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ES BRENNT DER HUT! EINE ANDERE WIRTSCHAFT IST MÖGLICH

Podiumsdiskussion mit Toni Innauer und Christine Miedl | ab 18 Uhr Infostände zur Gemeinwohl-Praxis im Foyer

ARGEkultur Diskurs Eine Koveranstaltung mit der Gemeinwohlökonomie-Regionalgruppe Salzburg
ES BRENNT DER HUT! EINE ANDERE WIRTSCHAFT IST MÖGLICH am 14.05.2019 um 19:30 Uhr
Bild © ARGEkultur/Rollny

Wiederaufnahme wegen großen Erfolgs: Nach der ersten Podiumsdiskussion zur Gemeinwohlökonomie (GWÖ) im Juni letzten Jahres diskutieren diesmal Olympiasieger und Biogetränke-Unternehmer Toni Innauer und Christine Miedl, Prokuristin und Direktorin für Nachhaltigkeitsmanagement bei der Sparda-Bank München, über die Schieflage der Wirtschaft und nachhaltige, ökologisch-soziale Alternativen. Mit auf dem Podium: GWÖ-erfahrene Praktiker*innen.

Der Hut brennt weiter: Nach dem erfolgreichen Start dieses breit angelegten Diskussionsformates zum Aufbruch in neue Formen des Wirtschaftens im Juni letzten Jahres, organisiert die Regionalgruppe der GWÖ Salzburg in Kooperation mit der ARGEkultur am 14. Mai die zweite Auflage zu ES BRENNT DER HUT!. Heuer diskutiert Skispringerlegende und Mitunternehmer des Biogetränkeherstellers IXSO Toni Innauer mit Christine Miedl, Prokuristin und Direktorin für Nachhaltigkeitsmanagement bei der Sparda-Bank München über die Schieflage der Wirtschaft und nachhaltige, ökologisch-soziale Alternativen. Mit am Podium sind Gemeinwohl-Praktiker*innen und Menschen, die Verantwortungsbewusstsein jetzt schon täglich leben, wie Alexandra Schmidt, Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg und ‚Plastikfasterin‘, Phil Zezula, Betreiber der academy bar im Salzburger Andräviertel, Viktoria Haas, Gemeinwohlbeauftragte des Familienunternehmens Buchbinderei Fuchs in Saalfelden sowie Reinhard Weinmüller, langjähriger Wirtschaftsdirektor von St. Virgil Salzburg. Sie berichten über ihre vielfältigen Erfahrungen und gewonnenen Erkenntnisse beim nachhaltigen Wirtschaften und Konsumieren. Moderiert wird der Abend von den Salzburger GWÖ-Beraterinnen Isabella Klien und Sabine Lehner.

Gibt es überhaupt sinnvolle Alternativen zum aktuellen, neoklassischen Wirtschaftsmodell? Kostet verantwortungsvolles Handeln nur viel Geld und gefährdet das wirtschaftliche Überleben eines Unternehmens? Was kann ich als einzelne Person da eigentlich bewirken? Diese und ähnliche kritische Gedanken kommen oft auf, wenn es um notwendige Veränderungen im eigenen Handeln, beim Konsumieren und Wirtschaften geht. Jedoch beweisen einerseits bereits zahlreiche Unternehmen, dass es ganz im Gegenteil zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, Bindung von Mitarbeiter*innen ans Unternehmen und Stärkung langfristig stabiler Kund*innenbeziehungen führt, wenn man Werte statt Finanzgewinn in den Fokus rückt. Und andererseits gibt es unzählige Beispiele aus dem Privatbereich, die aufzeigen, was möglich ist und wie viel Spaß und Freude es auch bereiten kann, sich dem herkömmlichen Konsumzwang zu entziehen.

Wie das funktioniert und was diejenigen, die das schon leben dazu sagen, erfahren die Teilnehmer*innen der Diskussionsveranstaltung ES BRENNT DER HUT! am 14. Mai ab 18.00 Uhr, in der ARGEkultur. Die Protagonist*innen, die sich den Fragen der Moderatorinnen und des Publikums stellen, sind:

Von der Skispringerlegende zum IXSO Biogetränke-Unternehmer

Als ehemaliger Spitzensportler zieht Toni Innauer die Parallele zwischen Wirtschaft und Sport: „Im Sport so wie der Wirtschaft brauchen wir Spielregeln. Es geht darum, Leistung auf faire Art und Weise zu erbringen und Geld auf gute Art und Weise zu verdienen.“ Dieser Grundsatz, der in der Vision der GWÖ als ‚gutes Leben für alle‘ steht, hat dazu geführt, dass Innauer als Mitunternehmer beim Biogetränkehersteller IXSO in Hof bei Salzburg (www.ixso.eu) eingestiegen ist. Der Schritt zum GWÖ-Unternehmer war eine ganz bewusste Entscheidung und erfolgte, weil Innauer mit neuen – sowohl geschmacklich als auch im Produktdesign noch überzeugenderen – Bioalternativen vor allem jene Konsument*innen erreichen will, die bisher noch nicht zu Bio greifen.

Die Sparda-Bank München eG zeigt’s vor: Vierte GWÖ-Bilanz seit 2010

Begeisterung und Überzeugung waren es auch, die aus der ehemaligen Marketingleiterin Christine Miedl die Direktorin für Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeitsmanagement bei der Sparda-Bank München eG (www.sparda-m.de) werden ließen. Bereits im Jahr 2010 – kurz nach der Geburtsstunde der GWÖ – stieg die Münchner Bank in den ersten Bilanzierungsprozess ein. Miedl erlebte die Mühen der Pionierbetriebe hautnah. „Was mich zum Weitermachen bewogen hat, war die Sinnfrage, die ich durch die GWÖ beantwortet sehe. Das ist bei den anderen Nachhaltigkeitsindizes nicht der Fall.“ So kommt es, dass die Sparda-Bank München eG bereits die vierte GWÖ-Bilanz erstellt hat und die letzten acht Jahre von gesundem Wachstum und einer steigenden Attraktivität als Arbeitgeberin begleitet sind.

Eine freudvolle Form des Fastens

Beruflich ist sie als Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg tätig, privat experimentiert sie mit dem Plastik-Fasten: Alexandra Schmidt. Konkreter Auslöser war der Film PLASTIC PLANET, der Schmidt dermaßen betroffen machte, dass sie in der Fastenzeit 2016 damit begonnen hat, ihr Leben so plastikfrei wie möglich zu gestalten. „Für mich ist dieser neue Lebensstil lustvoll und eine Bereicherung. Ich achte jetzt viel mehr auf Hochwertigkeit bei Lebensmitteln und Kleidung.“ Herausfordernd ist für Schmidt die plastikfreie Körperhygiene und dekorative Kosmetik. In ihrer Kolumne ‚Neues vom Lieblingsplaneten‘ schreibt sie immer wieder über ihre Erfahrungen.
zartbitter.co.at/category/kolumne/neues-vom-lieblingsplaneten

Besonderes Engagement als Mitarbeiterin

Viktoria Haas ist als neue Mitarbeiterin der Buchbinderei Fuchs in Saalfelden letztes Jahr beim Einstieg gleich mit der Aufgabe betraut worden, die neue Gemeinwohlbilanz für das Unternehmen, das bereits 2013 erstmals eine Gemeinwohlbilanz erstellt hatte, zu erarbeiten. Ihre Begeisterung für die Ansätze der Gemeinwohlökonomie, die dabei entstanden ist, hat auch dazu geführt, dass sie den österreichweit ersten Masterlehrgang ‚Angewandte Gemeinwohlökonomie‘ am Studien und Management Center in Saalfelden angefangen hat. „Mich hat die Beschäftigung mit der Gemeinwohlökonomie schon innerhalb dieses ersten Jahres unglaublich bereichert! Es macht Freude, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und über Alternativen zum Status unserer Wirtschaft nachzudenken.“
www.speisekarten.atstudienzentrum.at/ma-gemeinwohloekonomie

Verantwortungsvolles Führen eines Unternehmens

Für den Wirtschaftsdirektor von St. Virgil Salzburg, Reinhard Weinmüller, gehört ein verantwortungsbewusster Umgang mit Menschen und Ressourcen von jeher zu seinem Führungsverständnis. Beispielsweise setzt das Haus im Umweltbereich laufend konkrete Maßnahmen zur Optimierung des Energieverbrauchs um. Die Gemeinwohlbilanz, die St. Virgil gerade zum zweiten Mal erarbeitet, hat die Vielzahl an Einzelmaßnahmen gebündelt und angreifbar gemacht. „Ich finde die Struktur der Gemeinwohlmatrix sehr klar und hilfreich. So können wir gezielt an wichtigen Themen weiterarbeiten und Mitarbeiter*innen ihren Kompetenzen entsprechend involvieren und aktivieren. Besonders spannend finde ich die Weiterentwicklung der Lieferantbeziehungen. So entsteht ein Netzwerk im B2B.“
www.virgil.at

Menschlichkeit als Selbstverständlichkeit leben

Phil Zezula betreibt mit Michi Grassl und Tom Zezula zusammen die academy Werbeagentur & Bar in Salzburg. Die Betreiber dieser sehr speziellen Kommunikations-, Veranstaltungs- und Gastronomie-Location stellen sich seit Anbeginn immer wieder in den Dienst der guten Sache. Ob die gratis ausgegeben weihnachtliche Würstelsuppe am 24.12., der ‚Suspended Coffee‘, oder die integrativen Sprachkurse, die tagsüber in den Räumlichkeiten der academy abgehalten werden. „Für uns ist das ganz selbstverständlich, dass wir Menschen, denen es nicht so gut geht, helfen. Wir können nicht alles lösen, aber, im Rahmen unserer Möglichkeiten tun wir einfach etwas! Und wir freuen uns über die Freude, die wir damit bei Menschen auslösen.“
www.academy-salzburg.at

Conclusio aller Protagonist*innen:

„Gemeinwohlorientiertes Handeln ist keine Belastung, im Gegenteil: Es regt an und weckt die Freude am Experimentieren.“ Dieses gemeinsame Feuer brennt in allen sechs Podiumsdiskutant*innen, die mit ihren lebhaften Geschichten die Besucher*innen anzünden wollen, auch in ihrem beruflichen und privaten Umfeld nachhaltiger zu handeln.
Achtung: Ansteckungsgefahr! ;-)

Über die Gemeinwohl-Ökonomie

Die weltweit agierende Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung wurde 2010 ins Leben gerufen. Sie basiert auf den Ideen des österreichischen Publizisten Christian Felber. Aktuell umfasst sie weltweit rund 11.000 Unterstützer*innen, mehr als etwa 4.000 Aktive in über 150 Regionalgruppen, 31 GWÖ-Vereine, 500 bilanzierte Unternehmen und andere Organisationen, knapp 60 Gemeinden und Städte sowie 200 Hochschulen weltweit, die die Vision der Gemeinwohl-Ökonomie verbreiten, umsetzen und weiterentwickeln – Tendenz steigend! Seit Ende 2018 gibt es den Internationalen GWÖ-Verband, in dem sich die neun nationalen Vereine abstimmen und ihre Ressourcen bündeln. (Stand 02/2019)

www.ecogood.org

Kontaktdaten

Sabine Lehner, Koordinatorin der Regionalgruppe der GWÖ Salzburg

+43 (0)664 145 37 87
sabine.lehner@ecogood.org

Allgemeine Rückfragen zur Gemeinwohl-Ökonomie bitte an:
Silvia Painer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, GWÖ Österreich

+43 (0)664 4201310
press-austria@ecogood.org

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