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21.03.2020 um 15:00 Uhr

STAND BY IN DER LEISTUNGSHÖLLE? - ABGESAGT!

Die Drehbücher neuen Arbeitens | Podiumsdiskussion am HCI | Diskutan*tinnen: Judith Igelsböck, Stephanie Müller, Klaus Erika Dietl, u.a.

DIGITAL SPRING Festival Diskurs Medienkunst
STAND BY IN DER LEISTUNGSHÖLLE? - ABGESAGT! am 21.03.2020 um 15:00 Uhr
Foto © Topi Pigula_pixabay

Immer schön dran bleiben! Und ja keine Lücken im Lebenslauf! In vielen Berufsfeldern ist immer detaillierter vorgeschrieben (geskriptet), wie ein erfolgreicher Karriereverlauf auszusehen hat. Doch wie sehr müssen wir uns in der Entfaltung unserer Berufstätigkeiten von idealisierten und illusorischen Karrieredrehbüchern beeindrucken lassen? Können wir diese Drehbücher auch einfach umschreiben? Welche Rollen spielen Technisierung und Digitalisierung in gegenwärtigen Karriere-Entwürfen? Lässt sich durch sie individueller Handlungsspielraum gewinnen?

Die Besucher*innen des DIGITAL SPRING Festivals werden eingeladen, den als ideal geltenden Curriculum Vitae in ihrem Berufsumfeld zu skizzieren und mit dem zu vergleichen, wie sie ihr Arbeitsleben gerne leben möchten.

Ein partizipativer Vortrag von Judith Igelsböck, in freundlicher Konfrontation mit den Resident Artists des DIGITAL SPRING Klaus Erika Dietl und Stephanie Müller (MEDIENDIENST LEISTUNGSHÖLLE).

Diskussion in englischer Sprache.

Judith Igelsböck

Judith Igelsböck

ist Postdoctoral Researcher am Munich Center for Technology in Society (MCTS) der TU München und leitet das Projekt ‚Drehbücher der Innovation’ am Linz Institute of Technology (LIT), das sich der empirischen Erkundung isomorpher Tendenzen in der Organisation von Innovationsaktivitäten widmet, sowie den Möglichkeiten der künstlerischen Intervention in eben diese. Judith hat in einer Reihe sozialwissenschaftlicher Forschungsfelder gearbeitet. Ihrer Obsession für künstlerische Forschung kommt sie derzeit vor allem im Experimentieren mit Verbindungslinien zwischen dem Theater und der Innovationsforschung nach.

Klaus Erika Dietl
Foto © Floriana Betz

Klaus Erika Dietl

hat an der Akademie der Bildenden Künste (AdBK) in München Malerei und Kunsttheorie studiert. Im Collagieren und Montieren von visuellem und akustischem Material sieht er die Möglichkeit, das vorherrschende Erzähldiktat zu sprengen. Durch das Samplen der Text- und Bildbotschaften und deren Neukombination mit anderem disparatem Material, versucht er eine audiovisuelle Sprache des Intervalls freier Assoziationen zu schaffen. Seit 2012 setzt sich Dietl zunehmend mit dem Bewegtbild auseinander. Dietls erster Langfilm DAS LETZTE LOCH IST DER MUND - ein Kunstfilm zur Sprachstruktur der Lüge im Strafvollzug – wurde im Juli 2017 im Münchner Lenbachhaus uraufgeführt.

Neben eigenen Arbeiten setzt Klaus Erika Dietl auch auf den Austausch im Kollektiv. 2009 hat er gemeinsam mit der Münchner Künstlerin Stephanie Müller die fluide Basis MEDIENDIENST LEISTUNGSHÖLLE ins Leben gerufen. In der künstlerischen Auseinandersetzung mit Stephanie Müller ist in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von bildnerischen und filmischen Arbeiten entstanden. Im Herbst 2018 waren Dietl und Müller im Zuge der Fachkonferenz ‚Das Unarchivierbare Archivieren‘ zu Gast in der documenta Halle in Kassel, gefolgt von Performances im Münchner Haus der Kunst, im Züricher Schiffbau, im Staatstheater Darmstadt und in der Berliner Akademie der Künste.

Stephanie Müller
Foto © Klaus Erika Dietl

Stephanie Müller

Bei Stephanie Müller treffen Bildende Kunst, Performance, Musik und Sozialwissenschaften aufeinander. Auf das Studium der Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Psychologie an der LMU München folgte ein Aufbaustudium an der Akademie der Bildenden Künste in München.

In künstlerischen Projekten, Fachaufsätzen und Lehraufträgen setzt sie sich mit kommunikativen Prozessen auseinander, dem darin immanenten Ringen um Verständnis und dem Aufbrechen sozialer Normen und Barrieren. Ihre textilen Plastiken, Soundobjekte und Kulisseninseln versteht sie als bespielbare Angriffsflächen. Mal tauchen sie in Videoarbeiten auf, dann werden sie zu performativen Requisiten im öffentlichen Raum, bis sie sich am Ende selbst auslöschen.

Der MEDIENDIENST LEISTUNGSHÖLLE ist die Münchner Basis von Stephanie Müller. Von dort aus sucht sie immer wieder den Austausch mit anderen. Mit Laura Melis Theis (Oxford) arbeitet Stephanie Müller seit 2006 zusammen. Gemeinsam haben die beiden das Musik- und Performanceprojekt ‚beißpony‘ (ChicksOnSpeed Records) gegründet. Bei Konzerten wird die Pop-Bühne zum offenen Atelier. Stephanie Müller entwickelt Klang-Samples für singende Nähmaschinen und Soundapparaturen, die live zum Einsatz kommen. Der MEDIENDIENST LEISTUNGSHÖLLE versteht sich dabei als nomadisch-kollaborative Spiel- und Werkstätte. Mit ihren mixed media Projekten war Stephanie Müller im Zuge von Stipendien unter anderem in Belgien, Indonesien und Japan auf Tour.

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