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TOOLS OF SUBVERSION von gold extra

Interaktive Medienkunstinstallation. Am 2.2. und vom 4. bis 9.2., jeweils 18 bis 23 Uhr

MotzART Festival Medienkunst
TOOLS OF SUBVERSION von gold extra am 02.02.2019 um 18:00 Uhr
Foto © gold extra
Eintritt frei
Samstag
Foyer

TOOLS OF SUBVERSION ist eine spielerische Installation, in der Künstlerinnen unterschiedlicher Sparten Interventionen gegen Hate Speech entwickelt haben. Mit Anti-Hass-Controllern können Websites verändert, umgestaltet und manipuliert werden. Ein Tisch, selbst ein künstlerisches Objekt, dient dabei als Werkstatt, um mit selbstgebauter Hardware und Software Hass-Websites zu bearbeiten. Die Palette der Interventionen reicht von selbstlernenden Algorithmen, die Websites in Bilder von Plüschtieren verwandeln über Klangkompositionen, Eingriffe in Texte und visuelle Strukturen bis hin zur Möglichkeit Websites aufzuessen!

Füttere den Troll uns lass ihn platzen!

TOOLS OF SUBVERSION ist ein kollektiv erarbeitetes Netzkunstprojekt und eine Computerspiel-Installation, in der Künstlerinnen unterschiedlicher Sparten an Projekten des Widerstands gegen Hate Speech arbeiten. Das Netzwerk aus Frauen hat sich eigens für dieses Projekt formiert und möchte sich dem frauenfeindlichen Diskurs, wie wir ihn besonders im Feld der Computerspiele in den letzten Jahren erlebt haben, entgegensetzen. Mit TOOLS OF SUBVERSION arbeiten sie auf humorvolle Weise an einer alternativen Strategie, mit Hate Speech umzugehen, und sich den Diskurs im Netz zurückzuholen.

Sie etablieren neue Formen der Gegenrede im Netz, die nicht auf Sprache basieren, sondern sich auf die Kraft von selbst gestalteten Bildern stützen. Visuelle Memes bestimmen den Diskurs im Netz ebenso wie sprachliche Äußerungen und sind dabei universell verständlich. In ihrer Installation lassen sie das Publikum solche Memes des Widerstands erzeugen.

Die Installation besteht aus einem künstlerischen Objekt, dem Tool-Tisch, selbstgebauter Hardware und einen Software-Teil: Das Publikum betritt dabei eine Werkstatt, die verschiedene Tools anbietet, um Hass-Websites zu bearbeiten. Mit den eigens kreierten „Anti-Hass“-Controllern (Ventilator, Buzzer, Kuscheltier, atmende Bücher oder Telefone) können sie diese Websites auf unterschiedliche Weisen verändern, umgestalten und manipulieren. Die technische Grundlage für die Softwaregestaltung bildet die Game-Engine Unity. Die Künstlerinnen nutzen dabei neue Entwicklungen im Bereich von Game-Engines, die es ermöglichen Web-Inhalte als Texturen von Computerspielen darzustellen. Die Website wird so zur Leinwand, die beliebig verändert werden kann. Die Interventionen reichen von der Entwicklung selbstlernender Bilderkennungsalgorithmen über Klangkompositionen und Eingriffe in Textelemente und visuelle Strukturen von Websites bis zur Möglichkeit Websites aufzuessen.

Ein Projekt von Sonja Prlic, Martina Brandmayr, Seda Röder, Elisabeth Schmirl
Programmierung, Support: Andreas Leitner, Martin Kenzel, Karl Zechenter
Produziert von gold extra

Sonja Prlic ist Medienkünstlerin, Regisseurin, Dramaturgin und Universitätsassistentin am Mozarteum Salzburg. Ihre Studien führten sie über Literatur und Dramaturgie zu künstlerischen Computerspielen. 1998 mitbegründete sie gold extra und arbeitet seither an Projekten zwischen Theater, Neuen Medien und Computerspielen. Ihr Interesse gilt u. a. der Entwicklung neuer künstlerischer Formen für dokumentarische Computerspiele und den Potenzialen von künstlerischen Computerspielen für den gesellschaftlichen und politischen Dialog. Ihre künstlerisch forschende Dissertation auf diesem Gebiet wurde mit dem Award of Excellence ausgezeichnet.
www.goldextra.com

Martina Brandmayr studierte an der FH Salzburg Multimedia Art und arbeitet vielseitig als Visual Artist. Für gold extra war sie unter anderem für die visuelle Gestaltung der Maps des Multiplayers FRONTIERS verantwortlich. Für das Projekt „Andrea Hofer“ rief sie darüber hinaus ihren eigenen Lehrstuhl für fiktiven Feminismus und Geschichtsmanipulation aus.

Seda Röder „the piano hacker” ist Musikerin und Komponistin, die sich der Kreativität im Zeitalter der Technologie verschrieben hat. Sie ist Gründerin des Sonophilia-Netzwerks, das sich dem Erforschen der kreativen Synergien von Kunst und Technologie widmet. In ihrer Arbeit als Pianistin forscht sie an den Schnittstellen von alt und neu, analog und digital. Sie ist Absolventin des Mozarteum Salzburg und der HfMT München und unterrichtete an der Harvard University und am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
www.sedaroeder.com

Elisabeth Schmirl studierte amn der Universität Mozarteum Salzburg Grafik, Malerei und Neue Medien. Sie arbeitet als Bildende Künstlerin, ist Obfrau des Kunstraums periscope und der Initiative Super zur Vermittlung von Leerstand. Sie ist Assistentin an der Universität Mozarteum und vielfältig kulturpolitisch aktiv. In ihren Arbeiten greift sie den Selbstdarstellungs- und Selbstinszenierungstrieb unserer Zeit auf. Sie wählt Porträts, die sie in der virtuellen Welt findet und transformiert diese in ihre Malerei sowie in ihre Drucke.
www.elisabethschmirl.at