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Der Nino aus Wien

Support: Anna Mabo

Musik
Der Nino aus Wien am 11.03.2020 um 20:00 Uhr
Foto © Pamela Russmann
Mittwoch
Saal
unbestuhlt

Der Nino aus Wien ist nicht nur der „Bob Dylan vom Praterstern“ (Falter). Nach dem zehnten Album, gefühlten 17 Amadeus-Nominierungen, einem tatsächlichen Amadeus-Award aus 2016, mehr als zehn Jahren auf den kleinen und mittleren Bühnen des deutschsprachigen In- und Auslands, ist es auch Zeit für die nächste Konfektionsgröße: Mit neuen Songs im Gepäck spielt Nino in der Muffathalle München, der Elbphilharmonie Hamburg und der Wiener Stadthalle. Dass in dieser Reihe die ARGEkultur nicht fehlen darf, ist eh klar, oder?

DER NINO AUS WIEN, erschienen 2018, ist wahrscheinlich das persönlichste Album in Ninos Karriere, gleichzeitig aber auch das mehrdeutigste. Die Texte erschließen sich manchen erst nach mehrmaligem Hören, anderen vielleicht auch gar nicht. WACH bezeichnet Nino als „vielleicht das beste lange Lied, das ich je geschrieben habe“. Es ist ein Tourtagebuch, das wohl nur er selbst gänzlich verstehen kann. UNENTSCHIEDEN GEGEN RIED ist ein Protestlied gegen das mäßige Niveau in den österreichischen Fußball-Profiligen. Sehr zum Gaudium der Fußballfans (weniger vielleicht der Vereine), sicher aber für alle Tifosi gehobener Songwriting-Kultur.

Bäume, das bisherige Meisterstück des Musikers … Näher als hier war der österreichische Pop nie an Bob Dylan dran.
Gerhard Stöger, Falter 2014

So gibt sich das Jubiläumsalbum wie ausnahmslos alle des gesamten Katalogs: als Jewel Case voll mit guten Songs. Diesmal geschrieben in München, Zürich, Locarno und Wien. Wieder aufgenommen mit Wanda-Produzent Paul Gallister im zweiten Wiener Gemeindebezirk, dem er trotz Umzug nicht ganz entkommen kann. Paul Gallister ist auch als Musiker auf dem Album zu hören, so wie die Mitstreitkräfte Natalie Ofenböck, das Ensemble Franui und die Ninoband: pauT, Raphael Sas und David Wukitsevits.

Der Nino aus Wien lockt mit seinen neuen Alben Bäume und Träume in ein faszinierendes Labyrinth der Schrulligkeiten. … Ein exzellenter Ohrwurm glückte mit dem Song Die Hütte vor dem Haus, der ein wenig an den jungen Wolfgang Ambros erinnert. In seinen Texten schafft er das Kunststück, Tristesse und Ereignislosigkeit zum Abenteuer umzudeuten. Den Zauber seiner Kunst macht auch diese gewisse Gefährdetheit aus, die bei seinen Liveauftritten ins Auge sticht. Nino zählt zu den Künstlern, bei denen Niederlagen interessanter sind als die Erfolge der Kollegen. An seiner spinnerten Parallelwelt prallt der Zwang zur Logik genauso ab wie normierte Verhaltensweisen und jeder Erfolgshunger. Das Wort Erfolg ist nicht in meinem Sprachgebrauch, beteuert Nino [...] Aus den in seinen Songs behutsam aufgefädelten Sonderbarkeiten, vor allem von seiner Seinsgelassenheit kann jeder lernen.
Samir Köck, Die Presse 2014

Support: Anna Mabo

„Anna Mabo hat nicht nur ein Handerl (wie man in Wien verlässlich diminutiv zu einer Begabung sagt). Sie hat mindestens drei. Ein Handerl für Reime, ein weiteres für ohrwurmstichige Melodien. Und ein drittes, das stärkste, finde ich, für die Klarheit. Was Anna Mabo denkt und dichtet und singt kommt wie ein Geschoß bei der Hörerin und beim Hörer an. Aber niemals geht solche Klarheit auf Kosten der Poesie: Die Songs nehmen Abzweigungen, legen falsche Spuren. Doch am Ende ist man das, was der Angelsachse zu aufgeklärt sagt: enlightened.

Die Künstlerin entstammt dem wohlbehüteten Wien, ein hinreißend trashiger Hinweis spricht von der Hietzinger Auhofstraße. Aber „hinter grünen Jalousien aufgewachsen“ zu sein, wie man zu Schnitzlers Zeiten sagte, schadet nicht der Ausdruckskraft, solang man sein Zeug ideologisch so auf der Reihe hat wie Frau Mabo. Die Texte erzählen mit Belustigung und ohne Empörung von der Kunstwelt, von Herzenssachen und von den Männern, den lästigen, die den Frauen die Welt erklären, ebenso wie von den lustigen und liebenswerten.

Auf Vinyl oder CD oder hoffentlich bald zuhauf stattfindenden Konzerten: Die Songs von Anna Mabo werden Ihre Welt nicht so schnell verlassen.“

(Ernst Molden, Juli 2019)

Geboren 1996 in Wien, dort erfolgreich aufgewachsen. Ihr Umzug nach Ottakring und das fehlende Vertrauen ihres Vaters in ihre Autofahrkünste gaben Anstoß zu den ersten Lo-Fi Songs, mit vielen Worten und wenigen Akkorden.

Alte Hunde, kaputte Autos, Väter und Mütter, Alltagsballast und Alltagspaläste, das U-Bahnfahren – ein Querschnitt durch irrelevante Wichtigkeiten und relevante Nichtigkeiten, also alles, was das Leben so macht.

Als Schauspielregisseurin - Studium am Max Reinhardt Seminar ab 2015 - wird sie in der Saison 2019/20 unter anderem am Volkstheater in den Bezirken (DIE REIßLEINE von David Lindsay-Abaire) sowie am Landestheater Niederösterreich (Hermann Hesses DEMIAN als Klassenzimmertheater) und am Wiener Schauspielhaus inszenieren, am Theater arbeitet sie unter ihrem eigentlichen Namen Anna Marboe.

www.facebook.com/Anna-mabo

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