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Nikolaus Habjan „Don Quijote“

Figurentheater nach Motiven des Miguel de Cervantes von Simon Meusburger & Nikolaus Habjan. Puppenspiel: Nikolaus Habjan & Manuela Linshalm.

ARGE theater ARGE open mind festival
Nikolaus Habjan „Don Quijote“ am 20.11.2014 um 20:00 Uhr
Foto (c) Barbara Pálffy

Die Geschichte des Alonso Quijano ist eine Geschichte des Scheiterns. Über das Aussteigen aus der Gesellschaft. Einer Gesellschaft des Überflusses. Es geht um das Scheitern, um die Flucht in den eigenen Kopf, um sich dann aus ihm heraus gegen die reale Welt zu wehren. Sich keine Gedanken über Gedanken anderer zu machen. Sich in Lächerlichkeit, in die „traurige Gestalt“ zu stürzen.

„Don Quijote“, der über 400 Jahre alte, zum Weltklassiker gereifte Roman von Miguel de Cervantes, bildet die Grundlage der gleichnamigen Figurentheater-Produktion. Zwei Puppenspieler, Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm, spielen darin in den verschiedenen montagehaft aneinander gereihten Episoden die unterschiedlichsten Figuren und lassen so die kühnen Visionen des „Ritters der traurigen Gestalt“ lebendig werden. Die zentralen Fragen des Romans sind bei Cervantes ähnlich wie in den Stücken seines Zeitgenossen Shakespeare: „Was ist Wirklichkeit? Was ist Traum? Der Konflikt zwischen dem Ideal und der Realität. Wie geht die Gesellschaft mit Wahnsinn oder einem Verrückten um?“ – Diese Themen können in der Form des Figurentheaters ideal umgesetzt werden. Ebenso die enge, untrennbare Freundschaft des Don Quijote mit Sancho Pansa wird durch die Figur und ihrer Verbindung zum Spieler wunderbar dargestellt.
„Don Quijote“ begegnen wir heute in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Menschen, die daran scheitern dem gängigen Gesellschaftsklischee zu entsprechen und für sich keinen anderen Ausweg finden als die Flucht in die Phantasiewelt der Tagträume bis hin zur Wahnvorstellung. Für alle diese Menschen soll unsere Don-Quijote-Puppe eine Reflexionsfläche sein.

  • Puppenspiel Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • Regie Simon Meusburger
  • Textfassung Georg Holzer und Johannes Schmid
  • Puppendesign Nikolaus Habjan
  • Puppenbau Nikolaus Habjan und Lisa Zingerle
  • Kostüm Lisa Zingerle
  • Bühne Billie Lea Lang
  • Lichtgestaltung Simon Meusburger
Nikolaus Habjan, der magische Puppenspieler aus Graz, führt sein Publikum mit Don Quixote aufs Glatteis zwischen Realität und Vision.
Kleine Zeitung
Alles, selbst das Beste, das jemals an Puppen- oder Figurentheater geschaffen wurde, wird durch Nikolaus Habjan überboten.
Eva Maria Klinger, Jurybegründung Nestroynominierung

Nikolaus Habjan

Der gebürtige Grazer studierte in Wien Musiktheaterregie und sammelte bereits früh Erfahrungen mit dem Puppentheater. Durch einen Workshop von Neville Tranter (Stuffed Puppet Theatre) konnte Habjan seine Technik als Puppenspieler perfektionieren. Ebenso wie der australische Puppenspieler, verwendet Habjan ausschließlich Klappmaulpuppen, die er selbst baut. Eine wesentliche Spielstätte im künstlerischen Schaffen Habjans stellt das Schuberttheater dar, in dem er seine erste Figurentheater-Produktion „Schlag sie tot“ realisierte. Seit der Spielzeit 08/09 hat er zusammen mit Simon Meusburger die Direktion des Schuberttheaters inne. Für das Solo-Stück „F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig“ wurde er gemeinsam mit dem Regisseur Meusberger mit dem Nestroy-Theaterpreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion ausgezeichnet. Weitere Erfolge verzeichnete er mit „Der Herr Karl“, „Becoming Peter Pan – An Epilogue to Michael Jackson“ sowie der Filmadaption „Freaks“ am Schuberttheater. Am Burgtheater debütierte er in der Shakespeare-Sonette-Produktion „Fool of Love“. Anfang 2013 folgte die Mitarbeit im Stück „Schatten (Eurydike sagt)“ von Elfriede Jelinek in der Regie von Matthias Hartmann, in dem er die Figur der Elfriede spielte.
Nikolaus Habjan, der in innovativer Art und Weise Puppentheater, Schauspiel und Musik vereint, sieht im Medium Puppe eine Chance neue Theaterwege zu finden: „Die Puppe ist immer am Punkt, ganz pur, da gibt es keine Kompromisse." (Interview Wiener Zeitung)

Nikolaus Habjan
Foto (c) Sabine Hauswirth

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