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Beasts of Bourbon (AUS)

Die Rock, Alternative & Grunge Legende aus Australien. Support: Jekyl & Hyde Park Band (A).

ARGE konzert

Manche Veröffentlichungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Diese hier ist der wahre Stoff, ein unerwartetes Geschenk der Götter. Das brandneue Beasts of Bourbon Album wurde in drei Tagen im Winter 2006 in Melbourne aufgenommen und gemischt. Es ist ihr erstes Album mit neuen Songs in neun Jahren. Und es wird euch in den Arsch treten.

„Little Animals“ erschien gegen alle Erwartungen. Als Tex Perkins, Spencer Jones, Charlie Owen, Brian Hooper und Tony Pola das letzte Album aufnahmen, stellte sich der Titel als eine lakonische Prophezeiung heraus. Als sich im Winter 1997 die Band mit „Gone“ trennte, sollte es die längste Pause in der 23-jährigen Amtszeit der Beasts werden.
„Einige Zeit lang war es besser, wenn wir uns nicht über den Weg liefen“, sagte Tex. „Das letzte Mal, als wir uns getroffen hatten, wurden einige gekränkt. Es gab Verletzungen. Ich denke, wir waren alle glücklich, als wir getrennte Wege gingen. Aber Wunden heilen. Und du vergisst.“

Die Geschichte aber nicht. Mit sechs Alben, voll von aufreibendem, zwielichtigem Rock'n'Roll, haben die Beasts of Bourbon ihren Namen groß und unauslöschlich in die australische Rockgeschichte gemeißelt. In (bösem) Geiste sind sie verwandt mit AC/DC, The Stones und The Birthday Party; im realen Leben umfasst ihre Herkunft The Johnnys, The Surrealists, The Cruel Sea, The New Christs, Louis Tillet, Paul Kelly, Roland Howard, Andre Williams, Tex, Don und Charlie und zu viele crash-and-burn Blues/Punk-Rock-Einrichtungen die die alte Tod-oder-Ruhm-Gleichung irgendwann im letzten Vierteljahrhundert verloren haben.

Vor drei Jahren besaß schließlich jemand die Kühnheit, ihnen einen Gig anzubieten. Nach sechsjähriger Abwesenheit wurde Sydneys Homebake Festival im Dezember 2003 Zeuge einer Band, die etwas überraschend am Höhepunkt ihrer Energie war. Die Proben waren auch nicht ohne: Zwei Auftritte im Tote Hotel in Collingwood im August 2003 wurden aufgezeichnet und Ende 2005 als „Low Life“ veröffentlicht.

Zu dieser Zeit hatten die Beasts einen tragfähigen Waffenstillstand geschlossen, absolvierten mehrere knochenharte Touren in Australien und Europa und sicherten sich eine Einladung zu ihrem vierten Big Day Out im Jänner 2006 (bei ihrem ersten Gig 1992 hatten sie den Boden des Hordern Pavillon mit einem heißen Pop-Act namens Nirvana gewischt).

Auf einer weiteren Tour in Europa, im Mai 2006, bot Spencer „Thanks“ an, den Song, der der Impuls für ein siebentes Beasts of Bourbon Album werden würde. Diesen Song hatte er zum ersten Mal bei einem Benefizauftritt für Brian im Greyhound Hotel zwei Jahre davor gespielt (Brian hatte sich Rückenwirbel bei einem Sturz gebrochen. Er spielte trotzdem, von zwei Türstehern gestützt, bei seinem eigenen Benefizkonzert. Aber das ist eine andere Geschichte). In einem Hotelzimmer in Wuppertal spielte Spencer den Song noch einmal für Tex und Charlie.

„Dieser Song hat den Ball ins Rollen gebracht“, sagte Tex. „Eine Zeit lang waren wir glücklich, nur aus dem Archiv zu leben, zu spielen was uns wirklich gefiel und was die Leute hören wollten. Nach zwei Jahren sahen wir uns an und fragten uns, „Ist das nicht ein wenig abgestanden?“

Dann geschah Folgendes. Jonesy sagte, „Wir haben ein wenig T-Shirt Kohle, ich habe eine Menge Songs. Es gibt immer ein weiteres Beasts of Bourbon Album, das besser ist, als das letzte. Lasst uns drei Tage irgendwo in ein Studio gehen und geben wir der Sache eine Chance.“

Für Tex ist klar, es geht um alles oder nichts. „OK. Ein letztes Mal,“ sagt er. „Wenn es Schrott ist, dann fahren die Beasts of Bourbon zur Hölle. Ich werde das Ding aufs Abstellgleis schieben: 'Wir haben es zu Ende gebracht. Da ist nichts mehr.'

„Aber dann stellte sich heraus, die verfickte Platte ist saugut!“ schrie er. „Verdammt! Das Hurenkind glaubt wohl, dass es leben darf!“

Die Geburtswehen sind kurz und schmerzvoll: Eineinhalb Tage rauer Proben an einem nassen Winterwochenende, dann drei Tage in Newmarket Studios in North Melbourne, mit dem Live Mixer der Band, Skritch, als Produzent.

„Wir haben immer die Klassiker referenziert“, sagt Tex. „AC/DC, Rolling Stones … aber ich denke, dass dieses Album, wie es arrangiert und gemischt ist, wirklich den Classic Rock Ansatz der 70er Jahre hat. Alles ist drin. Die Soli, die Anordnung ist Bang-Bang-Bang. Es ist unser 70er Jahre Radio-Album. „

Zu seinem berühmten Hinweis über die anhaltende Unbeständigkeit der Beasts: „Ihr Wesen ist ziemlich destruktiv, und ich bin sehr vorsichtig, es noch einmal auf die Welt loszulassen.“

„Scheiß auf die Welt“, sagt er. „Ich bin um uns selbst besorgt.“

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