeitet als Künstlerin und Filmarbeiterin in Wien. Studium der Kunstpädagogik in Georgien und Österreich, Studium der Bildenden Kunst in den Niederlanden. Seit 2011 unterrichtet sie Video an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Ihre künstlerische Arbeit oszilliert zwischen Bildender Kunst und Film. Ihre Werke wurden in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt (u.a. Prague Quadrennial, T.I.C.A. AIR-LAB Tirana, Kunstraum Niederösterreich Vienna, Art Caucasus Tbilisi).
tatias.net

Sie experimentiert erfolgreich mit unterschiedlichen künstlerischen und filmischen Methoden und deren Vermittlung – unter anderem initiierte und mit-entwickelte sie ein Modul zu ‚Art Education‘ mit Mobiltelefonen, welches bereits als Lehrveranstaltung für Studierende der Kunstpädagogik an der Universität für Angewandte Kunst angeboten wird, sowie ein Vermittlungsmodul mit Mobiltelefonen zu ‚Film Education‘, das das EYE Filmmuseum in Amsterdam angekauft hat. Sie ist Mitbegründerin des Hands-On Museum SHUQURA in Georgien, welches als nomadisches Kindermuseum seit mehr als zwei Jahren in Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Designer*innen und Architekt*innen Vermittlungsprojekte entwickelt und/oder realisiert.
www.facebook.com/shuquramuseum

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