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ART-GENOSS*INNEN: COLLABORATION am 13.11.2021 um 20:00 Uhr

ART-GENOSS*INNEN: COLLABORATION

Zu Gast: Mara-Daria Cojocaru, Stefan Kaegi und Matthias Leinich | Moderation: Sebastian Linz

OPEN MIND Festival Diskurs In Kooperation mit dem 'Haus der Natur Salzburg' | Gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung

Die vierteilige Diskursreihe ARTGENOSS*INNEN setzt sich mit den komplexen Beziehungsgeflechten zwischen den Arten auseinander und vertieft die Gedankenbewegung des Festivals – vom Anthro- und Chthuluzän. Im Zentrum steht hierbei das Tier Mensch und sein sich wandelndes Selbstverständnis. Fragen der Macht, Ethik und Moral spielen dabei ebenso eine Rolle wie die der Biologie und Technologie. Darüber diskutieren wir mit Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und praxisnahen Expert*innen.

Programm Open Mind Festival 2021

Vor ca. 30.000 Jahren begann der Mensch erstmalig ein anderes Lebewesen, den Hund, zu domestizieren. Bis heute leben Menschen und Tiere miteinander. Als Haustiere sind sie unsere engsten Begleiter*innen, als Pflegetiere helfen sie Kranken und mit ihren besonderen Fähigkeiten sind sie Teil von Forschungs- und Kunstprojekten. Diese vielfältigen Beziehungsverhältnisse machen deutlich, dass ein gewaltfreier und kollaborativer Umgang zwischen den Arten nicht nur möglich, sondern seit langem etabliert ist. Wie unterscheiden wir aber zwischen Tieren, die wir lieben und Tieren, die wir benutzen? Mit welchen Spezies können wir in Kontakt treten und welche bleiben uns scheinbar verschlossen? Und welche Vorstellungen verbergen sich hinter Begriffen wie Natur, Kultur, Mensch oder Wildnis?

Hierüber diskutieren wir mit der Philosophin und Lyrikerin Mara-Daria Cojocaru, dem Theaterregisseur Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) und dem Hundetrainer Matthias Leinich.

 
Mara-Daria Cojocaru

Mara-Daria Cojocaru ist Schriftstellerin und Philosophiedozentin an der HFPH München und arbeitet zu tierethischen und -politischen Themen in der Tradition des philosophischen Pragmatismus. Zuletzt ist dazu ihr Buch MENSCHEN UND ANDERE TIERE. FÜR EINE LEIDENSCHAFTLICHE ETHIK erschienen. Das Buch stellt den Versuch dar, ausgehend von dem, was die allermeisten Menschen in Bezug auf andere Tiere schon denken und fühlen, konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehungen zu machen. Derzeit entwickelt sie das Projekt einer tiergestützten Philosophie. Darüber hinaus schreibt sie auch kreativ am liebsten in Gesellschaft anderer Tiere (zuletzt erschienen: BUCH DER BESTIMMUNGEN). Sie selbst denkt davon weniger in aktivistischen als in potenzialistischen Begriffen – ihre Hunde halten das für eine ihrer etwas merkwürdigen Eigenschaften, spielen aber trotzdem weiter mit ihr.
maradariacojocaru.weebly.com

Stefan Kaegi

Stefan Kaegi ist in der Schweiz aufgewachsen, studierte in Basel Philosophie, in Zürich Kunst und in Gießen angewandte Theaterwissenschaft. Er inszeniert in verschiedensten Konstellationen dokumentarische Theaterstücke, Hörspiele und Stadtrauminszenierungen. So schreibt er für immer neue Städte von Moskau bis Taipei eine jeweils ortsspezifische Audiotour für 50 Kopfhörer (REMOTE X) und entwickelt ortsspezifische Varianten von Inszenierungen mit einem zum mobilen Zuschauer*innen-Raum umgebauten Lastwagen. Gemeinsam mit Helgard Haug und Daniel Wetzel inszeniert Kaegi unter dem Label Rimini Protokoll, das 2011 den Silbernen Löwen der Theater-Biennale von Venedig erhielt. In den letzten Jahren entwickelte Rimini Protokoll die Multiplayer-Videoinstallation SITUATION ROOMS, eine ganze WELT-KLIMAKONFERENZ am Hamburger Schauspielhaus, eine Tetralogie unter dem Titel STAAT 1-4 oder die Performance UNCANNY VALLEY zusammen mit dem Schriftsteller Thomas Melle.
www.rimini-protokoll.de

Matthias Leinich
Foto © Lawinenhundestaffel Salzburg

Matthias Leinich ist der, der mit Hunden spricht. Durch seine jahrelange Erfahrung in der Ausbildung und den Einsatz von Rettungshunden, u.a. bei der Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg, konnte er tief in die Seele unserer vierbeinigen Freund*innen blicken. Erweitern konnte der gebürtige Steirer sein Wissen durch die Arbeit mit Assistenzhunden. Speziell diese Symbiose aus Menschen mit verschiedenen Handicaps und Hunden ist für ihn und viele andere Menschen etwas ganz Besonderes – wie auch das Zusammenspiel im Rettungseinsatz. Ganz nach dem Motto: Im Mensch-Hunde-Team kann alles bewältigt werden.

TEMPLE DU PRESENT
Foto © Philippe Weissbrodt