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Gin Müller & Gorji Marzban „Trans Gender Moves“

Im Anschluss Künstler*innengespräch, Moderation: Gabriele Rothuber. Europäische Theaternacht - Eintritt: Pay what you want, Reservierung empfohlen!

ARGE schwerpunkt ARGE open mind festival
Gin Müller & Gorji Marzban „Trans Gender Moves“ am 21.11.2015 um 20:00 Uhr
Foto (c) Lisbeth Kovacic

"Eine Arbeit, die dazu einlädt, das Menschsein nicht einheitlich und eng, sondern weit und vielfältig sehen zu lernen. Das Stück erlaubt die Begegnung mit drei großartigen, mutigen und originellen Persönlichkeiten, die etwas gemeinsam haben: Sie sind lebendige Beweise dafür, dass es ein gewisses Spektrum an Möglichkeiten zwischen und jenseits von Geschlechtszuordnungen wie 'männlich' und 'weiblich' gibt." Helmut Ploebst, Der Standard

Eine (autobiografische) Performance über die Unabschließbarkeit jeglicher (Konstruktion und Behauptung von) sexueller Identität und Geschlechtsidentität.

Europäische Theaternacht

„Trans Gender Moves“ dreht sich um die Frage, was einen Menschen dazu bewegt, das eigene Geschlecht bzw. seine Geschlechtsidentität zu hinterfragen. Im Mittelpunkt des intimen Theaterabends stehen drei autobiografische Transgender-Erzählungen aus verschiedenen Generationen und Ländern: Ein Transmann (Anthony Wagner), ein Intersex-Mensch (Gorji Marzban) und eine Transfrau (Nicole Foucher) bringen Erinnerungen und Erlebnisse auf die Bühne, die von Erfahrungen jenseits der vertrauten Geschlechterkonventionen handeln.
Sie erzählen nicht nur humorvoll tragisch-komische Geschichten aus ihrem Leben, sie verkörpern und spiegeln damit auch Situationen und Diskurse über Transitionen, Körper- und Grenzüberschreitungen. Die Frage und Suche nach einer „wahren“ Genderidentität gestaltet sich dabei als ein Bestreben, das nie ein ultimatives Ende nehmen wird.

Gin Müller
ist Dramaturgin, Theaterwissenschafterin, Performance-Künstlerin und Queer-Theoretikerin und arbeitet an der Schnittstelle von Performancekunst und politischem Aktivismus.

Gorji Marzban
ist Professor*in für Biotechnologie und Mitbegründer*in der Oriental Queer Organisation, die sich für die Anerkennung der Rechte von Migrant*innen aus der LGBTIQ-Community (Lesbian/Gay/Bisexual/Trans/Intersex/Queer) in Österreich einsetzt.

  • Von und mit Gin Müller, Gorji Marzban, Anthony Wagner, Nicole Foucher, Jan Machacek, Rupert Müller, Saleh Rozati, Philip Kopal, Vladi Tchapanov, Lucas Grube u. a.

Eine Koproduktion mit dem brut Wien.

Eine Arbeit, die dazu einlädt, das Menschsein nicht einheitlich und eng, sondern weit und vielfältig sehen zu lernen. Das Stück erlaubt die Begegnung mit drei großartigen, mutigen und originellen Persönlichkeiten, die etwas gemeinsam haben: Sie sind lebendige Beweise dafür, dass es ein gewisses Spektrum an Möglichkeiten zwischen und jenseits von Geschlechtszuordnungen wie männlich und weiblich gibt. Und sie treten vor ihr Publikum, weil sich die Erkenntnis, dass dies nicht eine Bedrohung, sondern ein Gewinn für jede Gesellschaft ist, erst sehr langsam verbreitet.
Helmut Ploebst, Der Standard
Trans Gender Moves verhandelt nicht nur das Grenzüberschreiten in Sachen Gender. Es geht um Migrationsgeschichten, von Iran und Frankreich nach Österreich, von Stadt nach Land, um Islamische Revolution und Algerienkrieg. (…) Trans Gender Moves ist eine Art Oral History von Personen, die sich zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten an Geschlechtergrenzen bewegen. Das Stück zeigt wie unterschiedlich Trans- oder Inter-Biografien sein können, dass aber mit Einzelgeschichten trotzdem ein gemeinsames Bild gezeichnet werden kann.
Irmi Wutscher, FM4
Sie schafften es, mit ihrer Beherztheit und ihrer ungekünstelten Art ein für viele Menschen abstraktes Thema so angreifbar zu machen, das es die Herzen berührt.
Michaela Preiner, ECN Online Kultur Magazin
Gin Müller und Gorji Marzban kennen sich, seit sie gemeinsam gegen die Abschiebung einer türkischen Trans-Frau gekämpft haben. Deren Familie empfand ihre Transidentität als Schande. Sie sollen einen Ehrenmord geplant und einen Auftragskiller beauftragt haben. Die Trans-Frau durfte in Österreich bleiben. Gin und Gorji wurden Freunde und es entstand die Idee zu einem Theaterstück zum Thema Trans und Intersex.
diezeitschrift.at, Outside The Box – Inside Vienna
Trans Gender Moves ist ein witziges, ein persönliches, ein aktivistisches Stück; ein dokumentarisches Stück; Es ist kurzweilig, es ist dead serious, es ist eine Comedy. (...) Es ist jedenfalls ein Intertext; und es ist ein poetisches Theatererlebnis. Trans Gender Moves entlässt die Zuschauer_innen mit Helligkeit, Heiterkeit und tatsächlichem Mut; (...) Aus den verschiedenen, ausführlichen und demgemäß höchst persönlichen Geschichten wurden dramatische (besser: sich ihrer Performativität extrem bewusste) Texte, die ihren jeweiligen Sprecher_innen zu einem sanft redigierten Figurenleben auf der Bühne verhelfen, das sie wiederum ihre eigenen Geschichten mit einer derart poetisch-militant-heiteren Einfachheit und v. a. Direktheit erzählen lässt, die alle Verdachtsmomente zwischen Betroffenheitskitsch, Authentizitätsterror oder Dilettantenschick auf der Bühne weit hinter sich lässt. (...) es ist hier einer jener absolut gelungenen Theatertexte entstanden, der nicht von den Körpern seiner Sprecher_innen, Performer_innen, Akteur_innen ablösbar ist; und das wiederum widerspiegelt die singuläre Wahrheit, die jeglicher sexuellen Existenz innewohnt: das da kein Körper ist ohne Text, was und von wem auch immer unternommen wird, genau das permanent zu unterschlagen und in am Ende tödliche Identitäten aufzulösen. (...) weil es hier gelungen ist, ein Stück über Trans*gender zu machen, das nicht nur zu den Bekehrten predigt. Und am Ende – ich wiederhole mich – steht etwas wie Glück, gänzlich ohne Verachtung.
Chris Standfest, Dramaturgin, Performerin, Theoretikerin

Open Mind Festival 2015 Ich ist eine Andere

Passend zum Thema des Festivals 2015 verwenden wir bewusst nicht das Binnen-I, sondern versuchen mit dem Gender-Star oder Asterisk* alle Menschen anzusprechen – auch diejenigen, die sich im binären Geschlechtersystem nicht einordnen können oder wollen.