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Lange Nacht der Zensur

Ein später Abend mit und über zensierte, verbotene, verfolgte und unerwünschte Kunst.

ARGE roter salon ARGE lesung

Der Rote Salon steht am 6. April im Rahmen des Projektes Totentanz 07 und setzt sich mit Kunstzensur im weitesten Sinne auseinander. Verschiedene KünstlerInnen und KulturwissenschaftlerInnen sprechen und diskutieren über Zensur im europäischen, österreichischen und Salzburger Kontext und heutige Strategien im Umgang damit. TeilnehmerInnen: Thomas Gsella, Mag. Esther Schmidt, Dr. Thomas Schmitz-Bender, Wolfram P. Kastner. Moderation: Kerstin Hartig, Marcus Hank.

Zensur-Grafik

Verschiedene KünstlerInnen und KulturwissenschaftlerInnen sprechen und diskutieren über Zensur und Kunstfreiheit im europäischen, österreichischen und Salzburger Kontext und heutige Strategien im Umgang damit.

Gesittete Menschen fordern die Freiheit der Kunst, noch gesittetere Menschen betonen ein „aber“, um Rücksichtsnahme auf subjektives Empfinden von definierten Mehr- oder Minderheiten einzuklagen.
Den Tabu-Brüchen in der Politik steht die Erweiterung der Tabus in den Spiel- und Denkräumen der Kunst heute diametral entgegen. Wie subtil oder nichtssagend soll Kunst werden, um nicht mehr in den gesellschaftlichen/politischen Diskurs eingreifen zu können?

Im Gespräch über Kunstschaffen und seine Grenzen, wird nicht das Verbot sondern die Lust an dessen ästhetischer Überwindung im Zentrum eines längeren Abends stehen.

Ein be-swing-ter Abend mit Vorträgen, audio-visuellen Schnipseln und Gesprächen mit Menschen, deren Demokratieverständnis darin besteht, dass Kunst nicht immer mehrheitsfähig sein muss.

Ich und die Zensur (Karl Kraus)
Nie wird bis auf den Grund meiner Erscheinung
der kühnste Rotstift eines Zensor dringen.
Verzichtend auf die Freiheit einer Meinung,
will ich die Dinge nur zur Sprache bringen.
  • Moderation: Kerstin Hartig (Dramaturgin/München) und Marcus Hank (ARGEkultur Salzburg)
  • Thomas Gsella (Frankfurt/M.)
    Verantwortlicher Redakteur beim Satire-Magazin Titanic, das programmatisch dort mit seiner Arbeit beginnt, wo bereits anderen das Lachen vergangen ist. In seiner langjährigen Tätigkeit hat Thomas Gsella genug Erfahrungen und Anklagen sammeln und ordnen können, um diese in einem Vortrag über „Religionskritische Satire vor Gott und den Gerichten“ darzustellen.
  • Mag. Esther Schmidt (Klagenfurt)
    „An der Grenze des Erlaubten“ war der Titel eines Ausstellungsprojektes 1996 an der Universität Klagenfurt, das in den Folgejahren noch in ganz Österreich zu sehen war. Mag. Esther Schmidt war federführend an diesem Projekt beteiligt und hat auch in den letzten zehn Jahren die weitere Entwicklung von Zensur und Kunstfreiheit in Österreich mitverfolgt.
  • Dr. Thomas Schmitz-Bender (München)
    Als einer der vielen Aktivisten des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) in den 60er Jahren der BRD, ist er einer der wenigen, die immer noch nicht zur Ruhe und ins Establishment gefunden haben. Als Regisseur des „Anachronistischen Zuges“ hat er nicht nur mehrfach die Bundesrepublik Deutschland durchquert, sondern ist mit seiner Arbeit auch ein Präzedenzfall vor dem deutschen Bundesverfassungsgericht geworden.
  • Wolfram P. Kastner (München)
    Wolfram P. Kastner macht Kunst, die stört und sich einmischt; Kunst, die sichtbar macht, was sonst nicht zu sehen ist. Seine Kunst provoziert Nachdenken und Diskussion, nicht selten auch Widerspruch, Verbote und Strafanzeigen. Ob mit Herzl-Zitatsergänzungen, Nazi-Kranzschleifen-Bearbeitungen oder Vorschlägen zur Residenzplatzgestaltung ist er in Salzburg kein Unbekannter.

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