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opening guerilla convention 08 – mit Julius Deutschbauer und Gerhard Spring

ARGE guerilla convention 08

Totgesagte leben länger. Nachdem das MAK erst im Frühjahr dieses Jahres dem Aus der Zusammenarbeit von Julius Deutschbauer und Gerhard Spring die Ausstellung „Nur 100 Plakate“ widmete, feiern die Postersatiriker in Salzburg schon wieder ihre Reunion.

Neben der Gestaltung des Plakatsujets der guerilla convention 08 wird das subversive Künstlerduo mit einem ihrer berüchtigten „Zwialoge“ persönlich den ironischen Wortsegen zur Eröffnung spenden.

Bekannt wurden die spielerisch-provokativen Selbstinszenierungen der österreichischen Antwort auf Gilbert und George vor allem durch ihren Einsatz als Doubles ihrer Lieblingsopfer, Ex-Kanzler Schüssel und der ehemalige Kunststaatssekretär Franz Morak. Seit der schwarz-blauen Wende im Jahr 2000 demontieren Deutschbauer / Spring in ihrer doppelbödigen Zeichensprache gesellschaftliche Verhältnisse, die nationale Psyche und ihre ProtagonistInnen sowie das Überangebot an hohlen Pathosformeln in Kunst und Politik. In ihren Performances, Bühnenshows und Videoarbeiten wie Künstlerbüchern und Plakaten präsentieren sich Deutschbauer / Spring als politische und widerständige Interventionskünstler zum österreichischen Status quo.


Im Rahmen des Basics-Festivals. Basics ist eine Kooperation von ARGEkultur Salzburg, FH Salzburg Multimediaart, Galerie5020, subnet.
Aus dem Repertoire ihrer subversiven Plakatguerilla stammen u. a. Arbeiten wie das „Widerstandl“, „Wurmfortsatz“, „Komissärin Elisabeth Schweeger bestellt in Wien ein Kuckucksei für Venedig“ oder ihre Einreichung zum Salzburger „Antifaschismus-Mahnmal-Wettbewerb“ mit dem sie den 2. Platz belegten, weshalb jetzt leider nur ein kaum sichtbares Regenschutzunterstelldacherl mit ebenso kaum lesbaren Worten zum Antifaschismus als typische Salzburger Lösung dem Bahnhof gegenüber steht.
Für Grenzüberschreitungen wie die Serien „Arbeit macht froh“ oder „Antifaschismus Vergnügungspark“ wurden Deutschbauer/Spring auch heftig kritisiert, ihre Plakate auf denen sie als Akte am „Berliner Mahnmal“ fläzen nach Protesten des amtierenden Berliner Bürgermeisters Wowereit und Ex-RAF-Anwalt und Ex-Bundesminister für Inneres Otto Schilly demontiert.

„Entlang der gerne überdribbelten Outlinie verlaufen die genauen Beobachtungen der Satiriker, die von der Situationskomik des Slapstick über den temporeichen Sprachwitz der Screwball Comedy hin zu einer geradezu Brecht'schen Politik- und Sozialkritik reichen.“
Brigitte Huck

„Deutschbauer / Spring folgen dem Vorbild eines Guerillas und agieren aus dem Hinterhalt.“
Gerald Matt

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