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25.11.2022 um 21:00 Uhr

Sophia Blenda | The Düsseldorf Düsterboys

Musik ROTER SALON
Sophia Blenda | The Düsseldorf Düsterboys am 25.11.2022 um 21:00 Uhr
Sophia Blenda © Michael Würmer | The Düsseldorf Düsterboys © The Düsseldorf Düsterboys
Freitag
Studio
unbestuhlt

Sophia Blenda ist das Alter Ego von Sophie Löw, der 26-jährigen Singer/Songwriterin, die mit ihrer charakteristischen Stimme und ihren bemerkenswerten Texten bisher vor allem als Sängerin der Wiener Band Culk bekannt ist. Nun tritt Löw als Sophia Blenda mit einem herausragenden Solo-Debütalbum in die Öffentlichkei. Im musikalischen Zentrum von DIE NEUE HEITERKEIT, einem intensiven Kammerpop-Entwurf, steht das Klavier, das mal düster, mal glamourös-melodiös durch die Songs trägt und Sophia Blendas Erzählung zugleich umhüllt wie enthüllt.

‚The Düsseldorf Düsterboys‘, bestehend aus Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti – auch bekannt als Formation ‚International Music‘ –, Edis Ludwig (Schlagzeug) und Fabian Neubauer (Orgel und Klavier) machen Musik, die man schlichtweg Musik nennen soll. „Der stubenwarme Psychedelic-Folk aus dem Ruhrgebiet beweist, dass Wehmut ziemlich komisch sein kann.“ (musikexpress.de) Nach mehrmaligem Verschieben dürfen wir sie endlich bei uns in der ARGE begrüßen!

Sophia Blenda

Sophia Blenda ist das Alter Ego von Sophie Löw, der 26-jährigen Singer/Songwriterin, die mit ihrer charakteristischen Stimme und ihren bemerkenswerten Texten bisher vor allem als Sängerin der Wiener Band Culk bekannt ist. Culk veröffentlichen in den letzten Jahren zwei hervorragende, von Dunkelheit durchzogene und doch strahlend helle, von „existenzialistischem Postpunk“ (spiegel.de) durchwirkte Indierock-Alben, die als Kampfansage an tieferverwurzelte patriarchale Strukturen zu deuten sind. Sie durchleuchten vielschichtig das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und deren Machtverhältnisse.
Nun tritt Löw als Sophia Blenda mit einem herausragenden Solo-Debütalbum in die Öffentlichkeit, auf dem sie um die Themenkomplexe Ängste, Selbstbestimmung, Gewalt und Schwesternschaft kreist. Im musikalischen Zentrum von „Die neue Heiterkeit“, einem intensiven Kammerpop-Entwurf, steht das Klavier, das mal düster, mal glamourös-melodiös durch die Songs trägt und Sophia Blendas Erzählung zugleich umhüllt wie enthüllt.

Manchmal steht da nur ihr Wort, minimalistisch umweht von fernen Klängen, die sich im nächsten Moment zu einem Sturm aus elektronisch-verzerrten, nervös-knarzenden Elementen und filmischen Streichern verdichten und einen musikalischen Rückhalt entwerfen für das ambivalente Empfinden zwischen Verletzlichkeit und Mut, zwischen Abhängigkeit und Selbstermächtigung. Immer, wirklich immer, vermittelt sich ein innerliches Luftholen, ein Moment, in dem sie alles von oben betrachtet. Sophia Blenda ist die Vertreterin einer Generation, deren Frauen sich zugleich mutig und resigniert, abgekanzelt und gesehen fühlen. Einer Generation deren Ängste immer lauter werden, aber ungehört bleiben. Die Angst ist da, aber die Sehnsucht nach ihrer Überwindung bleibt bis zuletzt größer: „Offen bleibt wer in die Zukunft greift“, singt sie im Titelstück des Albums.

Nicht jede und jeder vermag es, melancholische Streicherflächen auch mit würdigen Inhalten zu füllen. Aber genau dort glänzt Blenda mit ihren famosen Texten, die Themen wie Angst und Macht in all ihrer Komplexität zu beschreiben wissen. Das ist Lyrik, nicht Lyrics. Die neue Heiterkeit wird nicht nur ein Album des Jahres sein, es verdient auch einen Literaturpreis.
Amira Ben Saoud, Der Standard
 
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