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Jeff Thompson (USA) „Parasitic Computer“

Installation. Ausstellungsdauer: Mi, 14.03. bis Fr, 16.03., tgl. ab 12:00 Uhr. Salzburger Kunstverein | Eintritt frei

Medienkunst digital spring festival
Jeff Thompson (USA) „Parasitic Computer“ am 13.03.2018 um 18:00 Uhr
Foto (c) Jeff Thompson

Das Versprechen des Transhumanismus ist geprägt durch eine mensch-orientierte Positivität: Unsere Körper werden nahtlos mit vernetzten Computern verschmelzen, und kleine Maschinen werden in uns sein und durch uns hindurchfließen. Da Computer kleiner werden und sich vermehren, versucht dieses Projekt die unvermeidlichen Nebenprodukte menschlicher Aktivität zu erforschen: Viren und Parasiten, die sich von unserem Abfall und unseren Körpern ernähren. Jeff Thompson entwickelt diese außergewöhnliche Arbeit eigens für das digital spring festival.

Ameisen, Kakerlaken und Zecken leben nicht mit uns, sondern vielmehr trotz uns – so wie sie intelligenter werden, müssen wir annehmen, dass auch manche Computer es ihnen gleichtun werden.

In einem algorithmisch erzeugten, mittels einer maßgefertigten Software „gezüchteten“, 3D-gedruckten Metallgehäuse eingeschlossen und am Körper befestigt, lädt dieser parasitische Computer langsam seine Batterie mittels eines Geräts auf, das Strom aus der Körperwärme des Künstlers erzeugt. Wenn er aufgeladen ist, schaltet er sich von selbst für kurze Zeit ein, läuft, und schaltet sich selbst aus, wenn er keinen Strom mehr hat. Er bleibt im Ruhezustand, bis die Batterie wieder aufgeladen ist.

Die Verbindung aus Kunst, Forschung und Maschinenbau ist typisch für die Arbeit von Jeff Thompson. Dieses Projekt verdankt einen Großteil seiner Inspiration der Biologie: Wüstenschlangen, die nur ein Mal alle paar Monate fressen, und Schrittmacher, die Glukose in Energie verwandeln, die Form der Schalen von Weichtieren, die Außenskelette von Insekten, Mineralablagerungen und Spinnennetze.

Jeff Thompson

(* 1982, Minneapolis) ist ein Künstler, Programmierer und Lehrender, der in New York City ansässig ist. Er erforscht die Zusammenarbeit zwischen, die Empathie für und die Poesie von Computern und technischen Systemen. Mittels Code, Skulptur, Sound und Performance nützt Thompson in seiner Arbeit konzeptuelle Prozesse wie Remix, Übersetzung und Visualisierung, um ansonsten unsichtbare Prozesse greifbar zu machen. Er ist Assistenzprofessor und Visual Art & Technology Programmdirektor am Stevens Institute of Technology sowie Mitbegründer des experimentellen Projekts „Drift Station“.