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KoenigLeopold

Von Dada bis Disco. Musikperformativer Wahnwitz in legendärer Garderobe, mit Debütalbum „Eure Armut kotzt mich an“. Support: Cid Rim Live, DJ Fresh Herbs

ARGE konzert
KoenigLeopold am 23.11.2013 um 23:00 Uhr
Foto (c) Leon Frisell

There is a new king in town. Im November 2013 erscheint “Diese Armut kotzt mich an”, das erste Album von KoenigLeopold, welches sie auf einem ihrer raren Konzerte zum Abschluss des Open Mind Festivals präsentieren werden. Das junge Wiener Duo, bestehend aus Lukas König und Leo Riegler, bietet eine Show, die von virtuosem Jubel über komische Elemente bis zur Verlegenheit alles enthält – oft im Laufe eines einzigen Stückes. Alles serviert mit Anleihen aus dem Musiktheater und natürlich in ihrer legendären Garderobe.

Die Drum- und Synth-Elemente von Lukas König basieren auf den besten Beats der letzten fünfzig Jahre – zerlegt, wieder zusammengebaut und in voller Lautstärke auf einem alten Plattenspieler, direkt auf einem Schrottplatz am Hang eines aktiven Vulkans, abgespielt. Wir unterbrechen hier für ein Naturphänomen: Leo Riegler ist abwechselnd Zuhälter, Dada-MC und begnadeter Turntablist, ein hoffnungsloser, aber überzeugender Opernsänger und ein Seitengassen-Klarinettist … und ein vollendeter Entertainer, durch und durch.

Die Formel „Avantgarde trifft Disco“ wurde oft verwendet um ihre Kunst zu beschreiben, doch das greift viel zu kurz. Es ist Cut-up, es ist Dada, es ist Freestyle; es ist alles zusammen und zusätzlich Unterhaltung auf höchstem Niveau. Sie selber positionieren sich zwischen Wiener Gruppe und Drahdiwaberl. Ihr verspielter – und geschickter – Umgang mit allen Arten der populären Musik lässt sich recht gut in ihrer ersten Single erkennen: „Heat The Water“ kann auch als Versuch verstanden werden, sich Busta Rhymes mit den Mitteln des Free Jazz anzunehmen.

Mit „Kohlhauser“ sorgten sie schließlich im ganzen Land für Aufregung: Ein Metzger aus der Steiermark dachte in dem Song ein wenig schmeichelhaftes Portrait von sich selbst zu erkennen und klagte kurzerhand. Auf den ersten Blick mag es interessant sein, einen lokalen Metzger zu porträtieren, aber natürlich war das sehr weit von den Absichten der Band entfernt. Ganz im Gegenteil: Der Text besteht aus Versatzstücken von Gesprächen auf Dorfplätzen in der Steiermark, die vom Sänger Leo Riegler neu zusammengesetzt und in der typischen Oststeirer Mundart eingesungen (eingebellt) wurden: „Hault die Goschn!“

Provokation ist uns wichtig meint Lukas König, zuständig für Drums und Synths, Leo Riegler ergänzt: Die Avantgardeszene ist schon so verbürgerlicht. Alles läuft in geregelten, subventionierten Bahnen. Doch auf die Kohlhauser-Aufregung reduziert zu werden ist keinesfalls ihr Anliegen und tut ihnen auch Unrecht. Seit 2005 arbeiten sie zusammen, erhielten u. a. den Jungwildpreis für die Theater-Eigenproduktion „Prospekt“, seit zwei Jahren sind sie unter dem Namen KoenigLeopold zu erleben.

www.koenigleopold.at

Manchmal ist mit Musik und einer damit verbundenen Performance alles gesagt. Bei KoenigLeopold ist das fast so. Aber warum stellt sich dieses alles-ist-gesagt Grundgefühl so schnell ein? Weil es Avantgarde ist, weil es perfekte Momente sind.
Kristian Davidek

Es ist, als ob sie auf der Bühne Stimmen hören würden – aber ob es die Geister von Zappa und Biggie Smalls sind, das Gesamtwerk von Monty Python in Kantonesisch oder eine Puppe, die einfach nur „Mama!“ ruft, immer und immer wieder; die Ergebnisse sind gefährlich und komplett einzigartig. Wenn KoenigLeopold Gericht hält, ist es ratsam, aufmerksam zu sein.

Schon der Name KoenigLeopold macht klar, dass hier jemand genau weiß, was er will, und vor allem, wie er es will. Leo Riegler und Lukas König haben den größten Spaß daran, Texturen wild zu mischen. Sie kombinieren technische Brillanz mit kindlicher Verspieltheit. Selbst die trivialsten Botschaften machen in einem glitzernden Free-Jazz-Sakko, Größe XXL, richtig Spaß.
David Baldinger, Ö1
In ihrem Verständnis von Stil schließen sich daneben-Sein und Hippness wohl nicht aus, sondern bedingen sich vielmehr. HipHop und bärtige Männer im Bikini; Gong-Becken und Hipster-Accessoires schließen sich genauso wenig aus wie Fiktion und Realität.
the gap
Bei Koenig Leopold trifft Wahnsinn auf Innovationskraft, spitzer Humor auf Kreativität, Experimentierfreudigkeit auf musikalische Finesse, Musiktheater auf Aktionismus und, und, und …
Michael Ternai, music austria
Cid Rim Live

Support: Cid Rim Live (LuckyMe, Affine Records, Wien)

Cid Rim ist eine überzeugende Mixtur aus Funk, Jazz, HipHop und UK Bass. Immer wieder probiert sich Clemens Bacher, wie Cid Rim mit bürgerlichem Namen heißt, in neuen musikalischen Projekten aus. Schon als Produzent und Drummer von JSBL sowie durch den stetigen Austausch mit seinen Label- und Bandkollegen The Clonious und Dorian Concept hat er sich immer mehr in Richtung experimentelle Elektronik bewegt.

Cid Rim vereint gekonnt Beats, Bass, Synths, Neutronenbomben und Melodien. Mit dem Label von Hud Mo und Machinedrum könnte das den Durchbruch bedeuten. Er wäre verdient.
the gap
DJ Fresh Herbs

Support: DJ Fresh Herbs

Der Resident des „Club Analog“ im Jetlag rollt sein gefährliches Frachtgut für die Closing Party des Open Mind Festival ein paar Ecken weiter. Die Plattenkiste einmal geöffnet, kann und wird der tiefschwarze, soulige Inhalt nicht nur von den Gehörgängen der ZuhörerInnen Besitz ergreifen.

www.gardenfreshgrooves.com

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