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14.11.2021 um 18:00 Uhr

ART-GENOSS*INNEN: EMPOWERMENT

Zu Gast: Beth Stephens, Annie Sprinkle und Ruth Nyambura | Moderation: Zoe Lefkofridi, Theresa Seraphin | In englischer Sprache

OPEN MIND Festival Diskurs In Kooperation mit dem 'Haus der Natur' und 'Südwind Salzburg' I Gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung StreamStudio
ART-GENOSS*INNEN: EMPOWERMENT am 14.11.2021 um 18:00 Uhr
Sonntag
Stream, Studio
bestuhlt

Die vierteilige Diskursreihe ARTGENOSS*INNEN setzt sich mit den komplexen Beziehungsgeflechten zwischen den Arten auseinander und vertieft die Gedankenbewegung des Festivals – vom Anthro- und Chthuluzän. Im Zentrum steht hierbei das Tier Mensch und sein sich wandelndes Selbstverständnis. Fragen der Macht, Ethik und Moral spielen dabei ebenso eine Rolle wie die der Biologie und Technologie. Darüber diskutieren wir mit Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und praxisnahen Expert*innen.

Ist die Erde unsere Mutter? Oder ist sie unser* Lover*? – So lassen sich grob die beiden Ansätze zusammenfassen, die wir unter dem Slogan EMPOWERMENT diskutieren wollen.

Programm Open Mind Festival 2021

Das weltweite ecofeminist movement fordert, ökologische Fragen nicht ohne die Frage der Geschlechtergerechtigkeit zu diskutieren. Denn Studien zeigen: Frauen* sind vom Klimawandel weltweit mehr betroffen als Männer* und haben gleichzeitig einen geringeren ökologischen Fußabdruck.
Das ecosexual movement wählt einen anderen Zugang und setzt die persönliche Lust und das Begehren in und mit der Natur als Ausgangspunkt für ökologischen Protest: „Wir sind Ökosexuelle Aktivist*innen und wir werden Berge, Wasser und Lufträume mit allen nötigen Mitteln schützen, vor allem durch Liebe, Lust und unsere Verführungskraft.“
Können sich emanzipative Bewegungen also mit Ökosystemen zusammentun? Können Feminist*innen Ökosysteme retten und anders herum? Und mit welchen Mitteln der Kunst und des Aktivismus können diese Wege gegangen werden?

Hierüber diskutieren wir mit der ökofeministischen Aktivistin Ruth Nyambura aus Kenia und dem Künstler*innen-Duo Annie Sprinkle und Beth Stephens aus den USA.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Entwicklungspolitischen Hochschulwochen ENTWICKLUNG WOHIN? (8. bis 30.11.) von Südwind Salzburg statt.

 
Beth Stephens und Annie Sprinkle
Foto © Julian Cash

Beth Stephens und Annie Sprinkle haben seit 2002 gemeinsam multimediale Kunstprojekte über Liebe, Sex und queere Ökologien geschaffen. Annie war von 1973 bis 1995 Sexarbeiterin und wandelte sich zu einer feministischen Performance-Künstlerin und Sexualpädagogin. 1994 wurde Beth Professorin für Bildhauerei und Intermedia an der ‚University of California’ in Santa Cruz, wo sie immer noch unterrichtet und das ‚E.A.R.T.H. Lab’ leitet. Heute macht das Duo Umweltfilme mit einem ökosexuellen Blick; sie machen Theater, Performance-Kunst, Öko-Aktivismus und produzieren Symposien und Workshops. Mit ihrer ‚Wedding to the Earth’ – sie sind mit Erde, Himmel, Meer, Boden und einer Vielzahl von Naturwesen verheiratet – und dem ‚Ecosex Manifesto‘ riefen sie 2008 die Ecosex-Bewegung ins Leben. Sie waren offizielle Künstler*innen der documenta 14, erhielten 2019 ein Eureka Fellowship und 2021 ein Guggenheim Fellowship. Ihr neues Buch ASSUMING THE ECOSEXUAL POSITION – THE EARTH AS LOVER beschreibt ihre epische Liebesgeschichte und ihre Kunst- und Lebensabenteuer.
anniesprinkle.org
elizabethstephens.org
sprinklestephens.ucsc.edu

Ruth Nyambura

Ruth Nyambura ist eine feministische politische Ökologin und Aktivistin aus Kenia, die sich mit den Überschneidungen von Geschlecht, Wirtschaft und ökologischer Gerechtigkeit beschäftigt. Ruth Nyambura ist Gründungsmitglied und Organisatorin des ‚African Ecofeminists Collective’ und arbeitet außerdem mit mehreren regionalen Bewegungen für Agrar- und Klimagerechtigkeit zusammen, um die Privatisierung der landwirtschaftlichen Allmende zu bekämpfen. Ihre Arbeit und ihr Aktivismus basieren auf einer feministischen politischen Ökologie, die sich kritisch mit den Ernährungssystemen des Kontinents und der Welt auseinandersetzt und neoliberale Modelle der Agrartransformation in Frage stellt. Ihr Ziel ist es, die revolutionäre Arbeit der Kleinbäuer*innen in Afrika – die meisten von ihnen sind Frauen – sowie ländliche Agrarbewegungen zu stärken und konkrete antikapitalistische Alternativen zur ökologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Krise des Kontinents anzubieten.

Zoe Lefkofridi
Foto © Luigi Caputo

Zoe Lefkofridi hat die erste Salzburger Professur in Geschlechterforschung – ‚Politik & Geschlecht, Diversität und Gleichheit’ – inne.
Lefkofridi ist im Jahr 1977 in Athen geboren und dort auch aufgewachsen. Nach Ihrem Diplomstudium der Theaterwissenschaft an der Universität von Athen, hat sie ein MA in ‚European Political and Administrative Studies am College of Europe’ in Brügge absolviert. 2003 kam sie nach Österreich, um an der Diplomatischen Akademie Wien in ‚Advanced International Studies’ (MAIS) zu studieren. Von 2004 bis 2007 war sie Stipendiatin am ‚Institut für Höhere Studien’ (IHS) in Wien. Nach ihrer Promotion zur Dr.in Phil. in Politikwissenschaft im Jahr 2009 an der Universität Wien hat Lefkofridi an herausragenden Institutionen der USA, Österreichs und Europas – wie etwa der Stanford University (2011), der ‚Österreichische Akademie der Wissenschaften’ (ÖAW) (2012-2013) und dem ‚Europäischen Hochschulinstitut’ in Florenz (2013-2015) – geforscht. Lefkofridi habilitierte in Politikwissenschaft und Politische Soziologie im Jahr 2017 an der PLUS. Die Ergebnisse ihrer Forschung sind in international renommierten begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften (z.B. im ‚Journal of Common Market Studies’, ‚Electoral Studies’, ‚European Union Politics’, ‚Politics & Gender’ und ‚West European Politics’) veröffentlicht.
www.mwpweb.eu/ZoeLefkofridi

TEMPLE DU PRESENT
Foto © Philippe Weissbrodt
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