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Keren Levi & Ugo Dehaes (Amsterdam/Brüssel)

couple-like

ARGE tanz Kooperation mit der sommerszene salzburg

Die Bühne ist schwarz, schnörkellos. Am leeren Tanzboden bewegen sich ein Mann und eine Frau auf Knien aufeinander zu bis sich ihre Köpfe berühren, schwer aneinander pressen und scheinbar verschmelzen. Von diesem Moment an beginnt ein 45-minütiger Kampf aus körperlicher Reibung, Leidenschaft und Schmerz und der ständigen Sehnsucht nach dem eins werden, die sich nie erfüllen kann – dieser Zustand ist weithin auch bekannt unter dem Begriff „Beziehung“.

Das Motiv, das Keren Levi und Ugo Dehaes in ihrem Stück „couple-like“ aufgreifen und bearbeiten ist nicht neu, jedoch selten so intensiv, vertraut und berührend erzählt worden.
Die beiden schonen sich keine Minute, wenn sie ihre Körper aufeinander prallen lassen. Zwei Pole, die sich abstoßen, obwohl sie sich seltsamerweise ganz berühren können. Ursache und Wirkung sind in der körperlichen Dynamik untrennbar verwoben. Insektenartige Formengebilde entstehen, die nicht mehr unterscheiden lassen, ob der Kopf des einen auf dem Rumpf des anderen sitzt. Ein Kräftemessen der Geschlechter und ständiger Wechsel der Machtpositionen. Anlauf um Anlauf ein Festklammern und Halten am anderen, nur durch die eigene Kraft. Küsse, die ersticken, lustvoller Schmerz, ein festgezogener gordischer Knoten, der gleichzeitig fragil jeden Moment zu zerbrechen scheint. Wunderschön symbolhaft und effektiv wird dieser immer wieder entwirrt – Beziehungsprobleme kann man nicht bildlich lösen, Körper jedoch choreografisch.

Der Musikeinsatz ist spärlich, die Geräuschkulisse besteht aus atmen, stöhnen, keuchen und das Aufeinanderprallen der beiden Körper.
Dann ein Blick ins Publikum, der zu fragen scheint „Erkennt ihr euch wieder?“ – Die große Pärchenlüge, dass Liebe alles einfach macht. Dazwischen Momente von Zärtlichkeit, die beinahe überraschend wirken, in der sonst so konsequenten Inszenierung von zwischenmenschlicher Spannung, die Leiden schafft.

Was Liz Taylor und Richard Burton für die Filmwelt waren, sind Levi und Dehaes auf dem Tanzboden: eine traumhafte Besetzung für die Szenen einer Beziehung. Ihre darstellerische Präsenz verleiht „couple-like“ eine Tiefe und Intensität, die das gesamte Stück in Spannung hält.

„The strongest story is still the story of two lovers. It has been told before, but seldom so breathtaking as Keren Levi and Ugo Dehaes do.“ (de theatermaker)

Keren Levi
Keren Levi kommt aus Israel, tanzte dort für die „Kibbutz Dance Company“ und das „Batsheva Ensemble“. Seit ihrem Umzug nach Europa lebt sie in Amsterdam und macht neben ihrer Arbeit mit verschiedenen ChoreografInnen durch eigene Arbeiten auf sich aufmerksam. Levi unterrichtet an der Theatre School in Amsterdam in den Fachbereichen Choreografie und Modern Dance sowie für das „Ensemble Sasha Waltz“ (Berlin) und „Ultima Vez“ (Brüssel).

Ugo Dehaes
Ugo Dehaes ist ausgebildet bei P.A.R.T.S. von Anne Teresa de Keersmaeker, tanzte bei Meg Stuart / Damaged Goods und ist Mitbegründer der belgischen Company „Kwaad Bloed“, mit der er internationale Erfolge feiert. Er war mit der Performance „lijfstof“ in der sommerszene 01 zu sehen.

  • Choreografie und Tanz Ugo Dehaes, Keren Levi
  • Licht Arne Lievens
  • Kostüme Keren Levi, Ugo Dehaes, Lies Maréchal
  • Musik Tom Parkinson
  • Produktion Kwaad Bloed vzw, Grand Theatre Groningen

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