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A Life, A Song, A Cigarette

Österreichs Pop/Alternative Entdeckung bringt ihr aktuelles Album "Black Air" mit. Support: Pure One.

ARGE roter salon

Wie überkommt man die Crux des zweiten Albums? Indem man ganz neue Seiten aufschlägt und seinen Zweitling gleich mal mit einer Kakophonie aus Jubel einläutet. A Life, A Song, A Cigarette bewegen sich auf „Black Air“ weit weg von jeglichen Bright Eyes oder Country-Referenzen – obwohl die Einsamkeit der Americana weiterhin zu spüren ist und thematisiert wird („Marie“). Aber das Sextett traut sich weiter zu gehen: Mit dem geschickten Händchen von Ken Stringfellow (R.E.M., The Posies, uva.) an den Reglern tauchen sie, fern jeglicher Szenerien, ab in eine neue Dimension. Dort wo der Blues mit einer Selbstsicherheit aus dem Ärmel geschüttelt wird („Down“), dort wo die Arrangements locker zwischen zerbrechlicher Einsamkeit („Fever“) und 60er Jahre Experimenten dahin schweben („Tears“), dort wo man nicht weiß, ob man weinen soll oder ob doch wieder alles gut wird („Truth“).

Frontman Stephan Stanzel trägt sein gebrochenes Herz gerne wie einen Orden an seiner Brust, doch auf „Black Air“ macht die Melancholie Pause und lässt die Bühne frei für den ein oder anderen Appell: Der Titeltrack „Black Air“ und das lokal-kolorierte „Simmering“ beschreiben die Momente gefangen zwischen Stagnation und Eskapismus.
„This town is driving me mad“ kann als Schlachtruf verstanden werden – und verleitet einen dazu es lauthals mit zu grölen. Was A Life, A Song, A Cigarette geschaffen haben ist episch – was sich musikalisch durch eine neue Cleverness, einen neuen Mut weit über das ohnehin schon raffinierte Debüt erhebt, wird durch die neuen Ecken und Kanten nur noch verschärft. Hier ist man (sich) nicht mehr sicher, aber das Wanken gefällt. Wie an einem gelungenen Abend vermittelt „Black Air“ das Gefühl, dass da noch was in der Luft ist – dass da noch so einiges passieren wird.

  • Gesang, Gitarre, Lapsteel Stephan Stanzel
  • Keyboards, Akkordeon, Piano, Hammond Philipp Karas
  • Bass Martin Knobloch
  • Gitarre, Bottleneck, Gesang Hannes Wirth
  • Schlagzeug Daniel Grailach
  • Cello Lukas Lauermann