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Regisseur Michael Kolnberger • Foto (c) Wolfgang Lienbacher
ARGE theater – Eine Koproduktion von theater.direkt und ARGEkultur

„Monster zertrampeln Hochhäuser“ von Lukas Holliger

Inszenierung: Michael Kolnberger. Eine zynische Farce auf Wohnungsnot, Flüchtlingspolitik und Korruption. Uraufführung.

Das KünstlerInnenehepaar Peter und Edith Fallok sind VerliererInnen des innerstädtischen Wohnungsmarktes und müssen sich glücklich schätzen, am Stadtrand in einem sanierten ehemaligen ArbeiterInnen-Wohnblock eine neue Bleibe zu finden. Dessen Eigentümer, ein eiskalter Immobilienmakler und gleichzeitig korrupter Kommunalpolitiker, kennt keine Skrupel, Wohnraum einfach doppelt zu vermieten! Er schreckt auch nicht davor zurück, Jagd auf illegale AsylantInnen zu schüren, denen er bisher überteuerte Kellerräume und Tiefgaragen vermietet hat.

In der Wohneinheit „30E“ rücken die Falloks nun notgedrungen mit dem KleinbürgerInnenpaar Kurt und Kristina Kretz zusammen. Während die Männer zunächst ihre Verachtung preisgeben, gelingt den beiden Frauen allmählich eine vorsichtige soziale Annäherung. Kultur trifft auf Unkultur, Kunst auf Kommerz, analytische Zwölftonkompositionen auf herzerwärmende Schlagermusik, György Ligeti auf Hansi Hinterseer, Ideologie auf Idealismus, künstlerischer Freigeist auf bequemen Konformismus.

„Monster zertrampeln Hochhäuser“ ist nicht moralisierend. Der Autor Holliger stellt sich den komplexen Themen Wohnungsnot, Flüchtlingspolitik und Korruption mit viel schwarzem Humor, absurden Spielsituationen, skurillen Figuren und einer markanten, der jeweiligen Klassenzugehörigkeiten subtil abgelauschten Sprache.

Das Stück „Monster zertrampeln Hochhäuser“ war in der Endauswahl des Berliner Stückemarkts 2011 und wurde 2013 bei den Autorentagen „Stück auf!“ am Schauspiel Essen szenisch gelesen. Es wurde dort mit dem Publikumspreis und dem Preis der Jugendjury ausgezeichnet.

  • Monster zertrampeln Hochhäuser
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  • Monster zertrampeln Hochhäuser

Fotos (c) Bernhard Müller

Hintergrund

Finanzkrise. „Billiges Geld". Baukredite so günstig wie schon lang nicht mehr. Gute Zeiten für InvestorInnen und Immobilienhaie mit Wohnraum schnell viel Geld zu verdienen. Wo langfristige Mietverträge Schutz bieten sollten, greifen Immobilienprofis auch gern zu unlauteren Maßnahmen um lästige MieterInnen aus lukrativen Objekten hinaus zu bekommen. Gentrifizierung ist das Schlagwort: wenn aus weniger attraktiven Wohngegenden, sogenannte „Szeneviertel" werden.

Die Folge: Wohnungsnot wird zu dem signifikanten Problem vieler Kommunen und somit topographisches Abbild sozialer Ungleichheiten einer ganzen Gesellschaft.
Aber was passiert mit Menschen mit schmalem Budget, Menschen mit Migrationshintergrund oder gar Asylsuchenden? Sie werden in unattraktivste Wohngegenden gedrängt und sind oftmals gezwungen in prekären Verhältnissen zu hausen. Ausgrenzende Ghettobildung und somit die Förderung kontraproduktiver Parallelgesellschaften sind die Folge.

  • Schauspiel Elisabeth Nelhiebel, Bina Blumencron, Christine Winter, Max Pfnür und Jurij Diez
  • Inszenierung Michael Kolnberger
  • Dramaturgie Stefanie Fröhlich
  • Raum Arthur Zgubic

Zum Autor Lukas Holliger

Lukas Holliger, geboren 1971 in Basel, studierte Kunstwissenschaft, Geschichte und Germanistik.1995 begann er am Theater Basel als Regiehospitant und übernahm schließlich mit dem Regisseur Martin Frank die Leitung der hauseigenen AutorInnenwerkstatt . Im von Werner Düggelin und Monika Neun gegründeten Basler raum33 leitet er mit der Regisseurin Ursina Greuel die Uraufführungsreihe „Anti-Schublade“. Er wurde für eine Reihe von Schweizer AutorInnen-Fördermodellen ausgewählt und nahm 2002 an der Masterclass MC 6 unter der Leitung von Marlene Streeruwitz teil. Seine zahlreichen Stücke sind in der Schweiz und an namhaften Theatern in Deutschland uraufgeführt worden. 2003 wurde er in der KritikerInnenumfrage der Zeitschrift „Theater heute“ als bester Nachwuchsdramatiker und 2013 für den Hörspielpreis der „Kriegsblinden“ nominiert. 2015 erscheint in der Edition Meerauge sein Prosadebüt „Glas im Bauch”.

Lukas Holliger
Foto (c) Werner Geiger