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19.03.2022 um 18:00 Uhr

GABAR NOQO, MA EED BAA? – IST ES EIN VERBRECHEN, EIN MÄDCHEN ZU SEIN?

Somalisches Konzert mit Maandeeq Nuur, Jamila Ridwan Ahmed und Abdi Baadil Ibrahim

Musik Eine Koveranstaltung mit 'Talk Together'
GABAR NOQO, MA EED BAA? – IST ES EIN VERBRECHEN, EIN MÄDCHEN ZU SEIN? am 19.03.2022 um 18:00 Uhr
Bild © fokus-design

Dies ist der Titel des Liedes sowie eines Buches von Warsame Ahmed Amalle, das voraussichtlich Ende Jänner 2022 erscheinen wird. Vier Frauen – vier Leiden – ein Grund. Das Buch handelt von vier Frauen, die ein Problem gemeinsam haben: Sie leiden unter frauenfeindlichen Traditionen wie FGM und Zwangsverheiratung. Die Frauen sind aber nicht bereit, die Unterdrückung länger hinzunehmen, und wehren sich – jede auf ihre Art und Weise. Ein Gedicht aus diesem Buch wurde vom Musiker Abdi Baadil Ibrahim vertont. Das Lied wird in der ARGEkultur zum ersten Mal präsentiert, außerdem soll davon ein Video gemacht werden. Das Ziel des Projekts ist es, Bewusstsein für Frauenunterdrückung zu schaffen, Praktiken wie FGM und Zwangsheirat vorzubeugen, den Kampf der Frauen zu stärken und gleichzeitig eine klare Botschaft an die Männer zu richten: „Solange auf ein ungeborenes Mädchen die Verstümmelung wartet und Zwangsheirat erlaubt ist, könnt ihr kein gutes Leben mit uns erwarten!“

STOPP FGM

In Somalia wird bis heute die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung praktiziert. Die betroffenen Mädchen leiden ihr Leben lang unter den körperlichen und psychischen Folgen dieser grausamen Praktik. Weltweit sind 200 Millionen Frauen und Mädchen beschnitten. Viele von ihnen leben auch in Österreich. Die somalische Community gehört durch die von Krieg und Gewalt verursachten Fluchtbewegungen zu einer der größten afrikanischen Communities in Österreich. Engagierte Vereine – wie beispielweise der Frauenverein Wadajir in Wien – kämpfen gegen diese Praktik, sie leisten Aufklärungsarbeit und beraten und unterstützen Betroffene. Mit diesem Lied und dem Video möchte Talk Together ihre Arbeit unterstützen und ihnen ein Instrument bieten, mit dem sie Frauen* und Männer* leicht erreichen können.

Aufklärung durch Musik

In den 1970er Jahren erlebte Somalia eine Aufbruchstimmung. Das Land war unabhängig, die somalische Sprache wurde verschriftlicht, Bildungskampagnen wurden organisiert, das Gesundheitssystem wurde aufgebaut. Dabei spielte die Musik eine wichtige Rolle. In einem Land, in dem die Schrift noch neu war und noch wenige lesen und schreiben konnten, war sie ein geeignetes Mittel, um die Menschen zu erreichen. Die Musiker*innen wurden vom Staat gefördert, und populäre Sänger*innen sorgten nicht nur für Unterhaltung, sondern es war auch ihre Aufgabe, die Menschen aufzuklären und zu mobilisieren. Dieses Mittel möchten wir heute wieder aufgreifen.

Der Bürgerkrieg

Durch den Bürgerkrieg, der durch Clanrivalitäten hervorgerufen wurde, wurde der Aufbruch in die Modernität jäh beendet. Viele Somalier*innen flüchteten in die ganze Welt. Das Land ist bis heute tief gespalten. Vor allem die Frauen* leiden unter dieser Entwicklung. Nur wenige haben Zugang zu Bildung, konservative Clanpolitik und religiöser Fundamentalismus haben versucht, sie an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Armut, Unwissenheit und Abhängigkeit sind Gründe dafür, dass rückständige Traditionen wie Zwangsheirat und Genitalverstümmelung bis heute nicht beendet werden konnten.

Musik als verbindendes Element

In der durch die Clanpolitik gespaltenen Gesellschaft stellt Musik ein verbindendes Element dar. Deshalb hat der Verein Talk Together das Musikprojekt zum Thema STOPP FGM – STOPP GEWALT AN FRAUEN zusammen mit dem in Deutschland lebenden Musiker Abdi Baadil Ibrahim ins Leben gerufen, der den Liedtext von Warsame Ahmed Amalle vertont hat und mit der Oud begleitet. Interpretiert wird das Lied von den Sängerinnen Maandeeq Nuur und Jamila Ridwan Ahmed. Geplant ist, das Lied – zusammen mit anderen Liedern – im Rahmen eines Konzerts am 19. März 2022 in der ARGEkultur zu präsentieren. Bei dieser Gelegenheit soll auch ein Video gedreht werden, welches die Botschaft über die ganze Welt verbreiten soll.

Projektpartner*innen

Talk Together • Abdi Baadil Ibrahim, Komponist und Musiker • Wadajir, Somalischer Frauenverein für Frauenrechte, Bildung und Integration, Wien

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