ARGEkultur Logo
ARGEkultur Logo

Christoph Grissemann & Manfred Engelmayr

DIE SAMUEL PEPYS SHOW – Salzburgpremiere

MotzART Festival Kabarett
Christoph Grissemann & Manfred Engelmayr am 08.02.2020 um 20:00 Uhr
Foto © Udo Leitner

Samuel Pepys [saemuel piːps] war der wohl manischste Tagebuchschreiber der Geschichte. Zehn Jahre (1660–1669) schrieb der Beamte des Londoner Flottenamtes täglich stundenlang an seinem monströsen, geheimen Tagebuch, das am Ende 4000 Seiten stark war.
Pepys versuchte unter allen Umständen zu vermeiden, dass andere Personen von seinen Notizen erfuhren oder gar seine Aufzeichnungen entschlüsselten – schon gar nicht seine Frau –, und verfasste es daher in Geheimschrift. So entstand ein Tagebuch von historischer Dimension, zutiefst komisch und hochinteressant.

Samuel Pepys platzt in seinem geheimen Tagebuch vor Mitteilungssucht – alles, wirklich alles wird verzeichnet: Das Nüsse Sammeln im Wald, die Prügelstrafe für stetig wechselnde Dienstmädchen, ein Perückenkauf, Theaterbesuche, Saufgelage, politische Geschehnisse und erotische Abenteuer unter‘m oder auf dem Wirtshaustisch („Gott verzeih‘s...“). Verdauungsfragen werden genauso ausführlich thematisiert wie die gepuderten Nasen der Mätressen des Königs.

Christoph Grissemann gibt an diesem Abend Samuel Pepys. Mit im Boot: Komponist und Musiker Manfred Engelmayr (‚Bulbul‘), ein Künstler, dem man nachsagt, selbst auf fünf Spaghetti (gekocht) noch tadellos Harfe spielen zu können.

1.3.1662. Mit meiner Frau in „Romeo und Julia“. Das schlechteste Stück, das ich je gesehen habe. Dazu schauderhaft gespielt. Habe beschlossen, nie wieder in eine Premiere zu gehen, weil die Schauspieler dauernd ihren Text vergessen.

Samuel Pepys ist der KING der Gattung Tagebuch
Arno Schmidt
Der Teil, den die Besucher im Wiener Kabarett Niedermair über Samuel Pepys erfahren, ist in jedem Fall bizarr, es ist in jedem Fall komisch, und es ist in jedem Fall ernst. Denn Samuel Pepys ist kein Sympathieträger heute und auch damals nicht. [...] Der Abend bleibt in Erinnerung.
Moritz Ziegler, Wiener Zeitung

Christoph Grissemann

geboren 1966 in Innsbruck, 1985 Matura in Mödling, NÖ. Danach studierte er vier Jahre Germanistik, Publizistik und Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, brach das Studium jedoch ab und leistete Zivildienst im Flüchtlingslager Traiskirchen.

Der legendäre Kabarettist und Radio-Moderator arbeitet seit 1988 für den ORF. Seit 1990 an der Seite von Dirk Stermann – mit der gemeinsam moderierten Sendung ‚Salon Helga‘ (zuerst auf Ö3, dann FM4) erreichten die beiden Kultstatus. Seit 1997 verschiedene TV-Sendungen (‚Suite 16‘, ‚Blech oder Blume‘, ‚Frau Pepi und die Buben‘), Bühnen-Auftritte in Österreich, Deutschland und in der Schweiz. Seit 1998 Radiomoderator in Deutschland beim ORB. Buchveröffentlichungen und CDs. Außerdem wirkt Christoph Grissemann als Werbesprecher sowie als Testimonial (unter anderem für Verbund) und als Darsteller für diverse Fernsehproduktionen, zuletzt als Gebrauchtwagenhändler Werner Kogler in der Fernsehserie ‚Vorstadtweiber‘ (Ö 2018).

Seit 2007 führen Stermann & Grissemann durch die wöchentliche Late Night Show ‚Willkommen Österreich‘ im Rahmen von Die.Nacht auf ORF 1.

www.stermann-grissemann.at

Manfred Engelmayr

1972 in Wels geboren, ist ein in Wien lebender Musiker (E-Gitarre, Gesang und Electronics). Sein Werk ist dem Do-It-Yourself-Gedanken verpflichtet und umfasst neben Komposition und Produktion auch den Bau selbstkreierter elektronischer Upcycling-Instrumente. Er spielt in mehreren Bands (u. a. Bulbul, Broken Heart Collector), produziert Theatermusik, hält Workshops, vertont Hörspiele und Filme. 2002 erhielt Engelmayr das Jahresstipendium des ske-Fonds.

raumschiff.klingt.org

Demnächst