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07.04.2022 um 20:00 Uhr

Florian Klenk & Christian Bachler: BAUER UND BOBO

Text Diskurs
Florian Klenk  & Christian Bachler: BAUER UND BOBO am 07.04.2022 um 20:00 Uhr
Foto © Florian Klenk
Donnerstag
Saal
bestuhlt

Begonnen hat es mit einer Beschimpfung. Aus dem Streit wird eine Freundschaft. BAUER UND BOBO lehrt uns, warum es sich lohnt, mit Leuten zu reden, deren Meinung man nicht teilt. Es ist ein modernes Märchen und eine Geschichte der Versöhnung in polarisierenden Zeiten.

Begonnen hat es mit einer Beschimpfung.
Christian Bachler, der den höchstgelegenen Bauernhof der Steiermark bewirtschaftet, zieht in einem Video aus dem Schweinestall über den „arroganten Oberbobo“ Florian Klenk (Bobo = Ökospießer) zu Felde. Der wortgewaltige Chefredakteur des Falter hatte zuvor ein Urteil gutgeheißen, in dem ein Bauer für das gefährliche Verhalten seiner Kühe verurteilt wurde.

Bachler forderte Klenk auf, ein Praktikum auf seinem Hof zu machen. Klenk kommt, lernt Bachlers Welt kennen und der Bauer und der Bobo kamen ins Gespräch: über Klimawandel, Fleischindustrie, Agrarpolitik und Banken. Aus dem Streit wird eine Freundschaft.

Als Klenk Ende 2020 erfährt, dass die Raiffeisenbank Bachlers Hof versteigern will, reagiert der Oberbobo und Journalist nicht mit einem Artikel darüber, sondern startet via Social Media ein Crowdfunding. Binnen 24 Stunden fanden sich 12.829 Spender*innen, die bereit waren, zu helfen.

Ein modernes Märchen, das zeigt, warum es sich lohnt, mit Leuten zu reden, deren Meinung man nicht teilt.

Vorabdruck in Der Standard

 

Christian Bachler
gilt als Wutbauer: seine systemkritischen Erzählungen und Bildgeschichten auf Facebook haben 25.000 Follower. Der Rebell betreibt auf 1450 Metern mit Kühen, Alpenschweinen, Yaks, Gänsen und Hühnern eine alternative Landwirtschaft mit Almbetrieb und Selbstvermarktung, eine Art alpines Bullerbü. Doch der Weg dorthin war schwierig. Mit 20 Jahren hatte Bachler den Hof übernommen und mit leicht erteilten Krediten eine konventionelle Milchproduktion aufgezogen. Dann wurden die Subventionen verändert, schließlich brach der Milchpreis ein. Aber die Schulden blieben – trotz des Umstiegs in die alternative Landwirtschaft.
www.facebook.com/BergerhofKrakauebene

Florian Klenk
Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter wurde bereits mehrfach für seine journalistische Aufdeckungsarbeit ausgezeichnet. Bekannt ist er für seinen investigativen Journalismus zum Thema Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Menschenhandel und Missstände im Justiz- und Polizeiapparat.
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