HERSTORY LESEN: MYTHEN, MACHT UND MUTTERMUND von Helena Barop
Mini-Leseclub in der Rupertus Buchhandlung | Moderation: Carmen Schwarz & Martina Fladerer
Seit Jahrhunderten teilen Menschen ihre Geschichten in Büchern – und geben dort ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiter. Doch gerade jenes Wissen, das den weiblichen Körper und Erfahrungen von Frauen betrifft und jene Geschichten, die von Frauenleben erzählen, wurden lange Zeit als weniger wertvoll erachtet und vergessen gemacht. Deshalb ist es umso bedeutsamer, dass in jüngster Zeit Erzählungen aus weiblicher Perspektive an Bedeutung gewinnen. Zwei von ihnen wollen wir im Mini-Leseclub HERSTORY LESEN in Kooperation mit der Rupertus Buchhandlung in den Vordergrund rücken: Das Sachbuch MYTHEN, MACHT UND MUTTERMUND von Helena Barop und den Roman ACHTE WOCHE von Antonia Baum. Beide Texte thematisieren, wie weibliche Körper und Sexualität durch gesellschaftliche Vorstellungen, Machtverhältnisse und Erwartungen geprägt werden.
Hinweis Lesen Sie die Bücher gerne vorab. Wer es nicht schafft, ist trotzdem herzlich eingeladen.
MYTHEN, MACHT UND MUTTERMUND von Helena Barop
Geburten sind zentral für das Fortbestehen unserer Gesellschaft. Und doch wissen wir erstaunlich wenig darüber, wie Menschen das Gebären tatsächlich erleben. Oft werden diese Erfahrungen als Nischenthema abgetan. Helena Barop zeigt, dass dahinter eine lange Geschichte der Bevormundung von Schwangeren steckt – und dass Gewalt unter der Geburt kein neues Phänomen ist, sondern tief in patriarchalen Machtstrukturen wurzelt. Barop führt durch Jahrhunderte voller Mythen, Irrtümer und stetig wechselnder Vorstellungen davon, was eine ‚normale‘ oder ‚gute‘ Geburt sein soll. Sie macht sichtbar, wie sehr sich die Bedingungen des Gebärens verändert haben – und dass erst seit kurzer Zeit die Geburtserlebnisse von Frau und Kind überhaupt in den Mittelpunkt rücken. So wird ihre historische Reise nicht nur zu einem Streifzug durch die Kreißsäle der Geschichte, sondern zu einer Erzählung über Unterdrückung und Ermächtigung, die weit über das Thema Geburt hinausreicht. Denn Geburten prägen wie kaum ein anderes Ereignis unsere Vorstellungen von Weiblichkeit.
Link zum Buch bei der Rupertus Buchhandlung