Fotos (vlnr): Sarah Diehl © Ivo Mayer | Carolina Tamayo Rojas © privat | Eva-Maria Schmidt © Christine Geserick
MOTHERS AND OTHERS?
Talk mit Sarah Diehl, Carolina Tamayo Rojas und Eva-Maria Schmidt | Moderation: Martina Fladerer
Was bedeutet es heute, Mutter zu werden – oder sich bewusst dagegen zu entscheiden? Welche gesellschaftlichen Erwartungen, Rollenbilder und Lebensbedingungen beeinflussen unsere Vorstellungen von Mutterschaft? Und was, wenn der Wunsch nach einem Kind einfach nicht da ist, die Erwartung an ein bestimmtes 'Frau-Sein' aber schon?
Begleitend zur Produktion MAKING HERSTORY sprechen wir mit den Expert*innen Sarah Diehl, Carolina Tamayo Rojas und Eva-Maria Schmidt über (Nicht-)Mutterschaft, Kinderwunsch und die Frage, wie frei unsere Entscheidungen tatsächlich sind. Dabei geht es auch um neue Perspektiven auf Mutterschaft: Das Konzept des 'Mothering' lenkt den Blick auf Fürsorge, Verantwortung und Beziehungsarbeit – unabhängig von biologischer Elternschaft. So eröffnet sich ein Raum für vielfältige Formen des Sorgens und für die Frage, wie wir Mutterschaft jenseits klassischer Familienbilder denken können.
Eva-Maria Schmidt forscht am Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien zu den Themen Geschlechterrollen und -ungleichheiten, Elternschaft und soziale Normen, Erwerbs- und Sorgearbeit, intergenerationale Beziehungen und familiale Beziehungsverläufe, mit einem Schwerpunkt auf qualitativ-rekonstruktiven Erhebungs- und Analysemethoden. Sie ist mit ihrer Expertise im International Network on Leave Policies & Research vertreten, Herausgeberin beim Journal of Family Research sowie Sprecherin der Sektion Familienforschung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie.
Sarah Diehl lebt als Autorin und Aktivistin in Berlin. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von politischem Denken und literarischem Erzählen und verbindet Theorie und Praxis. Mit ihren Publikationen, den Bestsellern DIE UHR, DIE NICHT TICKT und DIE FREIHEIT, ALLEINE ZU SEIN, einem preisgekrönten Dokumentarfilm, dem Workshop 'Will ich Kinder?' und der von ihr mitgegründeten und mit dem Clara-Zetkin-Preis ausgezeichneten NGO Ciocia Basia ist sie eine der bekanntesten Stimmen für die Selbstbestimmungsrechte von Frauen im deutschsprachigen Raum. Zuletzt erschien ihr Sachbuch INS TIEFE BLAU - WAS ICH UNTERWASSER LERNTE.
Carolina Tamayo Rojas ist eine südamerikanische Migrantin aus Cali, Kolumbien, mit afro- und indigenen Wurzeln, Queer-Feministin, Anarka-Punk-Musikerin und Aktivistin gegen Rassismus und rassistische Polizeigewalt. Als Elternteil eines 4-jährigen Kindes und älteste Tochter einer alleinerziehenden Mutter bewegt sie sich zwischen Fürsorge, Widerstand und Wissensproduktion. Sie lehrt an der Alice Salomon Hochschule Berlin zu Gender, Queer Theory und Empowerment und Powersharing.