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20.03.2020 um 20:00 Uhr

ARE WE ON POLITICAL STAND BY? - ABGESAGT!

Von digitaler Zeug*innenschaft und Online-Aktionismus | Podiumsdiskussion im Salzburger Kunstverein | Diskutan*tinnen: Ksenia Yurkova, Gayatri Parameswaran u.a.

DIGITAL SPRING Festival Diskurs
ARE WE ON POLITICAL STAND BY? - ABGESAGT! am 20.03.2020 um 20:00 Uhr
Foto © Gregory Butler_pixabay

Die Technisierung und Digitalisierung verändert auch unseren Begriff politischer Öffentlichkeit. Politische Auseinandersetzungen werden nicht mehr nur in Tageszeitungen oder auf der Straße geführt, sondern finden in Echtzeit online statt. Demonstrationen werden über Facebook organisiert, ein viral gehendes Video kann, wie beim arabischen Frühling, eine Revolution auslösen. Globale Bewegungen wie Fridays for Future, politische Leaks oder auch #metoo wären ohne die Digitalisierung und mit ihr die permanente Verfügbarkeit von Informationen in Form von Text, Bild, Videos etc. nicht denkbar.
Die Digitalisierung schafft also eine digitale Zeug*innenschaft, in der alle alles mitbekommen und auf alles reagieren können. Aber macht uns das wirklich politischer?

Diskussion in englischer Sprache

Führt diese permanente Verfügbarkeit von Information und auch das Ausgeliefertsein gegenüber globalen Ereignissen nicht auch zu Abstumpfung und Relativierung? Ersetzen ein Like oder eine online-Teilnahme den Gang zur Demo? Ist eine Diskussionsbeteiligung in einem Twitterfeed politisches Handeln oder verschiebt es nur den kritischen Punkt, an dem es gilt, wirklich aktiv zu werden?

Über das Verhältnis von Technik, Digitalität und Politischer Öffentlichkeit diskutieren wir u.a. mit Ksenia Yurkova und Gayatri Parameswaran

Ksenia Yurkova

Ksenia Yurkova

ist eine Künstlerin, die zwischen St. Petersburg und Wien lebt. Sie arbeitet vorrangig mit Fotografie, Video und Text. Das Hauptaugenmerk ihres Interesses liegt auf der Kommunikation und Sprache: die Vielfältigkeit ihrer Substanz, die Möglichkeiten der Wandlung, ihr mythologischer Aspekt, Stereotypisierung (die Frage der persönlichen und politischen Selbstidentifikation und die Fremdidentifikation), Probleme des Gedächtnisses, der Einstellung und der Verlässlichkeit. Aktuell erforscht sie das Phänomen des Affekts in seiner selbstständigen körperlichen Ausstrahlung sowie auf seiner persönlichen und politischen Ebene. Yurkova untersucht wie sich die Phase der individuellen Wahrnehmung – dazu gehören die (traumatische) Erinnerung und Probleme der Identitätsbildung – in Affekte des politischen Körpers verwandelt.
www.kseniayurkova.com

Gayatri Parameswaran
Foto © NowHere Media

Gayatri Parameswaran

ist eine preisgekrönte immersive Journalistin aus Indien, die daran glaubt, dass Geschichten Kraft zur Transformation innehaben. Sie ist Mitbetreiberin von NowHere Media, ein Storytelling-Studio in Berlin, das sich auf Dokumentarfilme und sozialen Einfluss spezialisiert. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Tabuthemen wie Krieg, Frieden, Gewalt in der Partnerschaft und Abtreibung. Am meisten begeistert sie sich dafür, VR als Medium zu verwenden, um Realitäten für eine wünschenswerte Zukunft zu schaffen.

Gayatri hat in über 30 Ländern gearbeitet, darunter in Syrien, im Irak, in der Türkei, in Myanmar, in Indien, in Mexiko, in Nicaragua und in den USA. Ihre Werke wurden beim Venice International Film Festival, SXSW, den United Nations, dem Zentrum für Kunst und Medien, dem Bergen International Film Festival und darüber hinaus gezeigt.

Ihre journalistischen Berichte wurden unter anderem in Al Jazeera English, der Deutschen Welle, Narrativ und The Caravan veröffentlicht. Ihr aktuellstes Werk HOME AFTER WAR war Teil des Oculus VR for Good Creators Lab 2017 und bekam den Social Impact Media Award 2019 für das beste VR-Erlebnis und den Preis der Jury für Best Journalistic Achievement.

www.nowheremedia.net

Michael Hackl

Seine künstlerischen Arbeiten sind das Ergebnis einer konsequenten kritisch-ironischen Hinterfragung heutiger Medienrealität, Rituale und Fetische. Die Ausdrucksmöglichkeit folgt hierbei dem Konzept und erstreckt sich von Skulptur über Performance und Spiel bis hin zum Text. Seine Installationsarbeiten und Performances wurden unter anderem beim Forum Alpbach, in der Kunsthalle Wien, im Kunstraum Innsbruck, dem MAK Wien, der ARGEkultur Salzburg und im Rahmen der Kulturhauptstadt 2007 in Sibiu gezeigt. Seine Arbeit im Kontext von Research und Development im pharmazeutischen Bereich befasst sich mit der Reproduzierbarkeit und Kollaboration in den Bereichen Modellierung, Simulation und Studiendesign.

 

 

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