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Attwenger & I-Wolf

In einem spannenden Experiment verfremdet I-Wolf die Musik von Attwenger live.

ARGE konzert

Verschrobener und gegen den Strich gebürsteter Ziehharmonika-Pop gemeinsam mit Groove-Elektronik? Sensible Rabiatheit versus unterkühlte Popmoderne. Gerade die scheinbaren Gegensätze scheinen sich hier besonders anzuziehen.

Oder um es mit den Worten von Wolfgang Schlögl alias I-Wolf auszudrücken: „Es geht eigentlich sehr stark darum, dass man von politisch bis soziokulturell einen Diskurs fahren kann, der fruchtbar ist.“

Attwenger

Das österreichische Duo Attwenger ist eines der lebendigsten Originale im deutschsprachigen Popgeschäft, auch wenn ihr Ruhm längst schon bis nach Sibirien, wo Attwenger einige Konzerte spielten, vorgedrungen ist. Auch der legendäre englische Radio DJ John Peel, der in den nach ihm benannten Sessions alles, was im Indie- und Alternative-Bereich Rang und Namen hat, vor die Mikrofone der Londoner BBC-Studios geholt hat, ist auf die kuriosen Österreicher aufmerksam geworden. Seiner Faszination für die Musik von Texter und Schlagzeuger Markus Binder sowie Harmonikaspieler Hans-Peter Falkner hat John Peel in folgende Worte gefasst, denen nichts hinzuzufügen ist: „I have no idea what it's all about, but I like the general noise a great deal.“
Attwenger scheinen sich ständig neu zu erfinden. Nach dem räudigen Volksmusik-Punk der Anfangszeit, einer Beschäftigung mit Hip-Hop und Techno, haben sich Markus Binder und Hans Peter Falkner äußeren Einflüssen geöffnet: Sie kooperieren mit dem britischen Avantgardegitarristen Fred Frith, der serbischen Turboblasmusik Boban Markovic Orkestar und den Münchner Elektronikern Couch – mit einem Ergebnis das Markus Binder so beschreibt: „dialekt sprudel beat hinundher harmonika balkan flavour short stories“ und „vergnügen: ebenso.“
Auf dem Album „dog“ erweitern Attwenger ihre Musik noch um die Elemente Blues und Breakcore
„dog 2“ präsentiert Remixes von „dog“, auf dem auch I-Wolf einen Track beisteuert.

www.attwenger.at

I-Wolf

Wolfgang Schlögl alias I-Wolf von den Sofa Surfers hat sich mit Soul Strata erstmals auf Solo-Pfade gewagt, und dabei einen Teil seiner Vergangenheit hinter sich gelassen. Das jahrelange Reisen zwischen der Heimatstadt und dem fernen L.A., Wohnort der Geliebten, hat seine Spuren hinterlassen und Perspektiven verändert. Soul Strata verschont einen mit dem zigsten Aufguss gepflegter, widerhakenfreien Sounds und unaufdringlicher Beats. Sogar die Sofa-Surfer-Dubs kommen kaum zur Geltung. I-Wolf spielte sein Debüt bis auf einige Gastauftritte und die Gesangsparts weit gehend im Alleingang ein. Dafür überraschen Tracks wie „Raise My Hand“ mit funkigen und jazzigen Sound sowie gebrochenen Rhythmen. Zu unheilvollen Klängen und zickigen Beats in „Inna Meditation“ steuert DJ Collage Ragga-Reime bei. Irgendwo quäkt sogar mal ein Saxofon. Wenn Gast Cesar ins Spiel kommt, ist seine hohe Soul-Stimme gewöhnungsbedürftig, auf dem wunderbaren Up-Tempo-Song „Positivity“ stört sie gar. Ansonsten: Wien ist weit, und das ist auch gut so.

www.sofasurfers.net

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