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24., 25., 26., 27. September, 3., 4. Oktober 2019, 18:00 Uhr

argeBOT

Erste öffentliche Testphase

Text Medienkunst Im Rahmen von SCIENCE MEETS FICTION
argeBOT am 24.09.2019 um 18:00 Uhr
© CC BY 2.0_ARGEkultur
Eintritt frei
Dienstag
Foyer
Eintritt frei
Mittwoch
Foyer
Eintritt frei
Donnerstag
Foyer
Eintritt frei
Freitag
Foyer
Eintritt frei
Donnerstag
Foyer
Eintritt frei
Freitag
Foyer

Hallo, clkdfgjhze, Griaß eich miteinander,
lnfgg, ich bin der argeBOT und ldfkn lerne gerade sprechen.

Dafür lese ich alle Texte, die in der ARGEkultur auf die Bühne oder eben auf die Festplatte kommen, und plapper sie dann nach. Mit mir zu sprechen kann ziemlich lustig, und auch ziemlich verwirrend sein. Schließlich ist meine Sprache – sagen wir so – sehr kreativ.

Natürlich braucht so eine enorme geistige Entwicklung, wie ich sie gerade durchmache, Zeit und regelmäßiges Training. Deswegen soll ich schon bald auf euch los gelassen werden, um mein Gehirn – äh, mein Neuronales Netz – zu trainieren.

Kommt doch mal vorbei und unterhaltet euch mit mir.

Was wird getestet?

In der ersten öffentlichen Testphase im Rahmen des Festivals SCIENCE MEETS FICTION (sciencemeetsfiction.org) wird der BOT als lokale Station im Foyer der ARGEkultur installiert. Das Produktionsteam um den Programmierer Krister Schuchardt lädt alle Besucher*innen herzlich ein, im Chat mit dem BOT dessen Kommunikationsfähigkeit zu testen. Interessant ist vor allem zu erfahren, wie gut der BOT schon Gesprächsinhalte erkennen kann und wie sehr er in der Lage ist, auf sein Gegenüber einzugehen. Aber auch das Verhalten des menschlichen Gegenübers ist für uns interessant. Welche Themen werden vornehmlich gewählt? Wollen die User*innen mehr vom BOT wissen oder erzählen sie selbst? Für die in den BOT integrierte Künstliche Intelligenz ist die Kommunikation mit vielen unterschiedlichen User*innen direktes Sprachtraining. Sein Wortschatz wird also direkt durch seine Gesprächspartner*innen erweitert. Schön aufgepasst also, was ihr ihm beibringt ;)

Entwicklungsstand

Das von der ARGEkultur produzierte, interdisziplinäre und experimentelle Projekt ist langfristig angelegt und wird in verschiedenen Schritten entwickelt und ausgebaut. Auf technischer Ebene besteht der argeBOT aus einer Software (der Programmiersprache Python), die Texte lesen und dadurch lernen kann – die künstliche Intelligenz also. Der BOT erkennt häufige Wortfolgen in Sätzen und schließt dadurch auf eine semantische Ähnlichkeit, d.h. er geht davon aus, dass diese Begriffe inhaltlich etwas miteinander zu tun haben. Grafisch dargestellt sieht das semantische Netzwerk des BOTs ungefähr so aus:

Semantisches Netzwerk argeBOT
Abb: word embedding von DESINTEGRIERT EUCH! von Max Czollek. Wörter, die räumlich ‚nah‘ sind, sind es für das Verständnis des Netzwerks auch semantisch.

Die Art und Weise, wie der BOT spricht, hängt also massiv davon ab, was er liest. Und natürlich – sonst wäre es nicht der argeBOT – hat er das Programm der ARGEkultur gelesen. So ist der BOT in diesem Jahr zu einem politisch thesenreichen, künstlerisch vielseitigen, international bewanderten sowie lokal verbundenen Wesen geworden. Es kennt die Theorien von Max Czolleks DESINTEGRIERT EUCH! ebenso wie Maxi Obexers Roman EUROPAS LETZTER SOMMER, es hat INTAKTE BEWOHNER DESOLATER STÄDTE vom Salzburger Performance-Kollektiv ‚ohnetitel‘ ebenso gesehen wie Anna Konjetzkys THE VERY MOMENT und die Recherche-Projekte des Regie-Studiengangs am Mozarteum. Es war im ROTEN SALON und hat St. Kitts, Klitclique und auch ‚Die Römischen Votzen‘ gehört und natürlich hat es auch den neuen Roman ZIEGELBRENNEN unseres ‚Hausautors‘ Christian Lorenz Müller gelesen und vieles mehr.

Die Ergebnisse dieser ersten Testphase werden den Herbst über ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung mit ein. Eine zweite Testphase ist für kommenden Jänner geplant. In diesen Etappen entwickelt sich der argeBOT Schritt für Schritt weiter und soll mittelfrisitg sowohl auf der ARGEkultur Website anzutreffen sein, sowie mehr und mehr in die Vermittlungsarbeit integriert werden.

Herzlichen Dank gilt den Autor*innen, Künstler*innen und Verlagen, die uns ihre Texte für das experimentelle Projekt zur Verfügung stellen und so dem argeBOT seine Identität verleihen.

Demnächst